Wer war König Ottokar II. von Böhmen?

Ottokar Prémysl (*1233/°1278), väterlicherseits aus dem böhmischen Adelsgeschlecht der Prémysliden, mütterlicherseits aus der Linie der Staufer (-> Urenkel Kaiser Friedrichs I. Barbarossa; *etwa 1122/°1190) stammend, wurde 1253 – nach dem Tod des Vaters, Wenzel I. (*1205) – als Ottokar II., König von Böhmen.

 

Vermögen statt Königsjob

Bereits zu dieser Zeit galt Ottokar als einer der reichsten Fürsten. Im Laufe der Jahre mehrte er seinen Besitz erheblich. Um 1270 herum  herrschte er über Böhmen, Mähren, Österreich sowie die, seiner Zeit noch nicht dazu gehörende Steiermark und Kärnten. Schließlich verfügte er über einen Machtbereich, der vom heutigen Tschechien bis an die Grenzen der Republik Venedigs reichte. Die Möglichkeit, deutscher König zu werden, schlug er allerdings ein, zweimal aus. Jedes Mal, wenn diese Frage an ihn herangetragen wurde, schienen ihm die Vermehrung von Geld und Gut wichtiger gewesen zu sein, als die mit dem Job eines König verbundene Verantwortung zu schultern.

 

Ernste Schwierigkeiten

Als aber 1273 Rudolf I. von Habsburg zum römisch-deutschen König gewählt wurde, war er doch nachhaltig vergrätzt. Bei dessen Wahl glänzte er durch Abwesenheit. Dann, 1276, geriet er in ernste Schwierigkeiten. Bereits ein Jahr zuvor von Papst Gregor X. (*1210/°1276) wegen Bockigkeit mit dem Bann belegt, wandten sich jetzt - in einem so genannten "Reichskrieg" unter Führung Rudolfs I. von Habsburg - Ungarn, die Steiermark, Kärnten und sogar der Adel Böhmens und Mährens gegen ihn.

 

Das bittere Ende

Trotz eines im November/Dezember 1276 in Wien (halbherzig) geschlossenen Friedens, standen sich beide Parteien im August 1278 erneut Waffen klirrend gegenüber. Während die als „Schlacht auf dem Marchfeld“ (-> bei Dürnkrut in Niederösterreich) in die Annalen eingegangenen Kampfhandlungen, von Rudolf - allerdings, so heißt es, nicht ganz regelkonform - gewonnen wurde, verlor Ottokar sein Leben - er wurde auf der Flucht von steirischen Rittern, möglicherweise aus Motiven persönlicher Rachsucht, erschlagen.

 

Was bleibt?

Der Nachwelt aber bleibt Ottokar II., König von Böhmen, als Grundsteinleger der Wiener Hofburg und des Stephandoms in Erinnerung … 

Autor: Manfred Zorn

 

 

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