Wer oder was waren Jakobiner?

Dominikaner? Nein, Mönche waren sie nicht – obwohl der Begriff "Jakobiner" im Französischen für Dominikaner steht. Bekannt und berüchtigt wurde der Begriff Jakobiner dagegen im Zusammenhang mit der Französischen Revolution 1789 bis 1796.

 

Wo man sich traf

Eine sich den Idealen "Liberté, Égalitè, Fraternité" - "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" verpflichtet fühlende Gruppe, der so genannte „Klub der Verfassungsfreunde“, hatte sich als ihren Versammlungs- und Tagungstreffpunkt das – heute nicht mehr existierende – Dominikaner-(Jakobiner) Kloster „Saint Jacques“ in Paris auserkoren.
Daher der Name Jakobiner, unter dem sich im weiteren Verlauf der Revolution überall im Land radikal-politisch motivierte Gruppierungen zusammenfanden.

 

Wer gewählt wurde

In der Person des prinzipientreuen, unbestechlichen Anwalts Maximilien Robespierre (*1758/°1794) fanden die Jakobiner ihren – 1790 zum Präsidenten gewählten – allseits anerkannten Kopf.
Robespierre, selbst Vertreter des „dritten Standes“ innerhalb der in Frankreich bis dahin üblichen „Versammlung der Generalstände“ (-> Adel, Klerus, Bürger/reiche Bauern), stritt sowohl dort, als auch in der im Juni 1789 vom dritten Stand ausgerufenen Nationalversammlung sowie später im 1792 etablierten Nationalkonvent vehement für, zum Beispiel, ein allgemeines Wahlrecht, Pressefreiheit, Abschaffung der Privilegien des geistlichen Standes sowie etwa ab 1791 für die Abschaffung der Monarchie.
Und in der Tat!
Auf dem Weg dorthin wurden die üppigen Sonderrechte des Adels abgeschafft, die Kirche enteignet, die Menschenrechte formuliert und ausgerufen und unter Einbeziehung der unterprivilegierten Massen (-> „Sansculotten“ – „sans culotte/ohne Kniebundhose“) konsequent für die Gründung einer Republik geworben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige