Wer war Adolf I. von Nassau?

Adolf (*um 1250/°1298), aus dem Adelshause der Nassauer, wurde 1277 Graf von Nassau, war aber weitestgehend mittellos und ohne wirklichen Einfluss. Trotzdem, oder gerade deswegen, wählten ihn die Kurfürsten 1292, ein Jahr nach dem Ableben Rudolfs I. von Habsburg, zum römisch-deutschen König, nachdem man (vorerst) alles daran gesetzt hatte, die Nachfolge von Rudolfs Sohn, Herzog Albrecht von Österreich, zu verhindern.

 

Reichlich Backschisch, und doch kein Erfolg

Wie in einschlägigen Quellen nachzulesen ist, soll die Wahl Adolfs von Nassau mit umfangreichen gegenseitigen Bestechungen, mit Korruption und unlauteren Versprechungen Adolfs zu Gunsten der Kurfürsten zu tun gehabt haben. Sei´s drum! Während seiner gut sechsjährigen Zeit als König, war Adolf zwar durchaus bemüht - unter anderem auch durch Heiratspolitik - eine eigene Hausmacht aufzubauen, war dabei aber wenig erfolgreich. Und der Versuch eines - gegen die Abhängigkeit von den Kurfürsten beabsichtigten und gegen Frankreich gerichteten - Bündnisses mit England, scheiterte ebenfalls kläglich.

 

Die Lage wird erst

Und dann drehte sich der Wind. Er blies jetzt sozusagen kräftig von vorn. Denn, obwohl Adolf in seinen Bestrebungen glücklos blieb, waren die Kurfürsten ob seiner letztlich auch gegen sie gerichteten Aktivitäten „abselutely not amused“. Im Juni 1297 verständigten sie sich in Prag über die Absetzung Adolfs I. von Nassau, und im Sommer des Folgejahres setzten sie ihr Ansinnen auf perfide Weise durch. Adolf wurde - in Abwesenheit - wegen angeblichen Eidbruchs, Blasphemie, Landfriedensbruch und anderer obskuren Schandtaten der Prozess gemacht und des Amtes enthoben.

 

In der Politik ist alles möglich

Im Gegenzug wählten die Kurfürsten jetzt den Mann, gegen den sie vor Jahren noch scharf opponiert hatten, nämlich den Grafen Albrecht V. von Habsburg (-> auch: "von Österreich"), zum neuen König.

 

Tod auf dem Schlachtfeld

Von allem scheinbar unbeeindruckt, die Durchsetzung seiner Absetzung stand ja noch aus, stellte sich Adolf I. von Nassau im Juli 1298 in der "Schlacht bei Göllheim" (-> Rheinland-Pfalz) den Truppen Albrechts, kämpfte tapfer, fand aber letztlich dort den Tod. Nach einem Umweg über das Zisterzienserinnenkloster Rosenthal, wurden seine sterblichen Überreste 1309 in den Dom von Speyer überführt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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