Wessen Würfel sind eigentlich am Rubikon gefallen?

Es sollen Julius Caesars (*100/°44 v. Chr.) Würfel gewesen sein! Sozusagen sprichwörtlich! Denn: Zwar mag er Würfel bei sich gehabt haben, wird sie am Fluss Rubikon aber nicht wirklich geworfen haben. Ohnehin liegt über dieser Geschichte – mangels noch erhaltener aussagefähiger Schriften – lediglich eine aus Legenden und Mythen gesponnene Dunstglocke.

 

Aber interessant ist sie allemal, die Geschichte

Caesar, der vom römischen Senat sowie (an dessen vorderster Front) von seinem zum Erzfeind gewordenen Exschwager Gnaeus Pompeius Magnus (*106/°48 V. Chr.) und ehemaligen Mitstreiter im 1. Triumvirat entmachtet und aller militärischen Ämter enthoben werden sollte, hielt sich zu diesem Zeitpunkt in „Gallien diesseits der Alpen“ („Gallia cisalpina“/heute: Norditalien und Istrien) auf.

Der Plan

Und da Caesar ein derartig mieses Vorhaben nicht einfach so stehen lassen konnte, geschweige denn wollte, entschied er sich für "Angriff ist die beste Verteidigung". Also plante er, gegen Rom, den Senat und Pompeius zu marschieren.

Das Vorgehen

Nach einem feucht-fröhlichen Abend in Ravenna (Emilia-Romagna/Italien) im Januar 49 v. Chr., soll er sich am darauffolgenden Morgen mit einem Trupp ausgesuchter Männer und deren Offizieren auf den Weg Richtung Rimini (Emilia-Romagna) gemacht haben.

Angekommen an einer unscheinbaren Brücke irgendwo am Fluss Rubikon, der seinerzeit die Grenze zwischen der Provinz „Gallia cisalpina“ und dem Rest Italiens bildete, sollen dann (sinngemäß) Caesars bedeutungsschwere Worte gefallen sein:

  • … haben wir diese Brücke (den Rubikon) überschritten, gibt’s kein Zurück. Dann entscheiden die Waffen …

und wenig später (möglicherweise bereits bis zu den Knien im Wasser):

  • … so soll (en) denn der (die) Würfel gefallen sein …

Apropos

Nach längeren Umwegen, einhergehend mit einer Reihe militärischer Auseinandersetzungen, errang Caesar im August 48 v. Chr. in der Schlacht bei Pharsalos (heute: Griechenland) den endgültigen Sieg über seine Gegner. Pompeius wurde wenige Monate später in Ägypten von Schergen des (Kind-)Königs Ptolemaios VIII. (*um 61/°47 v. Chr.) erschlagen, Caesar avancierte zum Konsul und regierte quasi bis zu seiner Ermordung im März 44 v. Chr. als Alleinherrscher.

Übrigens

An welcher Stelle genau Caesar den Rubikon überschritten haben soll, darüber streiten heutzutage (mindestens) drei Gemeinden der in Frage kommenden Gegend. Ein Sieger ist noch nicht ausgemacht. Die Diskussionen gehen (sportlich) weiter …

PS

Redensartig „überschreitet jemand den Rubikon“, wenn es für eine beabsichtigte Handlung – bzw. eine folgenschwere Entscheidung – kein Zurück mehr gibt, d. h., wenn der „Zug (sozusagen) abgefahren ist“. Gleiches gilt für „die Würfel sind gefallen“ (lat.: „alea iacta est“).

Autor: Manfred Zorn

 

 

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