Wie und wo lebten die Scholaren?

Studenten (und Lehrer) des Mittelalters lebten nach strengen Regeln. Sofern nicht die Möglichkeit privater Unterbringung (bei Eltern, nahen Verwandten) gegeben war, lebten sie in sogenannten „Bursen“ (-> ursprünglich lat.: „Bursa“ -> „Beutel, Börse“ -> später synonym für „Gemeinschaftskasse“. Heute würde man „Studentenwohnheim“ dazu sagen).

Um 20 Uhr war Zapfenstreich, wenig später hieß es: „Licht aus!“. Allgemeine Umgangssprache innerhalb der Universität und der „Bursa“ war Latein. Hielt sich jemand nicht daran, wurde er bestraft. Überhaupt war so ziemlich alles das, was Spaß macht, verboten.

So war das „Einschleusen“ der holden Weiblichkeit in die Räumlichkeiten der Uni untersagt, ebenso das Ärgern unbescholtener Bürger, das Glücksspiel und/oder der Umgang mit Dirnen, Gauklern oder anderen „Ausgestoßenen“. Zogen die Scholaren es vor, außerhalb der Uni zu wohnen, kamen sie in der Regel vom Regen in die Traufe.

 

Studentenleben kein Zuckerschlecken

Da gab es zum Beispiel die Pilgerherbergen, in denen man zusammen mit Kranken und Bedürftigen aller Art wohnte und lebte sowie die im Mittelalter als Kollegium bezeichneten klosterähnlichen Einrichtungen, in denen selbst das Singen nicht erlaubt war – es sei denn, man nahm gerade an einer der obligatorischen Gebetsveranstaltungen teil.

Langer Rede, kurzer Sinn: Das Studentenleben war absolut kein Zuckerschlecken. Studieren war teuer, alles musste irgendwie bezahlt werden – die Immatrikulation, die Prüfungen, das reglementierte Outfit ebenso, wie die Erlangung der Doktorwürde sowie die damit einhergehenden Abschlussfeierlichkeiten. Wer das bis zum Ende durchgehalten hat – alle Achtung!

Autor: Manfred Zorn
Quelle: Geschichte; Heft 2/08 (Sailer Verlag Nürnberg)

 

 

 

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