Wie kam es zum Zweiten Triumvirat – und womit endete es?

Das „Zweite Triumvirat“ wurde 43 v. Chr. von Marcus Antonius (*etwa um 82/°30 v. Chr.), Oktavian (63 v. Chr./°14 n. Chr.), dem späteren Kaiser Augustus sowie dem Politiker und Heerführer Marcus Aemilius Lepidus (*87/°13 v. Chr.) gegründet.

 

Voraus geschickt

Julius Caesar (*100/°44 v. Chr.), 46 v. Chr. zwar mehrheitlich vom Senat zum Alleinherrscher „gekürt“, hatte allerdings unter den Senatoren auch ihm weniger wohl gesonnene Gegner. Das waren diejenigen, die die Befürchtung hegten, Rom könne unter dem „Diktator auf Lebenszeit“, Caesar, seine republikanisch geprägte Staatsform verlieren. Also formierte sich, unter der Maxime: „Caesar muss weg!“, ein Kreis Unzufriedener – wobei es sich um etwa zwanzig bis sechzig Senatsmitglieder gehandelt haben soll.

Mit dabei – unter anderen – Marcus Iunius Brutus (*85/°42 v. Chr.) sowie der gleichaltrige Gaius Cassius Longinus.

Und dann war es soweit. Anlässlich einer von ihm selbst anberaumten Senatssitzung, wurde Caesar am 15. März 44 v. Chr. mit, so heißt es, dreiundzwanzig Messerstichen gemeuchelt.

Unmittelbar darauf begann der über Jahre heftig geführte Kampf um seine Nachfolge.

Wollen möchten beide

Die maßgeblichen Protagonisten dieser Auseinandersetzung waren Marcus Antonius (*etwa um 82/°30 v. Chr.) und Oktavian/Augustus (63 v. Chr./°14 n. Chr.). Antonius hielt sich, wegen seines vormaligen Amtes als Mitkonsul Caesars, als potenzieller Nachfolger legitimiert, und Oktavian warf den Hut in den Ring, weil Caesar in seinem Testament eindeutig ihn, den Großneffen und Adoptivsohn, als seinen Nachfolger vorgesehen hatte.

Seitenwechsel

Im Frühjahr 43 v. Chr. führte die Rivalität der Beiden, in die sich auch der römische Senat unter Leitung des Intellektuellen Marcus Tullius Cicero (*106/°43 v. Chr.) einmischte, schließlich zur Schlacht von Mutina (heute: Modena, Emilia-Romagna/Italien), die Octavian für sich entscheiden konnte. Octavian erzwang daraufhin seine Ernennung zum Konsul, ließ die Mörder Caesars verfolgen und Marcus Antonius wechselte die Seiten.

Das Zweckbündnis

Um – vordergründig – die Unruhen im Land zu befrieden, bildeten Octavian und Antonius, gemeinsam mit dem Politiker und Heerführer Marcus Aemilius Lepidus (*87/°13 v. Chr.) im Herbst 43 v. Chr. das so genannte "Zweite Triumvirat". Es war lediglich ein Zweckbündnis. Denn was als „Wiederherstellung der Republik“ publiziert wurde, entpuppte sich sozusagen als Feldzug gegen tatsächliche und vermeintliche Gegner aller Couleur, einschließlich der Caesarmeuchler Brutus und Cassius, die bei Philippi (heute: nahe Kavala/Griechenland) geschasst wurden.

Aufteilung des Reiches

Nach Erledigung dieser Aktivitäten übernahm Marcus Antonius die Regierungsgeschäfte im Osten des Reiches, ging nach Ägypten und begann ein Techtelmechtel mit Kleopatra VII. (*69/°30 v. Chr.), der letzten Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches, die er – vermutlich 36 v. Chr. nach der Scheidung von seiner Frau – auch heiratete. Oktavian, der inzwischen den Dritten im Bunde, Lepidus, aus dem Amt in den vorzeitigen Ruhestand gemobbt hatte und als Alleinherrscher im Westen des Reiches agierte, wollte nun alles.

Wat dem eenen sin Uhl, is dem annern sin Nachtigall

In den erneuten – von 32 bis 30 v. Chr. dauernden – militärischen Auseinandersetzungen (Ptolemäischer Krieg) mit Antonius, blieb letztlich Oktavian (Seeschlacht bei Actium/Griechenland – 31 v. Chr.) siegreich. Ein knappes Jahr später begingen Kleopatra und Antonius Selbstmord, Ägypten wurde römische Provinz und Gaius Octavius begründete 27 v. Chr. – in bewährter und noch heute oft zu beobachtender (politischer) Manipulations- und Täuschungsmanier – die bis 284 n. Chr. dauernde „Römische Kaiserzeit“ („julisch-claudische Kaiserdynastie“).

Er wurde dessen erster Kaiser, ließ sich vom Senat mit dem Ehren-Namenszusatz „Augustus“ ausstatten und bestimmte (faktisch bereits ab 31 v. Chr.) die Richtlinien der Politik als Alleinherrscher bzw. „erster Mann im Staat und Verwalter des Reiches“ („Prinzipat/Princeps“) bis 14 n. Chr.

Fazit

Die römische Republik war Geschichte …

Apropos

Kaiser Augustus war der, der im NT (Lukas 2, 1-14) u.a. mit den Zeilen: "Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde" und im Weiteren mit der Geburt Jesu in Verbindung gebracht wird und – nicht zu vergessen – seit 8 v. Chr. heißt der 8. Monat sowohl des vormaligen julianischen-(nach Julius Caesar), als auch des heute international gültigen gregorianischen Kalenders -> August.

PS

In diesem Zusammenhang gegebenenfalls sehenswert der Film „Cleopatra“ (1963) – unter anderen mit Elizabeth Taylor als Kleopatra, Richard Burton (Marcus Antonius) und Rex Harrison als Julius Caesar ...

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Römisches Reich – Das farbige LIFE Bildbuch (rororo)

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige