Wer oder was waren „Leibeigene“?

Auf der untersten Stufe der mittelalterlichen „Abhängigkeitshierarchie“ standen die Leibeigenen. Das konnte jemand sein, der – ähnlich den Halbfreien/Hörigen – ein Stück Land gegen nicht unerhebliche Abgaben an den Lehnsherrn bewirtschaftete, oder als Bäcker, Schreiner, Koch und Viehhirte seinen Frondienst leistete.

Allen gemeinsam war, dass diese armen Teufel im Grunde nichts besaßen – keine Freiheit, keine Selbständigkeit, kein Besitz. Ohne Zustimmung des Herrn durfte nicht geheiratet werden. Bekam aber  jemand die Einwilligung und die eheliche Verbindung war mit Kindern gesegnet, gehörten diese Kinder ebenfalls dem Herrn, das heißt, Leibeigenschaft war sozusagen vererbbar. Kurz gesagt: Das Leben der Leibeigenen war vergleichbar mit Sklaverei.

Obwohl – ganz sicher gab es solche und solche Herrn. Wie so oft im Leben, waren Verhalten und Behandlung gegenüber den Leibeigenen abhängig von der Persönlichkeit und den Charaktereigenschaften des Grund-, Lehnsherren. Zum anderen, heißt es, setzte sich im Laufe der Zeit so etwas wie eine „Rechtsordnung“ zum Schutz der Leibeigenen gegen Willkür und Ungesetzlichkeit durch.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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