Unterlagen die „Frauenhäuser“ des Mittelalters bestimmten Auflagen?

Durchaus! „Frauenhäuser“ (-> Bordelle) sollten zum Beispiel keinesfalls stadtnah sowie möglichst fernab kirchlicher Einrichtungen gelegen sein (was sich allerdings nicht in jedem Fall durchsetzen ließ).

Außerdem verlangten die Verantwortlichen der zuständigen Stadtämter ein für die Zeit respektables Hygienebewusstsein, gestatteten den Besuch dieser Etablissements ausschließlich ledigen Männern (was allerdings nicht ausschloss, dass auch Ehe- und Kirchenmänner ausgiebig von den sich bietenden Verlockungen Gebrauch machten), verboten die Öffnung der Häuser anlässlich kirchlicher Feiertage, untersagten dem sogenannten „Frauenwirt“ das „Schlagen“ der Frauen und – last but not least – unterlagen die Prostituierten einer bestimmten Kleiderordnung (zur besseren Unterscheidung von „ehrbaren“ Frauen) in den „Schandfarben“ rot, gelb und/oder grün.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Geschichte; Heft 2/08 (Sailer Verlag Nürnberg)

 

 

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