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Druck und Drucktechniken (Hochdruck, Tiefdruck & Co)

Was hat Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, wann erfunden? Worauf bezieht sich das Adjektiv "schwarz" in der Buchdruckerkunst? Welche Druckverfahren werden wann, wie und wofür eingesetzt? Fragen, die in diesem Beitrag – kurzgefasst – beantwortet werden sollen.

Grundsätzliches

Schwarze Kunst

Der Begriff "Schwarze Kunst" ist im Druckerhandwerk keinesfalls zu verwechseln mit Voodoo-Zauber oder Hexenwerk. Vielmehr stammt diese Bezeichnung aus dem 15. Jahrhundert, also aus der Zeit Gutenbergs. Gemeint damit war das Drucken mit beweglichen Lettern und schwarzer Druckfarbe. Als das wichtigste und bekannteste Druckerzeugnis aus dieser Zeit gilt die, sozusagen "schwarz auf weiß" zwischen 1452-1454 gedruckte, 42-zeilige Gutenberg-Bibel.

Druckverfahren

Was ist unter Hochdruck oder Buchdruck zu verstehen?

Die Druckform im Hochdruck ist einem Stempel vergleichbar.

Prinzip

Grundsätzlich stehen beide Begriffe für die gleiche Technik. Die Druckformen – zum Beispiel Lettern – sind im Hoch- oder auch Buchdruck erhaben. Diese erhabenen Oberflächen werden mit Farbe versehen, und übertragen diese dann direkt von der Form auf den zu bedruckenden Stoff: Papier oder Karton.

Da bei dieser Art der Farbübertragung in der Regel ein Teil der Farbe an der Druckform hängen bleibt, ist der Buch- oder Hochdruck meistens an seinen Quetschrändern zu erkennen.

Heute ist der Hoch-/Buchdruck weitestgehend durch den Offsetdruck abgelöst.

Kartoffelstempel

Kinder betreiben unbewusst den Hoch-/Buchdruck, wenn sie aus Kartoffeln Stempel fertigen („Kartoffelstempel“).

Wann und wo entstanden die ersten Druckerzeugnisse?

Die ersten Druckerzeugnisse im heutigen Sinne, so genannte Einblattdrucke (Bilder, Spielkarten), entstanden etwa um 600 n. Chr. in China. Druckformen dieser Produkte waren zum Beispiel Holzstempel, Rollsiegel oder Tontafeln. Im weiteren Verlauf der Jahrhunderte übernahmen dann Mönche, in der Abgeschiedenheit der Klöster, die Vervielfältigung bis dahin bekannter Texte, insbesondere die der Bibel. Mühselig, weil handschriftlich! 

Was sind Lettern?

Lettern sind kubische Figuren/Buchstaben aus Blei, die an ihrem höchsten Punkt ein spiegelverkehrtes Relief tragen. Dieser höchste Punkt wird mit schwarzer Farbe versehen und auf den Bedruckstoff gedrückt bzw. gedruckt.

Zwar hat Johannes Gutenberg (um 1400-1468) nicht die Buchdruckerkunst, wohl aber eine bahnbrechende Methode ausgeklügelt. Er erfand – neben notwendigen anderen Fertigkeiten in dieser Sache – die so genannten "beweglichen" Lettern. Mit diesen Lettern aus einer Metalllegierung sowie des Umbaus einer Wein- zur Druckpresse, legte Gutenberg fraglos den Keim zur heute üblichen industriellen Massenproduktion jedweder Druckerzeugnisse.

Das ihm zugesprochene Nonplusultra seiner Erfindung war die, wie bereits erwähnt, zwischen 1452-1454 hergestellte 42-zeilige Bibel. Mit round about 1280 Seiten in zwei Bänden, dem Guss 290 unterschiedlichster Lettertypen, einer Auflage von etwa 180 Exemplaren – und der Unterstützung etlicher seiner Mitarbeiter.

Der über Jahrhunderte gepflegte Bleisatz ist heute weitestgehend verschwunden und durch den Photosatz abgelöst. Der Photosatz arbeitet mit Licht, Entwickler und Fixierbad.

Was sind der Flachdruck, Steindruck und Offsetdruck?

Die drei Begriffe stehen gleichermaßen für das so genannte Flachdruckverfahren, bei dem die druckenden und nicht druckenden Flächen – für das menschliche Auge nur schwer zu erkennen – auf einer Ebene liegen.

Was ist das Prinzip des Offsetdrucks?

Im Offsetdruck liegen die druckenden und nicht druckenden Flächen – für das menschliche Auge nur schwer zu erkennen – auf einer Ebene. Die zu druckenden Farben sind fettig und weisen daher das Wasser ab. Umgekehrt nehmen die nicht druckenden Stellen Wasser auf und stoßen die Farbe ab.

Steindruck

Der Steindruck, das älteste Flachdruckverfahren, wurde 1796 in München von Alois Senefelder erfunden.

Das zu druckende Bild – oder der Text – wurde von einem Lithographen (Steinzeichner) mit einem Wasser abstoßenden Fettstift seitenverkehrt auf einen Stein aus Solnhofener Kalkschiefer graviert. Anschließend wurde der Stein befeuchtet, eingefärbt (wobei die Farbe nur an der „fettig“ ziselierten Gravur haftete) und dann der Bedruckstoff (z.B. Papier) mit einer Walze über den Stein geführt.

Das heißt: Der Steindruck ist also ein „direktes“ Flachdruckverfahren, das allerdings lediglich noch für künstlerische Zwecke genutzt wird.

Warum ist der Offsetdruck ein indirektes Druckverfahren?

Der Offsetdruck (engl. „Absetzen“) gleicht dem Steindruck. Allerdings hat man hier keinen Stein, sondern benutzt eine um einen Zylinder gespannte Metallplatte. Von der dünnen, biegsamen Metallplatte wird das Druckbild zuerst auf ein Gummituch, dann auf den zu bedruckenden Stoff (Papier, Karton) übertragen.

Wegen dieses „Absetzens“ des Druckbildes auf ein Gummituch, wird der Offset- oder auch Flachdruck als „indirektes“ Druckverfahren bezeichnet.

Wie ist der Druckablauf in einer Offsetdruckmaschine?

Zuerst werden so genannte Reproduktionsfilme auf Metallplatten kopiert bzw. belichtet und auf einen Zylinder gespannt, was ein rotatives Drucken ermöglicht. Dann werden die aus biegsamem Metall und einer lichtempfindlichen Kopierschicht bestehenden Druckplatten mittels Wischwalzen befeuchtet, wobei die Kopierschicht Wasser abstößt und die nicht beschichteten (nicht druckenden) Plattenteile Wasser annehmen.

  • 2. Schritt: die Platten werden mittels Farbwalzen eingefärbt. Die Farbe wird von den trockenen Stellen der Druckplatte angenommen; die unbeschichteten (nicht druckenden) Plattenteile stoßen die Farbe ab.
  • 3. Schritt: Von der eingefärbten Platte wird das Druckbild seitenverkehrt auf den Gummituchzylinder übertragen.
  • 4. Schritt: Über den Gegendruckzylinder nimmt der Druckträger (Papier, Karton) das Druckbild vom Gummituch ab, es entsteht ein seitenrichtiges Bild.

Was ist das Computer-to-Plate-Verfahren?

Im Offsetdruck haben heute sowohl die konventionelle, als auch die elektronische Bildverarbeitung (Reproduktion) zunehmend an Bedeutung verloren. An ihre Stelle ist das so genannte Computer-to-Plate-Verfahren (CtP) getreten, das sämtliche Druckdaten direkt vom Computer auf die Druckplatten überträgt. Filmbelichtung und Montage sind – natürlich mit Ausnahmen – Relikte von Gestern.

Tiefdruck: Wie funktioniert das?

Der Tiefdruck, erfunden vom Maler und Kupferstecher Jacob Christoph Le Bron aus Frankfurt (1667-1741) und patentiert 1719, ist ein Druckverfahren, bei dem die zu druckenden Partien in der Druckform vertieft sind.

Prinzip

Die Technik des Tiefdrucks – oder auch Rakeltiefdrucks – stammt aus dem 19. Jh. und ist auf den lange zuvor praktizierten Kupfer-, Stahlstich und/oder Radierungen zurückzuführen.

Die zu druckenden Elemente sind bei diesem Druckverfahren vertieft. Die Farbe wird mittels eines starken Anpressdrucks zweier Zylinder direkt auf den Bedruckstoff übertragen, wobei überschüssige Farbe bei jeder Umdrehung mit Hilfe einer Rakel von den nicht druckenden Flächen entfernt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Flachdruck und Offsetdruck zu Tiefdruck

Im Gegensatz zum Offsetdruck ist der Tiefdruck ein direktes Druckverfahren. Während beim Flach- oder Offsetdruck die druckenden und nicht druckenden Stellen auf der Druckform nahezu auf einer Ebene liegen, wird die Farbe im Tiefdruck aus den Vertiefungen der Druckwalzen an den zu bedruckenden Stoff (Papier, Karton) weitergegeben.

Wie entstehen die Vertiefungen auf den Tiefdruckzylindern?

Die zu druckenden Elemente, so genannte Näpfchen, wurden etwa bis in die sechziger, siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts mittels konventioneller Ätzung oder Gravur von einem zuvor gefertigten Vorlagenzylinder auf den Druckzylinder übertragen. Zum Ätzen der Zylinder wurde Eisenchlorid verwendet. Bei der Gravur übernahm ein Diamantstichel das Anlegen der Näpfchen.

Heute wird die Gravur – unter Verzicht aufwendiger Vorarbeiten und des Diamantstichels – direkt aus dem digitalen Datenspeicher per Laser auf die Druckform, den Druckzylinder, übertragen.

Für welche Anwendungsgebiete ist der Tiefdruck geeignet?

Bedingt durch das Erzielen einer ausgezeichneten Druckqualität, wird der Rotationstiefdruck im Wesentlichen für hohe Auflagen illustrierter Zeitschriften, Prospekte, Verpackungen oder Versandhauskataloge eingesetzt.

Wofür eignen sich der Siebdruck und Flexodruck?

Grundsätzlich beispielsweise zum Bedrucken von Materialien wie: Papier, Pappe, Holz, Kunststoff, Textilien, Keramik, Metall und/oder Glas.

Welche Anwendungsmöglichkeiten bietet der Siebdruck?

Das Prinzip des Siebdrucks liegt im so genannten Durchdruck, das heißt, die Farbe wird mit einer Rakel durch ein feinmaschiges Sieb gedrückt. Dabei wird das Gewebe aus Metall, Textil oder Kunststoff stramm auf einem Rahmen fixiert und die Farbe durch die Maschenöffnungen gepresst.

Der Vorteil des Siebdrucks liegt zum Beispiel in der so gut wie unbegrenzten Vielzahl der Farben sowie der Unabhängigkeit von Form und Art des zu bedruckenden Stoffes.

Im Grunde genommen kann fast alles bedruckt werden – Blechdosen, Kisten, Plakate in Leuchtfarben, flexible oder starre Druckträger aus Glas, Kunststoff oder Textil, Kraftfahrzeuge, Flugzeuge, Schilder jeglicher Art und anderes mehr.

Was ist unter Flexodruck zu verstehen?

Der Flexodirektdruck ist ein Hochdruckverfahren mit elastischen Druckformen aus Gummi oder Kunststoff (Klischees) zum direkten Übertrag der Druckfarbe auf den Druckträger. Auch hier sind die druckenden Teile erhaben bzw. hoch stehend. Die Fertigung erfolgt von Rollenmaterial im Rotationsdruck. Das heißt, der zu bedruckende Stoff wird von einer Rolle durch die Maschine geführt.

Alternativ zu den traditionell hergestellten Druckformen, werden diese heute mit einer UV-lichtempfindlichen Kunststoffschicht (Photopolymer) überzogen, die auf einer Trägerplatte aus Metall aufgebracht wird. Im Mehrfarben-Rasterdruck

Anwendungsmöglichkeiten

Hergestellt und bedruckt (bis zu fünf Farben) werden mit diesem Verfahren überwiegend Tüten, Beutel, Wellpappen, Tapeten oder Kunststofffolien.

Autor:

Quellen:

  • "Bruckmann's Handbuch der Drucktechnik" (Erhardt D. Stiebner/Bruckmann München)
  • "Handbuch der Faltschachtelherstellung" (Hrsg. Fachverband Faltschachtel-Industrie e.V.)
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