Wie wurde Rom zur führenden Macht?

Roms Weg zur führenden Macht war lang, blutig und verlustreich, letztlich aber doch erfolgreich!

Parallel zur Umgestaltung der Herrschaftsform – also fort mit der Monarchie, hin zur Republik („res publica“/“öffentliche Sache“) – entwickelte sich Rom "en suite" vom Stadtstaat zur führenden Macht nicht nur in Mittel- und Süditalien, sondern stieg bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. unbenommen zur vorherrschenden Macht im Raum des westlichen Mittelmeeres auf.

Natürlich klappte das nicht immer auf friedlichem Weg. Expansion gab’s eben nicht für’n Appel und’n Ei.

Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen (Aristoteles)

Die Etrusker hatten ihren Einfluss bereits mit der 474 v. Chr. verloren gegangenen „Seeschlacht von Kyme“ gegen Hieron I. von Syrakus (Sizilien) und dessen Verbündeten Aristodemos von Kyme (Kampanien/Süditalien) eingebüßt. Andere italische Völker (unter anderen Latimer, Umber, Samiten) wurden in das stetig wachsende Reich eingegliedert oder es wurden Bündnisse mit ihnen geschlossen.

Schlachten, Punische Kriege und vierzig Elefanten

Darüber hinaus galt es, sich möglicher Feinde von außen zu erwehren. So kam es im Süden Italiens zum Beispiel zwischen 280 und 275 v. Chr. zu einer Reihe heftig (und verlustreich) geführter Auseinandersetzungen:

  • 280 v. Chr. bei Heraclea (Basilikata/Italien),
  • 279 v. Chr. bei Asculum (Apulien/Italien),
  • 275 v. Chr. bei Beneventum (Kampanien/Italien) mit Pyrrhus I. (*um 318/°272), König von Epirus, einer Gegend, die heute teils zu Griechenland, teils zu Albanien gehört.

Wenig später folgten die – von fragilen Waffenstillständen zeitweise unterbrochenen – so genannten drei Punischen Kriege gegen die Karthager, die sich von 264 bis 146 v. Chr. hinzogen. Neben dem

  • makedonischen König Philipp V. (*238/°179 v. Chr.),
  • dessen Sohn Perseus (*etwa 212/°165 v. Chr.) und
  • Antiochus III. (*242/°187 v. Chr.), Herrscher des territorial gewaltigen Seleukidenreiches,
  • war es der – wegen seiner abenteuerlichen Alpenüberquerung mit abertausenden Kriegern sowohl zu Fuß, als auch hoch zu Ross sowie fast vierzig Elefanten bekannt und berühmt gewordene – karthagische Feldherr Hannibal (*um 247/°183 v. Chr.), der den Römern gehörigen Respekt einflößte.

Katastrophaler Untergang Karthagos

Aber trotz aller Mühen, Querschlägen, Kosten und ungeheuren eigenen Verlusten an Menschen und Material, gelang es den Römern letztlich doch, das Heft in der Hand zu behalten. Mit der vollständigen Zerstörung, der Versklavung der Bevölkerung und Einverleibung Karthagos (146 v. Chr.) ins Römische Reich endete der dritte punische Krieg – und Rom erlangte die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeerraum sowie der nordafrikanischen Mittelmeerküste (vormals Karthago; nun römische „Provinz Africa“; heute Tunesien sowie Teile Algeriens und Libyens).

Apropos

Ein teuer, mit hohen Verlusten und nur geringem oder keinem eigenen Nutzen erkaufter Sieg, wird heute gern mit dem Begriff „Pyrrhussieg“ benannt (zurückzuführen auf König Pyrrhus von Epirus, der nach einer der Schlachten gegen die Römer gesagt haben soll: „Noch so ein (gewonnener) Krieg, und ich bin verloren“.

Übrigens

Die Karthager/Phönizier wurden von den Römern „Punier“ (lat.: „poeni“) genannt; die Kriege gegen Karthago: „Punische Kriege“.

PS

Makedonien – heute: Nordgriechenland, Republik Mazedonien (seit 1991) sowie kleinere Teile Bulgariens und Albaniens.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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