Herbergen und Hygiene im Mittelalter – was konnte der Reisende erwarten?

Wenig, sehr wenig. Das Hygienebewusstsein jener Zeit war nicht sehr ausgeprägt. Aber der Reisende hat wohl auch nicht viel vermisst, war der Mensch des Mittelalters doch an Gestank gewöhnt. Abfall, Trödel, Kehricht und Fäkalien fanden ihren Weg durchs Fenster auf Straßen und Wege. Entsorgung light, sozusagen.

Dazu blieb – mangels nicht vorhandener Müllentsorgung – alles liegen: Tierkadaver, Schlachtabfälle, Gerümpel und anderes mehr. Da sich auch die Körperpflege (von der Nutzung der Badehäuser einmal abgesehen) in engen Grenzen hielt, Waschen und Baden oft mangels passender Möglichkeiten mehr oder weniger Seltenheitscharakter hatten, muss üppiger Körpergeruch allgegenwärtig gewesen sein. Also, was machte es dann, wenn Toiletten und Bad nur in Ausnahmefällen in den Herbergen vorzufinden waren? Manchmal standen Nachttöpfe zur Verfügung. Auch nicht prickelnd, wenn da niemand ist, an den das Entleeren delegiert werden kann. In den häufigsten Fällen wurden dieserart Geschäfte daher schlicht und einfach im Freien erledigt.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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