Wie sah es aus – das Aufgabengebiet eines Baders?

Zum einen war der Bader Betreiber der Badestuben, zum anderen war er im weitesten Sinne so etwas wie heutzutage der Notfallarzt.

Neben seiner Tätigkeit als Friseur und/oder Masseur verrichtete der Bader auch das Geschäft der Ersten Hilfe – vom „zur Ader lassen“ über das Zähneziehen und das Versorgen von Brüchen bis hin zu kleineren – durchaus blutigen – Operationen.

Obwohl der Medicus, also ein Arzt/Mediziner, im Gegegnsatz zum Bader eine Universitätsausbildung hatte, kannte sich der Bader aufgrund seiner praktischen Tätigkeit häufig sehr viel besser mit der menschlichen Anatomie aus. Allerdings musste auch der Bader zuvor eine Ausbildung absolvieren. Und die war nicht ohne. An drei Jahre Lehre sowie eine Reihe weiterer Jahre in Ausübung seiner Kenntnisse auf Wanderschaft schloss sich eine kostenintensive Prüfung vor seiner Zunft an. Erst dann, bei bestandener Prüfung, durfte er sich Bader nennen und seine eigene „Praxis“, in der Regel ein Badehaus, eröffnen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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