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Oliver Cromwell: Wer war das?

Oliver Cromwell (1599-1658) war ein englischer Staatsmann, Heerführer, Lord Protector (Schutzherr) und radikaler Puritaner. Er wurde im Marktflecken Huntingdon (heute: Grafschaft Cambridgeshire/England), geboren.

Familie und Kindheit

Wo verbrachte Oliver Cromwell seine Kindheit?

Die Familie gehörte zum so genannten niederen Landadel, war nicht wirklich reich, aber doch gut situiert und verfügte über ein aus dem 13. Jahrhundert stammendes Herrenhaus (Hinchingbrooke House) im Tudor-Stil, das den Cromwells um 1538 von King Henry VIII. (1491-1547) zugesprochen worden war.

Auf diesem Landsitz soll Oliver einen großen Teil seiner Kindheit verbracht haben. Und, wie aus den Annalen zweifelsfrei zu erkennen, scheinen die Cromwells einen guten Draht zum Königshaus gepflegt haben. So sollen, zum Beispiel, Elisabeth I. (1533-1603) als auch James I. (1566-1625) das eine oder andere Mal im Hinchingbrooke House vorbeigeschaut haben.

Studium und Parlamentserfahrung

Wann schloss sich Oliver Cromwell dem Puritanismus an?

Von den Eltern 1616 nach Cambridge geschickt, kam Oliver am dortigen Sidney Sussex-College der Universität Cambridge mit der Protest- und Reformbewegung des Puritanismus in Berührung. Diese Bewegung war – im 16./17. Jahrhundert – in England stark von den dort um sich greifenden, streng protestantisch-calvinistischen Grundsätzen geprägt. Also eine fundamental-religiöse Richtung, der sich Cromwell einige Jahre später (1628) vorbehaltlos anschloss.

Einige Quellen lassen vermuten, Oliver habe im Anschluss an Cambridge noch für einige Zeit in London Rechtswissenschaft studiert. Möglich oder nicht, um 1620/21 soll Cromwell jedenfalls wieder zurück nach Huntingdon gegangen sein. Zu der Zeit hat Oliver Cromwell den Bund fürs Leben geschlossen. Mit Elisabeth Bourchier (1598-1665), Tochter eines wohlhabenden Kaufmanns aus London.

Bis zu seiner ersten Berufung ins Unterhaus des englischen Parlaments 1628, verbrachte er die Zeit mit Elisabeth und seinen ersten fünf (von insgesamt neun) Kindern auf dem Familiensitz in Huntingdon.

Dorthin, nach Huntingdon, zog sich die Familie – nach Auflösung des Parlaments 1629 durch den Stuart-König Charles/Karl I. (1600-1649) und dessen darauffolgender elfjähriger Alleinherrschaft – zurück, hatte allerdings doch noch den einen oder anderen Umzug zu bewältigen.

Übergangsphase & Aktivitäten

Persönliches, Ortswechsel und Heimgang

Was bleibt nachzutragen?

Nachzulesen ist, dass Oliver Cromwell mit der Familie etwa ab 1646 Quartier in der City von London genommen haben soll. Zuerst in ihm zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten nahe des Whitehall Palace. Dann ab 1653/54, Oliver war jetzt Lord Protector, in für ihn angemessen hergerichteten Zimmerfluchten direkt im Whitehall Palast.

Und, sozusagen als Draufgabe, requirierte er für sich und die Familie den Hampton Court Palace, ein (Lust)Schloss, das bereits von Heinrich VIII. und seinen sechs Frauen bevorzugt genutzt wurde.

Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit 1657 als Lord Protector, hatte Cromwell den Krönungsstuhl König Edwards I. (1239-1307) von der Westminster Abbey in die Westminster Hall, dem ältesten und noch heute erhaltenen Trakt des Westminster Palastes (Houses of Parliament), bringen lassen. Als Statussymbol sozusagen.

Heute, nach vorübergehender Verlegung während des Zweiten Weltkrieges und eines kuriosen Diebstahls, begangen 1950 von schottischen Studenten (die straffrei blieben), steht der Stuhl – und mit ihm der "Stone of Scone" (Krönungsstein) – selbstverständlich wieder in der Westminster Abtei …

Nach Cromwells Tod (Malaria) im September 1658 im Whitehall Palast erhielt Oliver Cromwell – darin waren sich, so scheint's, Freund und Feind einig – ein bombastisches Staatsbegräbnis.

Begleitet von Fahnenträgern, Trommlern und allen Wichtigkeiten aus Politik und Gesellschaft wurde der verstorbene Lord Protector des Commonwealth von England, Schottland und Irland in der Westminster Abtei beigesetzt. 

Späte Abrechnung

Wie beglich Charles/Karl II. seine offene Rechnung mit Cromwell?

Im Mai 1660 kehrte Charles/Karl II. von England (1630-1685) aus dem Exil zurück. Und dieser II. Karl schien für Oliver Cromwell nicht viel übrig gehabt zu haben, hatte der doch maßgeblich zum Tod seines Vaters beigetragen. Also ließ er den Lord Protector

  • aus dem Grab holen,
  • im Januar 1661 zum Galgenplatz der City of London bringen und dort
  • posthum köpfen.

Tot schien Karl II. nicht tot genug gewesen zu sein. Und dennoch, Cromwells mumifizierter Kopf muss (angeblich) die Jahrhunderte überdauert haben. Denn, so heißt es, erst zur Mitte des 20. Jahrhunderts soll der Kopf im Sidney Sussex Collage/Cambridge endlich zur letzten Ruhe gebettet worden sein.

Quellen:

  • "Das Gewissen und die Macht" (Peter de Mendelssohn/Prestel Verlag, München)
  • "London" (David Piper/Prestel Verlag, München)
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