Wie war das eigentlich so mit der Körperpflege im Mittelalter?

Unterschiedlich, das heißt – im Wesentlichen scheint es eine Sache der wirtschaftlichen Verhältnisse gewesen zu sein.

Während anzunehmen ist, dass der Adel, die Oberschicht der Bürger in den sich entwickelnden Städten sowie die eine oder andere Gruppe der Mittelschicht (-> Handwerker, Geistliche, Ärzte u.a.m.) Körperpflege durchaus zu schätzen wusste, wurde tägliches Waschen im Mittelalter alles in allem eher zurückhaltend betrieben – was sicherlich auch auf mangelnde Möglichkeiten einer entsprechenden Wasserversorgung zurückzuführen sein mag.

 

Haare waschen wichtiger als Zähne putzen

Zum Glück gab es aber die segensreiche Einrichtung der Badehäuser, die vor Festtagen und sonstigen wichtigen Begebenheiten, aber traditionell auch oft an Samstagen ausgiebig genutzt wurde. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Pflege der Haare gelegt. Haare waschen, färben und sorgfältig kämmen, scheint – den Annalen zur Folge – ein gesellschaftliches Muss gewesen zu sein. Männer ließen sich vom Bader rasieren und, bei Bedarf, die Bärte stutzen. Dass auch das Zähneputzen eigentlich eine wichtige Angelegenheit sein könnte, darüber wurde im Mittelalter nicht weiter nachgedacht. Niemand scheint mehr gewusst zu haben, dass Zahnpflege bereits bei den Ägyptern und Römern Teil der Körperpflege gewesen war.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Geschichte/Heft 2/08 (Sailer Verlag Nürnberg)

 

 

 

 

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