Was ist eigentlich unter einem „Zwinger“ zu verstehen?

Hatten potentielle Feinde Burggraben, Zugbrücke und Fallgitter einer Burg wider Erwarten überwunden, gelangten sie üblicherweise in einen Bereich zwischen Außen- und Innentor, der – vermutlich wegen seiner Enge und damit verbundener eingeschränkter Bewegungsfreiheit – „Zwinger“ genannt wurde.

Überdies in der Regel von oben auch noch einsehbar, bot dieses Terrain naturgemäß mehr Vorteile für die Verteidiger, da die auf diesen knappen Raum heranstürmenden Eindringlinge (insbesondere wegen der ungünstigen örtlichen Voraussetzungen) üblicherweise leicht zu "bezwingen" waren. An eine adäquate Entfaltungs- und Ausweichmöglichkeit war hier nicht zu denken.

Darüber hinaus ist der Begriff „Zwinger“ noch im Zusammenhang mit Dresden, dem  „Dresdner Zwinger“ (erbaut zwischen 1709 und 1732; veranlasst durch Kurfürst Friedrich August I. dem Starken) sowie aus der Hundehaltung bekannt. Beides ist letztlich auf die mittelalterliche Bezeichnung „Zwinger“ zurückzuführen.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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