Wie und wann entstanden die mittelalterlichen „Dörfer“?

Alles begann mit der Völkerwanderung (-> etwa 4. bis 6. Jahrhundert), der Zeit zwischen Spätantike und frühem Mittelalter.

 

Anfänge

Das Weströmische Reich befand sich im Niedergang; germanische Stämme, zum Beispiel Franken, Sachsen, Thüringer, Alemannen und andere, teilten die eroberten Gebiete sozusagen unter sich auf, und wurden zumeist auf Einzelhöfen oder in kleineren Siedlungen (-> das waren gewissermaßen Zusammenlegungen weniger, getrennt von einander liegender Höfe zu einer Dorfgemeinschaft), sesshaft.

 

Relikte aus römischer Zeit

Städte gab es zu der Zeit noch nicht, und die nicht nennenswerte Anzahl aus römischer Zeit nachgebliebenen Orte wie zum Beispiel Trier, Köln, Bonn, Xanten oder Augsburg waren im Frühmittelalter so gut wie unbewohnt und mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben.

 

Dörfer

Mit der Zunahme des Bevölkerungswachstums (-> etwa ab dem 11. Jahrhundert), wuchsen dann die Siedlungen und mit ihnen die durch Rodung erweiterten Anbauflächen. Es entstanden unter anderen sogenannte Reihen-, Straßen-, Anger-, Haufen- und Rundlingsdörfer. Für die Bewohner entwickelte sich diese Siedlungsform zum sozialen, wirtschaftlichen und politisch/gerichtlichen Mittelpunkt ihrer Lebensbedingungen.

 

Der "Schultheiß"

Mit der Auflösung des Fronwesens (-> etwa 12. Jahrhundert), die den Bauern – trotz zwar gelockerter, aber weiterhin bestehender Abhängigkeit vom Grundherren – mehr Selbständigkeit brachte, entstand so etwas wie eine Dorfverwaltung, wahrgenommen von einem vom Grundherrn eingesetzten Verwalter, dem „Schultheiß“.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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