Was und welche Zeit umfasst der Begriff „Spätmittelalter“?

Der Begriff „Spätmittelalter“ bezeichnet die Zeit ab etwa Mitte/Ende des 13. Jahrhunderts bis ungefähr zum Ende des 15. Jahrhunderts. Vielleicht auch etwas früher, so ganz genau lässt es sich nicht festmachen. Wie auch immer – in diese circa 200 bis 250 Jahre fallen so elementare Ereignisse und/oder Entwicklungen wie Hungersnöte, die Pest, Entvölkerung, der langsame aber stetige Niedergang Ostroms (-> Byzanz) und des Rittertums sowie der 100-jährige Krieg (1337-1453) zwischen Frankreich und England.

 

Erst die Pest, dann die Zeit der Kaufmannsfamilien und Entdecker

Neben diesen eher schrecklichen Geschehnissen, war das Spätmittelalter unter anderem aber auch die Zeit der Entdeckungen (-> Christoph Columbus, Vasco da Gama), der Hanse, der Fugger, Welser und der Medici. Neue Handelswege und Märkte wurden erschlossen, was wiederum die Wirtschaft boomen ließ. Die durch erfolgreiches kaufmännisches Handeln und Wirken zu Reichtum gekommenen Patrizierfamilien der Fugger, Welser und Medici gerierten sich als Finanziers von Kaisern, Königen und Päpsten – ein in der Folgezeit sich mehr und mehr durchsetzendes Finanz-, Kredit- und Bankwesen war entstanden.

Die Wiederentdeckung griechischer und römischer Kultur – einhergehend mit der Erfindung des Buchdrucks – führte schließlich zu einer geistigen, politischen und gesellschaftlichen Veränderung, die das Spätmittelalter in der Epoche der „Renaissance“ aufgehen ließ.

Autor: Manfred Zorn

 

 

Verwandte Beiträge

Google-Anzeige Google-Anzeige Google-Anzeige