Wer sagte „veni, vidi, vici“?

Julius Caesar (*100/°44 v. Chr.).

Und das kam so:

Ein Satz mit "x" – das war wohl nix

Im August 48 v. Chr. hatte Caesar den so genannten römischen Bürgerkrieg gegen seinen Ex-Mitstreiter im Ersten Triumvirat, ehemaligen Schwager und nunmehrigen Erzrivalen Gnaeus Pompeius Magnus (*106/°48 v. Chr.) in der Schlacht bei Pharsalos (heute: Griechenland) erfolgreich und endgültig beigelegt, dabei aber seinen Gegner Pompeius nicht persönlich erwischt.

Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang ...

Also verfolgte Caesar ihn bis nach Ägypten,

  • erfuhr in Alexandria vom unrühmlichen Dahinscheiden seines Widersachers, der im September 48 v. Chr. von den Schergen des ägyptischen (Kind-)Königs Ptolemaios VIII. (*um 61/°47 v. Chr.) erschlagen worden war,
  • "freute" sich über dessen ihm überreichten Kopf,
  • lernte während seines Aufenthaltes die junge und, wie es heißt, bezaubernde Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches, Kleopatra VII. (*69/°30 v. Chr.), kennen und lieben,
  • entschied, Dienst erst einmal Dienst sein zu lassen
  • und sich stattdessen für einige Monate der Leidenschaft hinzugeben –

mit dem Ergebnis, dass aus dieser Liaison ein Sohn hervorging.

Vater werden ist nicht schwer, regieren dagegen aber sehr

Aber – und auch trotz dieser (möglicherweise unverhofften?) Vaterschaft – die Regierungsgeschäfte in Rom konnten nicht ewig auf ihn warten. Immerhin hatte sich dort inzwischen wieder eine für Caesar unangenehme politische Gemengelage aus einem Kreis neuerlicher Regimekritiker und Protestler ergeben. Caesar musste also dringend zurück nach Rom.

Wer gackert, muss auch ein Ei legen

Aber Caesar wäre nicht Caesar gewesen, hätte er auf dem Rückweg nicht noch die eine oder andere Schlacht geschlagen. Es fing damit an, dass er den renitenten Bruder und ägyptischen Mitkönig Kleopatras in die Flucht schlug (wobei Ptolemaios im Nil ertrank) und somit dafür sorgte, dass Kleopatra noch für einige Jahre (bis 30 v. Chr.) das Heft Ägyptens in der Hand behalten konnte.

"Veni, vidi, vici"

Daran anschließend folgte dann 47 v. Chr. der schnelle Sieg über Pharnakes II. von Pontos in der Schlacht bei Zela (heute: Zila/Türkei). Dieser Erfolg war es, der von Caesar mit den denkwürdigen Worten „Veni, vidi, vici“ („ich kam, sah und siegte“) quittiert wurde.

Allerdings soll dieser Ausspruch nur schriftlich gefallen sein! Und zwar in einem Brief, dessen Adressat mit einiger historischen Sicherheit Caesars „Bruder im Geiste“ und Vertrauter Gaius Matius gewesen war ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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