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Europa: Fragen und Antworten

Was ist unter dem Begriff Europa zu verstehen? Warum heißt Europa Europa? Was hat Europa mit dem antiken Griechenland und Rom zu tun? Wie kam es zur Europäischen Union? Wieso wurde ausgerechnet Brüssel Hauptstadt der EU? Was sind die Römischen Verträge? Diese und weitere Fragen sollen hier – zusammengefasst – beantwortet werden. 

Allgemeines

Europa – was ist das?

Ein Kontinent.

Aber über das, was Kontinente – und damit auch Europa – heute darstellen, existieren inzwischen unterschiedliche Interpretationen.

Lange Zeit galten

  • Amerika, Europa, Asien, Afrika und Australien

als die fünf allgemein bekannten Kontinente.

Heute werden zum einen auch

  • Antartika am Südpol, das ist eine Landmasse in der Antarktis und/oder
  • Ozeanien mit seinen etwa 7.500 Inseln im Pazifik

dazugezählt, zum anderen werden – je nach Sicht der Dinge – Europa und Asien

  • zu Eurasien

zusammengefasst und manchmal sogar – ergänzt um Afrika –

  • zu Eurafrasien.

Darüber hinaus wird Amerika oft zweigeteilt, also getrennt sowohl in Nordamerika als auch Südamerika.

Geographie & Mythologie

Grundlage

Was lässt Europa, trotz seiner vielfältigen Länder, als Einheit betrachten?

Vier Quellen sind es, die uns heute Europa als eine Einheit empfinden lassen: Das Griechentum, Römertum, Christentum und das Germanentum. Die Inhalte dieser Bausteine prägten europäisches Denken und die abendländische Kultur, die schließlich bestimmend für einen Großteil der Erde wurde.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Beitrag: Was macht Europa eigentlich zu Europa?

Historie

Was kennzeichnet Europas Weg bis in die heutige Zeit?

Nach dem Zerfall der römischen Weltmacht bestimmten Kaiser und Päpste, noch durch das ganze Mittelalter hindurch, die Geschichte Europas. Anfangs in Zusammenarbeit und Interessengleichheit, später durch Kämpfe um die weltliche Vorherrschaft.

Durch Karl den Großen (768-814) erlebte das Kerngebiet des heutigen Europa seinen ersten Aufschwung. Geschichtsschreibung, Kunst und Wissenschaft wurden gepflegt, Schulen wurden gegründet, die Grundlage für die Schrift des Mittelalters und der Gegenwart geprägt und umfangreiche Kloster- und Kirchenbauten vorgenommen.

Das von Karl dem Großen geschaffene Reich hatte die Völker des Abendlandes unter fränkischer Führung zusammengefasst. Nach seinem Tod zerfiel dieses Reich in die Vorläufer der heutigen Länder Frankreich, Italien und Deutschland. Die Entwicklung der europäischen Nationalstaaten begann. Blutige Kämpfe der Herrscher, Glaubenskriege und Völkerschlachten kennzeichneten Europas weiteren Weg durch die Geschichte.

Kriege

Wie es heißt, sollen seit der Antike bis in unsere Zeit mehr als 14.000 Kriege weltweit stattgefunden haben oder noch im Gange sein. Davon mindestens rund 200 auf dem Gebiet des heutigen Europa. Aktuell, und das im 21. Jahrhundert, ist die Ukraine – zumindest in Europa – Schauplatz längst überholt geglaubter militärischer Auseinandersetzungen geworden.

Hintergrund

Neben – unter anderem – allgemeinen Interessengegensätzen, beabsichtigter Machtvergrößerung (Hegemonialmachtstreben) sowie dem Gewinn wirtschaftlicher Ressourcen, stand ursächlich bei allem auch der Gedanke vom Wertebewusstsein des Einzelnen im Vordergrund.

  • So versuchten Fürsten und Herzöge, sich gegen die Bevormundung durch Kaiser- oder Könige aufzulehnen,
  • einzelne Stände sonderten sich gegen andere ab,
  • die Völker wurden sich im Vergleich mit den Nachbarvölkern ihrer Andersartigkeit bewusst,
  • und der einzelne Mensch kämpfte sich im Laufe der Zeit vom Leibeigenen zum freien Bürger empor.

Dieser Individualismus ist ein gemeinsames Erbteil aller europäischen Staaten, führte allerdings zu politischer Zersplitterung. Gleichzeitig wurden dadurch aber Europas vielfältige kulturellen und zivilisatorischen Leistungen wahrnehmbar.

So sind beispielsweise Geistes-, Natur-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und das Ingenieurswesen sowie die daraus resultierenden Erkenntnisse und Erfahrungen, die heute jedermann zugutekommen, aus diesem Europa hervorgegangen.

Details

Wie sieht er aus, der lange Weg zur Europäischen Union?

Römische Verträge

Die am 25. März 1957 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden in Rom abgeschlossenen so genannten "Römischen Verträge" begründeten sowohl die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) als auch die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM).

Marshallplan

Begonnen hatte der Weg zu diesen beiden Verträgen im Grunde genommen mit dem amerikanischen Außenminister George Marshall, der – aus nicht gänzlich uneigennützigen Gründen (Furcht vor einer möglichen Ausweitung des Kommunismus nach Westen sowie der vorausschauenden Sicherung eines zu erwartenden positiven Absatzmarktes für die amerikanische Wirtschaft) – Mitte 1947 für alle! europäischen Länder (ohne Sowjetunion und Ostblockstaaten) ein Hilfsprogramm (Marshallplan) ins Leben rief.

Ein im Frühjahr 1948 vom amerikanischen Kongress abgesegnetes entsprechendes Gesetz rundete diesen Vorschlag ab. Der von Amerika mit Sach- und Geldleistungen unterstützte wirtschaftliche Wiederaufbau Nachkriegseuropas gewann an Fahrt.

OEEC/OECD

Die ebenfalls zu Beginn dieses Jahres gegründete Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit:

  • OEEC/1948: 16 Länder; 1949: plus Deutschland und Freies Territorium Triest; 1960: plus USA und Kanada

kümmerte sich um die Verteilung und Verwendung der Gelder aus dem Marshallplan, trug fortan wesentlich zur wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit bei und ging letztlich 1961 in der Nachfolgeorganisation "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD mit Sitz in Paris und derzeit 35 Mitgliedern) auf.

Haager Europa-Kongress

Nach Kriegsende, Europa lag weitestgehend in Schutt und Asche, dämmerte es den verantwortlichen Politikern bereits auf dem im Mai 1948 stattgefundenen "Haager Europa-Kongress" in Den Haag, dass – auch um zukünftig möglicherweise erneut aufkeimenden Kriegsgelüsten europäischer Staaten mit nicht abzusehenden Folgen einen Riegel vorzuschieben – ein Zusammenschluss wirtschaftlicher, möglichst auch politischer, sozialer und kultureller Interessen durchaus Sinn machen würde.

Europarat

Ein Jahr später wurde von den Staaten Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Schweden sowie Großbritannien mit Nordirland der Europarat (Sitz: Straßburg; Deutschland ab 1951; derzeit: 47 Länder) gegründet. Mit dem hehren – aber, wie es zurzeit (2021) aussieht – nur sehr mühsam zu erreichenden Ziel (Zitat):

  • „Der Europarat hat die Aufgabe, einen engeren Zusammenschluss unter seinen Mitgliedern zu verwirklichen.“

Obwohl, der sogenannte Ukrainekrieg scheint einiges geändert zu haben. Wie es sich darstellt, steht Europa dadurch fester zusammen als je zuvor. 

Montanunion, EWG und das, was folgte

  • 1967 – Zusammenschluss der Montanunion, EWG und Euratom zu Europäischen Gemeinschaft (EG),
  • 1968 – Zollunion,
  • 1978 – Beschluss eines europäischen Währungssystems (ECU),
  • 1992 – Vertrag von Maastricht mit der Gründung der Europäischen Union (EU)
  • 2002 – Einführung des Euro als offiziellem Zahlungsmittel sowie
  • 2007 – Vertrag von Lissabon
  • 2017 – 60 Jahre Römische Verträge

Bilanz

Metropolis

Wann und wie kam Brüssel zur Europäischen Union?

Greift man ganz weit zurück, könnte man sagen, dass die Symbiose (griech.: „symbiosis“), also „das Zusammenleben“ zwischen der belgischen Hauptstadt Brüssel und der EU im weitesten Sinne bereits 1944 angefangen hat.

Denn noch vor dem Ende des 2. Weltkrieges setzten sich Mitglieder der Exilregierungen von Belgien, den Niederlanden und Luxemburg zusammen, um eine Zoll- und Wirtschaftsunion (Benelux) mit Sitz in Brüssel zu etablieren. Womit der Status: "Brüssel, Hauptsitz der Europäischen Union" allerdings noch nicht endgültig gegeben war. In diese Rolle ist Brüssel – zentral in Europa gelegen und mit Flugzeug, Bahn und Auto in der Regel gut zu erreichen – sozusagen peu á peu hineingewachsen.

Auftakt

EU-mäßig hatte dann alles 1950/1951 mit dem französischen Außenminister Robert Schuman begonnen, der mit der Gründung einer europäischen Gemeinschaft für "Kohle und Stahl (Montanunion) – bestehend aus Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland, den drei Beneluxstaaten und Italien – den Startschuss für den Brückenschlag europäischer Länder gegeben hat.

Nägel mit Köpfen

Was folgte, war, dass Belgien die Dinge in die Hand nahm und nach und nach in der Hauptstadt den Bau von Behörden, Büros, Konferenz-, Tagungs- und Kongresszentren und Wohnungen für die EU-Beschäftigten vorantrieb. Irgendwann war an Brüssel nicht mehr vorbeizukommen.

Zunehmend wurde Europa von dort aus "verwaltet" – deutlich gemacht durch eine Reihe weiterer Verträge (sh. weiter oben) zur Verbesserung wirtschaftlicher Zusammenarbeit der inzwischen auf 28 europäische Mitgliedstaaten (nach dem beabsichtigten Ausstieg/Brexit des Vereinigten Königreiches/GB nur noch 27) angewachsenen Europäischen Union.

Heute gilt Brüssel zwar als wesentliches Verwaltungszentrum, als Hauptsitz der EU, teilt sich aber die institutionellen Einrichtungen mit Straßburg (Parlament) und Luxemburg (Europäischer Gerichtshof).

Wirkung

Neben all diesen wirtschaftsbezogenen Europa-Konzepten lag allerdings von Beginn an, und das mit voller Absicht, auch das Augenmerk auf einer dauerhaften Friedenssicherung und Versöhnung unter den europäischen Ländern. Ein Fakt, der innerhalb Europas – nach Jahrhunderten kriegerischer Auseinandersetzungen – immerhin bis heute (2022) unschätzbare siebenundsiebzig Jahre Frieden, Entspannung und relative Eintracht gebracht hat.

Vorläufiger bedrückender Wendepunkt: Der Krieg in der Ukraine.

Quellen:

  • "Das europäische Geschichtsbuch" (Frédéric Delouche/Klett-Cotta)
  • "Geschichte – kompakt & visuell" (Philip Parker/DK-Dorling Kindersley)
  • "Staatsbürger Taschenbuch" (C.H.Beck'sche Verlagsbuchhandlung München 1997)
  • "Europa – Das Bild unserer Welt" (ADAC Verlag, München)
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