Was ist unter dem Begriff „Frühmittelalter“ zu verstehen?

Im Laufe des 6. Jahrhunderts verlor das sogenannte „Antike Rom“ zunehmend an Stärke und Einfluss. Germanische Völker, zum Beispiel die Franken, Sachsen und Langobarden, hatten sich im Süden und Westen des „Römischen Reiches“ niedergelassen, etablierten ihre eigenen Sitten und Bräuche, gründeten neue Königreiche, assimilierten die römischen Bürger und christianisierten die von ihnen unterworfenen Völker.

Das kulturelle Erbe des antiken Rom verlor sich dabei mehr oder weniger in eine Gesellschaft, die Viehzucht und Ackerbau zum überlebensnotwendigen Kriterium erhob. Bereiche wie Kultur, Wissen und Bildung wurden fast ausschließlich nur in Klöstern gepflegt. Lesen und Schreiben wurde Sache der Mönche. Die Macht der Bischöfe und Äbte wuchs. Sie entschieden über das, was der „gute“ Christ erfahren sollte – oder auch nicht.

 

Ab Otto dem Großen dann das Hochmittelalter

Eingang in das Bildungswesen fanden Kunst, Literatur und Architektur (-> „Karolingische Renaissance“) langsam wieder unter Karl dem Großen (*etwa 747/78 - °814), auf den auch der Begriff „Vater Europas“ zurückzuführen ist. Mit der Teilung des Karolingerreiches 843 durch seine Nachfolger, begannen für diese die Schwierigkeiten der Besitzstandswahrung in der Auseinandersetzung mit Wikingern und Magyaren. Dann, mit der Wiederherstellung militärischer und politischer Macht sowie der Gründung des „Heiligen Römischen Reiches“ 962 durch Otto I., dem Großen, wird – nach landläufiger Meinung der Geschichtsforschung – schließlich der Beginn des Hochmittelalters gleichgesetzt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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