Woraus bildete sich die so genannte „Nationalversammlung“ zu welchem Zweck?

Aus der „Versammlung der Generalstände“.
Das Ziel der vom "Dritten Stand" angestrebten und nach längerem Hin und Her auch vom Adel und Klerus unterstützen Bildung der „Nationalversammlung“, galt zu jenem Zeitpunkt keineswegs der unbedingten Abschaffung der Monarchie, sondern war lediglich die schlichte Forderung, allen Bürgern – unabhängig welchen Standes – ein Mitentscheidungsrecht bei der politischen Meinungs- und Willensbildung einzuräumen.

 

Wer zuletzt lacht

Ludwig XVI. (*1754/°1793), unbelehrbar und nach wie vor in feudal-monarchischer Denke zu Hause, sah das zwar ganz anders und versuchte die Vertreter des "Dritten Standes" mit allen Mitteln an weiteren Versammlungen zu hindern, hatte aber den Volkswillen sträflich unterschätzt.
Denn im Ballsaal des Schlosses Versailles kam es im Juni 1789, ermutigt und bestärkt vom einen oder anderen Vertreter des ersten und zweiten Standes, zum so genannten „Ballhausschwur“ – sinngemäß: „… sich nicht eher zu trennen, bevor eine Verfassung verabschiedet ist und anderenfalls nur den Bajonetten zu weichen …“.
Was folgte, war ein erneutes zähes Ringen seitens Ludwig XVI. um den Erhalt seiner absoluten Einflussnahme. Letztlich endete das Tauziehen mit dem „Sieg“ des "Dritten Standes".

 

Wer Sturm sät wird Sturm ernten

Die Institution der Nationalversammlung wurde zur „Verfassung gebenden Versammlung“ für alle Franzosen, Frankreich vorübergehend zur konstitutionellen Monarchie und - nichtsdestotrotz - stürmten tausende, durch Missernten, Wirtschaftskrise und überproportionale Steuerbelastung in Armut und Verelendung getriebene Menschen, am 14. Juli 1789 die Bastille, ein in die Jahre gekommenes Staatsgefängis in Paris.
Dieses Datum brachte die Französische Revolution ins Rollen, und wurde später (bis heute) zum Nationalfeiertag Frankreichs ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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