Wie lebten eigentlich die Bauern des Mittelalters?

Einfach, um nicht zu sagen: Beschwerlich! Wohnraum, Stallungen und Speicher waren unter einem Dach, die Möblierung spärlich – von Komfort konnte keine Rede sein. Der Arbeitstag begann mit Sonnenaufgang und endete mit Einsetzen der Dunkelheit. Die Tätigkeit bestand – jeweils den Jahreszeiten angepasst – schlicht in allem, was eben mit Ackerbau und Viehzucht zu tun hat.

 

Kinder, Küche, Kirche

Über die Feldarbeit hinaus, hatten die Frauen jener Zeit für den Haushalt zu sorgen, zu schneidern und – natürlich – für die Erziehung der (meistens) zahlreichen Kinder zu sorgen: Kinder, Küche, Kirche! Zusätzlich umfasste die Arbeit auf dem Hof alle handwerklich notwenigen Tätigkeiten (-> die sich mit dem Aufkommen der Städte in selbstständige Handwerksberufe wandelten).

 

Ehe & Kinder

Eheliche Verbindungen wurden überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Die Mitgift der Braut war dabei ein wesentlicher Aspekt. Und die Fortpflanzung! Kinder trugen notwendigerweise zur Unterstützung in der Feldarbeit bei. Allerdings, die Kindersterblichkeit war hoch, die Schwangerschaften daher häufig. Die allgemeine Lebenserwartung lag etwa zwischen (-> im Durchschnitt) vierzig und fünfzig Jahren. Bis ins Spätmittelalter hinein, also bis zum langsamen Entstehen von Schulen, gab es für den dritten Stand so gut wie keine Bildungsmöglichkeiten.

 

Kirchweihfeste

Alles in allem, das Leben der Bauern, das sich überwiegend in dörflichen Gemeinschaften abspielte, war – mit den Ausnahmen, die die Regel bestätigen – nicht gerade prickelnd und im Laufe der Epoche des Mittelalters durchaus auch gesellschaftlichen Veränderungen (manchmal besser, manchmal schlechter) unterworfen. Wie auch immer, hin und wieder gab es selbstverständlich auch Gelegenheiten, Kirchweihfeste zum Beispiel, bei denen die Menschen durchaus ausgelassen und oft auch zügellos feierten – Schlägereien dabei nicht ausgeschlossen.

 

Die beiden Bruegels

Zu betrachten ist das, unter anderen, in den Gemälden der beiden niederländischen Bruegels, Pieter dem Älteren und Pieter dem Jüngeren, die Jahre später (-> im 16/17. Jahrhundert) sowohl die Arbeitsbedingungen, als auch die feucht-fröhlichen Feste der Bauern festgehalten haben.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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