Was hat Karl IV. mit Prag zu tun?

Oh, eine ganze Menge! Im Jahr 1316 in Prag geboren, hatte Karl IV. schon von Jugend auf eine besondere AffinitĂ€t zu seiner Geburtsstadt. Nach seiner Kaiserkrönung 1355, machte er Prag nicht nur zur ersten „festen“ Haupt- und Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches, sondern legte 1348 mit dem Bau einer dreieinhalb Kilometer langen Stadtmauer auch den Grundstock zu einer sich bestĂ€ndig weiterentwickelnden europĂ€ischen Metropole.

Mit dieser Maßnahme, die gleichzeitig eine bauliche Umgestaltung vorhandener Strukturen zur Folge hatte, entstand mit der so genannten "Prager Neustadt" ein um das dreifache vergrĂ¶ĂŸertes Stadtgebiet. Und denjenigen, die sich in dem neugeschaffenen Siedlungsgebiet - zwischen Wenzelsplatz, Karlsplatz und Heumarkt - niederlassen wollten, versprach Karl eine zwölfjĂ€hrige Steuerfreiheit.

DarĂŒber hinaus sind noch heute, unter anderem,

  • die 1348 gegrĂŒndete Ă€lteste UniversitĂ€t (-> „KarlsuniversitĂ€t“),
  • die Ausgestaltung der Prager Burg (-> heute: Residenz des tschechischen PrĂ€sidenten) auf dem Hradschin, das ist ein HĂŒgel/Berg am linken Moldauufer, der so genannten „Kleinseite“,
  • die KarlsbrĂŒcke mit dem AltstĂ€dter BrĂŒckenturm sowie
  • die Inangriffnahme des Wiederaufbaus der St.Veits Kathedrale (-> „Veitsdom) im gotischen Stil

mit seinem Namen verbunden.

Ob nun aber die Bezeichnung Prags als „Goldene Stadt“ auf Karl IV., der vermeintlich die TĂŒrme der Prager Burg vergolden ließ, oder aber auf den spĂ€teren Kaiser Rudolf II. (*1552/°1612), der angeblich die im „Goldenen GĂ€sschen“ nach Gold suchenden Alchimisten unterstĂŒtzt haben soll, zurĂŒckzufĂŒhren ist, scheint nicht wirklich geklĂ€rt zu sein. Egal!

Fakt bleibt, dass die Hauptstadt Tschechiens seit Generationen von Einheimischen und Touristen mit den Attributen „Paris des Ostens“ und/oder „Goldene Stadt“ belegt wird 
 

Autor: Manfred Zorn

 

 

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