Wie war die Römische Republik politisch strukturiert?

Zu Beginn wenig republikanisch. Um nicht zu sagen: Sie, die Republik, war sehr, sehr einseitig strukturiert.

So war die Römische Republik unmittelbar nach dem Ende der römischen Königszeit (um 500 v. Chr. herum) keinesfalls eine „Sache des Volkes“ („res publica“/“öffentliche Sache“).

Lange Zeit blieb der so genannte „Kleine Mann“ Bürger zweiter Klasse.

Bauern, Händler, Handwerker und andere mehr – Plebejer (lat.: „plebs/Volk“) genannt – hatten Mühe, sich gegen die Reichen („Patrizier“ = adelige Großgrundbesitzer, Oberschicht) durchzusetzen.

Senat

Anfangs nahmen ausschließlich Patrizier als Senatoren auf den dreihundert Sitzen des Senats („Rat der Alten“) Platz. Und die rekrutierten sich aus ehemaligen Magistraten und/oder sonstigen Schwerreichen. Waren diese Leute erst einmal dort angekommen, saßen sie auf Lebenszeit auf ihren Stühlen. Sie waren – wie eigentlich vorgesehen – nicht nur beratend tätig, sondern bestimmten schlicht die Richtlinien der Politik.

Magistrat

Als zweite Institution des Staatsapparates fungierte der so genannte „Magistrat“ (Behörde/"Beamtenapparat“). Der Magistrat setzte sich zusammen aus – jeweils für nur ein Jahr von der Volksversammlung gewählten –

  • 2 Konsuln,
  • 6-8 Prätoren,
  • 4 Ädilen und
  • 20 Quästoren.

Aufgabenbereiche

Die beiden Konsuln repräsentierten das höchste Staatsamt. Allerdings konnte der eine ohne Zustimmung des anderen – nach dem Vier-Augen-Prinzip – nichts allein entscheiden. Die „Prätoren“ waren mit vornehmlich richterlichen Aufgaben betraut, die vier „Ädilen“ waren zum Beispiel für das Bauwesen, die öffentlichen Spiele, die „Polizei“, Infrastruktur und Märkte verantwortlich, und die zwanzig Quästoren für die Finanzen.

Wer wählte wen

Die für eine lange Periode mit Patriziern und sonstigen Reichen besetzten Volksversammlungen („comitia curiata“/comitia centuriata“) wählten den Magistrat, erließen Gesetze, entschieden über Krieg und Frieden sowie gegebenenfalls über zu vollstreckende Todesurteile.

Sprachrohr des Volkes

Im Zuge langwieriger Auseinandersetzungen zwischen Patriziern und Plebejern um Gleichstellung und Mitbestimmung, kam es – wahrscheinlich um 494/491 v. Chr. herum – zur Bildung eines Volkstribunats („comitia populi tributa“/“comitia plebis“), dem in der Folgezeit erst ein, dann zwei, dann fünf und irgendwann später sogar zehn vom Volk gewählte Volkstribunen („tribunus plebis“) vorstanden. Auch die Volkstribune wurden von der so genannten „Volksversammlung der Plebejer“ lediglich für ein Jahr gewählt. So weit, so gut.

Der lange Weg zu höheren Ämtern

Und doch dauerte es noch knappe einhundertdreißig Jahre, bis auch Plebejer den Beamtenstatus (Konsuln und/oder Magistrate) erreichen konnten. Schließlich, wiederum gute achtzig Jahre später, konnte die „Versammlung der Plebejer“ sogar Gesetze beschließen.

Apropos

Das Kennzeichen oder Symbol der Römischen Republik bestand aus den Buchstaben S. P. Q. R. und stand für „Senatus Populusque Romanus“/“Senat und Volk Roms“.

PS

Die Geschichte des Römischen Reiches wird historisch in der Regel in die vier Zeitabschnitte:

  • Römische Königszeit (753-510/509 v. Chr.),
  • Römische Republik (510/509-27 v. Chr.),
  • Römische Kaiserzeit (Prinzipat; 27 v. Chr. bis etwa 285 n. Chr.) und
  • Spätantike (Ende 3. Jahrhundert bis zur Auflösung des Weströmischen Reiches 476)

eingeteilt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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