Welche Ziele verfolgten die Jakobiner, Girondisten und Sansculotten?

Das Kredo des „Klubs der Jakobiner“ bestand in der Abschaffung der Monarchie. Grundlage ihres Trachtens nach der gesellschaftlichen Gleichheit aller Menschen waren die Ausführungen des Philosophen und Naturforschers Jean-Jacques Rousseaus (*1712/°1778), nach dessen Grundvorstellung alle Menschen von Natur aus zwar gut seien, bedauerlicherweise aber von der sie umgebenden Gesellschaft negativ beeinflusst würden.

 

Jakobiner - zuerst moderat, dann extrem

So gesehen hielten die Jakobiner die zum Zeitpunkt der Französischen Revolution vorherrschende Ungleichheit für das Ergebnis einer feudalen und durch Herkunft, Bildung und Wohlstand privilegierten Oberschicht.
Diesem Zustand sollte mit der Einführung eines republikanischen Staatswesens – einhergehend mit dem Eintreten für das in prekären Verhältnissen lebende einfache Volk – dringend abgeholfen werden.
In der Durchsetzung der Ziele nicht zimperlich und von ausartendem Extremismus geprägt, gipfelte dieser Anspruch zum Ende hin allerdings in der so genannten „jakobinerischen Schreckens- sprich: Terrorherrschaft“.

 

Girondisten

Die gemäßigten „Girondisten“, überwiegend aus gut situiertem Bürgertum des Départments Gironde im Westen Frankreichs stammend, sahen das alles etwas anders. Zwar votierten auch sie für eine Verringerung königlicher Macht, sprachen sich ebenfalls gegen die Unterdrückung so genannter „niederer Klassen“ aus, hielten die Möglichkeit einer freien Entfaltung des Einzelnen durchaus für angebracht, konnten sich aber unter Beschränkung auf Rechtsgleichheit mit einer konstitutionellen Monarchie anfreunden.
Mit zunehmendem Machteinfluss der Jakobiner unter Robespierre, wurden die Girondisten 1793 aus dem Konvent verdrängt und im Zuge verschärfter Terrorgesetzte in nicht unbeträchtlicher Anzahl verhaftet und zum Teil hingerichtet.

 

Sansculotten

Als „Sansculotten“ wurden die aus dem einfachen Volk (-> Drittem Stand) stammenden Handwerker, Kleingewerbetreibenden, Arbeiter und Bauern bezeichnet, die sich – ganz im Sinne Robespierres – für die Durchsetzung durchaus vergleichbarer Ziele (-> zum Beispiel für die soziale und wirtschaftliche Gleichstellung der unteren Schichten) zu Unterstützern der Jakobiner rekrutieren und zum Anzetteln von Aufständen benutzen ließen.

Der Begriff „Sansculotten“, abgeleitet von „sans-culotte“, kommt aus dem Französischen und bedeutet „ohne Kniehosen“.
Kniehosen und Seidenstrümpfe trugen zu der Zeit ausschließlich die Reichen und Schönen.
Keine Kniehosen, dafür aber lange Hosen (-> pantalons) zu tragen, sollten also den Gegensatz zur Aristokratie deutlich machen.
Ursprünglich als Spottname benutzt, wurde der Begriff „Sansculotte“ in Frankreich später zur Bezeichnung für radikale Republikaner.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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