Was bedeutete es eigentlich – Reisen im Mittelalter?

Reisen im Mittelalter war keineswegs ein angenehmer, lustiger oder gar bequemer Zeitvertreib. Meistens waren die Menschen auf Schusters Rappen unterwegs. Nur wenige – und das waren in der Regel Adelige, Ritter oder begüterte Kirchenleute – konnten auf Ochsen, Esel, Maultiere oder gar Pferde und Kutschen zurückgreifen.

Nicht nur die Gefahren der Natur, die unterschiedlich zum Reisen geeigneten Umstände der Jahreszeiten, des Klimas oder die Wahl geeigneter Kleidung waren zu beachten, auch vor Wegelagerern, korrupten Wirts- Fähr- und Zollleuten oder sonstigen Spitzbuben hieß es, sich zu schützen. Wenn irgend möglich, wurde daher gern in Gruppen gereist – nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark.

 

Brücke leider gesperrt

Und dann gab es noch die Gemeinheiten schlecht ausgebauter Straßen und Wege, fehlender oder zerstörter Brücken sowie oft unpassierbarer Gebirgspässe – alles in allem waren das denkbar ungünstige Begleiterscheinungen für ein entspanntes Reisen. Das wurde für Wallfahrer, Kaufleute, Missionare, Ritter, Bettler, Vagabunden, Kuriere, Studenten, Gesellen oder wer auch immer sonst noch von A nach B musste, erst ab etwa Mitte des 13. Jahrhunderts mit der Einsicht in eine Verbesserung und den damit einhergehenden Ausbau von Straßen, Wegen und Brücken langsam etwas „komfortabler“.

Fazit: Wer im Mittelalter – aus militärischen, politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Gründen – reisen musste, hatte in jedem Fall ein beschwerliches Unterfangen zu bewältigen. Mit Erholungs- oder Ferienreisen hatte das nichts zu tun.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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