Wann wurde Julius Caesar zum ersten Mal Konsul?

Julius Caesar wurde 59 v. Chr. zum ersten Mal Konsul. Zu dem Zeitpunkt war er bereits Einundvierzig. Es war ein langer Weg, der sich, was die Länge betrifft, (leider) auch in diesem Exkurs ausdrückt. Sei’s drum.

 

Ein netter Mensch

Die Karriere des – von den Zeitgenossen als höflich, freundlich, rhetorisch versiert sowie beim einfachen Volk als beliebt (in Geldsachen allerdings zur Verschwendung neigend) geschilderten – Gaius Julius Caesar (*100/°44 v. Chr.) begann vergleichsweise unspektakulär.

Kindheit und Herkunft

Über seine Kindheit und Jugend schweigen sich die Chroniken weitestgehend aus; sieht man einmal davon ab, dass er in Rom geboren wurde, seine Familie gut situiert, aber nicht wirklich reich war, er selbst unter anderem Latein- und Griechisch lesen und schreiben lernte und ganz allgemein über eine hervorragende Auffassungsgabe verfügt haben soll.

Erste Ehe

Jung zu heiraten war zu Caesars Zeiten keineswegs ungewöhnlich. Allerdings wird das Alter seines Eintritts in die Ehegemeinschaft (84 v. Chr.) in den Annalen unterschiedlich (die Daten schwanken zwischen fünfzehn und siebzehn Jahren) angegeben.

Im Konflikt mit der Obrigkeit

Wie alt auch immer Caesar tatsächlich gewesen sein mag; die Wahl seiner (sehr) jungen Gattin Cornelia missfiel dem gerade seine Macht etablierenden römischen Feldherrn, Konsul und Diktator Lucius Cornelius Sulla Felix (*um 138/°78 v. Chr.) aufs Heftigste. Es waren die verwandtschaftlichen Zusammenhänge, die dem reaktionären Sulla nicht passten. Cornelia war nämlich die Tochter des Konsuls Cinna (*130/°84 v. Chr.), und mit dem stand Sulla im Interessenkonflikt.

Also verlangte er die Annullierung der ehelichen Verbindung, unterstrich dieses Ansinnen mit der Auslobung eines Kopfgeldes für die Ergreifung Caesars, hatte dabei aber dessen Eigenwilligkeit total unterschätzt.

Caesar verschwand aus Rom, wurde von Sullas Häschern gefangen genommen, konnte sich freikaufen, verließ Rom erneut, nahm als Offizier an der Belagerung der Stadt Mitylene (Lesbos/Griechenland) teil, ging für einige Zeit in diplomatischer Mission nach Bithynien (Anatolien/Türkei), kehrte nach dem Tod Sullas 78 v. Chr. zurück nach Rom, verließ aber die Stadt – mangels geeigneter politischer Aufstiegsmöglichkeiten – schnell wieder.

Die Piratenstory

Auf dem Weg (per Schiff) nach Rhodos, geriet er in Gefangenschaft von Seeräubern, die ihr Engagement allerdings bitter bereuen sollten. Denn kaum wieder frei (wie auch immer ihm das gelungen sein mag), ließ Caesar die Piraten mit Hilfe eines Trupps Unterstützer aufbringen, dann erdrosseln und – doppelt hält besser – zum guten Schluss ans Kreuz schlagen.

Nun geht's looos ...

Nach diesem Freibeuter-Abenteuer nahm Caesars Karriere endlich Fahrt auf.

  • Etwa 73 v. Chr. wurde er in das Kollegium der „pontifices“ berufen, das (im weitesten Sinne) zuständig war für die Wahrung des „göttlichen Rechts“ („ius divinum“) oder, anders ausgedrückt, für ein einvernehmliches Miteinander zwischen Göttern und den Menschen.
  • Zwischen 69 und 62 v. Chr. stieg Caesar in der Hierarchie des Magistrats („Beamtenapparat“/“Behörde) vom Quästor (Finanzen) über den Posten eines Ädilen (Infrastruktur, öffentliche Spiele) bis zum Prätor (richterliche Aufgaben) auf.
  • Zwischendurch (63 v. Chr.) wurde er in das Amt des „Pontifex Maximus“ berufen (was dem „Chef“ der „potifices“ entsprach) und ging
  • ab 62/61 v. Chr. als Prätor und Statthalter nach Spanien.

Erstes Triumvirat und Prokonsul in Gallien

In Spanien zu erklecklichem Reichtum gekommen, kehrte er wenig später zurück nach Rom, bildete – gemeinsam mit Gnaeus Pompeius Magnus (*106/°48 V. Chr.) und Marcus Licinius Crassus (*115/°53 v. Chr.) – 60 v. Chr. das so genannte „Erste Triumvirat“, wurde mit Einflussnahme der beiden Genannten 59 v. Chr. endlich Konsul, dann Statthalter in Illyrien (Balkanhalbinsel) und schließlich Prokonsul in Gallien – das er zwischen 58/57 und 53/51 v. Chr. für das Römische Reich eroberte und in seinen „Commentarii de Bello Gallico“ als „Gallischen Krieg“ beschrieb …

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Die Römer (H. D. Stöver/Econ Verlag Düsseldorf-Wien)

 

 

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