Wie sah es aus – das Leben auf einer Burg?

Das Leben auf einer Burg war arbeitsintensiv, hart und beschwerlich. Handwerker (Schmiede, Tischler, Schuster, Bäcker und andere mehr) hatten sich um ein funktionierendes Burgleben zu kümmern, die Bauern einen Großteil ihrer landwirtschaftlichen Produkte an den Burgherrn abzugeben, Jäger für Wild zu sorgen, Torwächter die Burg zu beschützen und ein Mann der Kirche war für Gottes Segen zuständig.

Hygiene war so gut wie unbekannt. Warmes Wasser galt als Luxus, Toiletten ebenfalls. Für kleine und größere Geschäfte gab es so genannte Aborterker oder Öffnungen ins Freie an der Burgaußenwand. Nicht genug damit, dass es auf den Burgen zugig, dunkel und – insbesondere im Winter – saukalt gewesen sein muss, hat es aller Wahrscheinlichkeit nach auch ungemein gestunken.

Und Freizeit? Für die arbeitenden Mitglieder einer Burggemeinschaft war Freizeit ein Fremdwort. Für diese Gruppe galt das von Benedikt von Nursia (*um 480 bis °547) geprägte Wort: „Ora et labora“ (-> „Bete und arbeite“). Die hohen Herrschaften dagegen vergnügten sich gelegentlich auf der Jagd, bei Ritterturnieren oder übten sich als Minnesänger. Ihre Frauen kümmerten sich um die Kinder, beaufsichtigten Koch, Küche und Bedienstete, waren Gesellschafterinnen der Burgherrin, stickten, webten und hielten Kleidung und Gemächer in Ordnung.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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