Wer oder was waren die Ghibellinen und Guelfen?

Beide Gruppierungen, die Ghibellinen und Guelfen, waren die im Mittelalter bedeutendsten Streithanseln in Italien.

Der Name Ghibellinen, das waren die Kaisertreuen, geisterte bereits zu frühen Zeiten des Stauferkaisers Friedrich II. durch die politische Landschaft, und bezog sich auf die Stauferstadt Waiblingen.

Die Gegenpartei, die Guelfen, leiteten ihren Namen vom Begriff „Welfen“ ab, standen auf Seiten der Päpste und waren demnach kaiserfeindlich eingestellt.

Im politischen Alltagsgeschäft war die Parteinahme - entweder für den Kaiser oder für den „Heiligen Stuhl“ - nicht immer eindeutig. Je nach Interessenlage, konnte Zustimmung und/oder Ablehnung politischer Gegebenheiten durchaus wechselseitig stattfinden. Das mussten, unter anderen, auch Heinrich VII. von Luxemburg (*1278/°1313) und Ludwig IV. (*1282/°1347) erfahren.  

 

Anmerkung

  • Staufer, ein schwäbisches Adelsgeschlecht, das seinen Namen von der Burg Hohenstaufen in der Schwäbischen Alb herleitet und mit Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II. drei bedeutende Kaiser des Mittelalters gestellt hat,
  • Friedrich II., *1194/°1250, König von Sizilien, deutscher König, ab 1220 bis 1250 römisch-deutscher Kaiser,
  • Waiblingen (-> Baden-Württemberg), z.Z. der Staufer ein so genanntes Königsgut -> ein dem König/Kaiser unterstehender Grundbesitz,
  • Welfen, fränkisches Adelsgeschlecht,
  • "Heiliger Stuhl", steht sowohl synonym für den Papst, als auch für die Gesamtheit der Kurie (-> nicht zu verwechseln mit dem Vatikanstaat).

Autor: Manfred Zorn

 

 

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