In welchen Zusammenhang standen Revolutionstribunal, Schreckensherrschaft und Guillotine?

Das Revolutionstribunal war die fadenscheinige Grundlage für die unter Robespierre (*1758/°1794) ausufernde so genannte Schreckensherrschaft der Jakobiner. Die Guillotine war ihr Instrument.

 

Ausgangslage

Die große Stunde der Jakobiner kam, als das von der Entwicklung in Frankreich keineswegs amüsierte Ausland sowie die prekäre Wirtschaftslage des Landes eine zunehmende Bedrohung für die aufstrebende Republik darstellte. Um dem zu begegnen und die soeben erworbenen Zuständigkeiten zu zementieren, drängte der Konvent auf eine zügigere Durchsetzung seines Machtanspruchs.

 

Ein Tribunal muss her

Ein Revolutionstribunal (-> Gericht zur Verurteilung unliebsamer und obstinater Gegner des republikanischen Gedankens) unter dem Dach des von Robespierres geführten – eigentlich für die Kontrolle des Konvents zuständigen – Wohlfahrtsausschusses wurde ins Leben gerufen, und mit der notwendigen Durchführung betraut.

 

Ein Schuldiger wird gesucht und gefunden

Schnell wurde König Ludwig XVI. (*1754/°1793) als Schuldiger an der misslichen Lage der Nation ausgemacht. Im August 1792 stürmten Aufständische die Tuilerien in Paris. Ludwig wurde verhaftet, eingesperrt, und nur noch mit „Bürger Louis Capet“ angesprochen. Nach einem kurzen Prozess im Dezember d. J., wurde Ludwig XVI. im Januar 1793 auf dem Schafott enthauptet.

 

Die "Kopf ab" - Periode

Es begann die in den Geschichtsbüchern viel zitierte von 1793 bis 1794 andauernde „Schreckensherrschaft“ der Jakobiner, deren Terror mit dem „Gesetz über die Verdächtigen“ vom Konvent sanktioniert wurde und in wenigen Monaten tausenden vermeintlichen Republikgegnern den Kopf kostete. Dabei soll es sich um mindestens zwanzigtausend Opfer gehandelt haben. Es können aber durchaus auch bis zu Vierzigtausend gewesen sein - die Zahlen schwanken. Je nach Quelle ...

 

Das Ende zeichnet sich ab

Aber dann wendete sich das Sprichwort „Ne fais pas à l'autre ce que tu n'aimerais pas qu'il te fasse“ („Was du nicht willst, das man dir tu´, füg´ auch keinem ander´n zu“) gegen Robespierre. Sein offensichtlicher Extremismus in der Erreichung seiner Ziele führte letztlich zu seinem (verdienten!?) Ende.
Die Umstände hatten sich nämlich geändert.

 

Verhaftung, Suizidversuch und Guillotine

Die französisch/österreichischen Auseinandersetzungen fielen im Juni 1794 zu Gunsten der Franzosen aus, die wirtschaftliche Lage verbesserte sich, die Terrorgesetze erschienen nicht mehr "en vogue" und Robespierres diktatorisches Wirken und Wüten wurde obsolet.
Am 27. Juli wurde er im Pariser Rathaus verhaftet.
Ein Suizidversuch scheiterte.
Eine Kugel soll ihm zwar den Kiefer zerschmettert haben, schützte ihn am darauf folgenden Tag aber nicht vor der Guillotine.
Mit dem „Kopf ab“ Robespierres endete auch der „Klub der Jakobiner“.
Lediglich der Begriff (Jakobiner) wurde/wird ab und an noch als Synonym für radikale Gesinnungsgenossen revolutionärer Umtriebe benutzt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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