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Schlacht im Teutoburger Wald: Wer kämpfte gegen wen?

Die Kontrahenten in der Schlacht im Teutoburger Wald – auch Hermanns- bzw. Varusschlacht genannt – waren Arminius/Hermann der Cherusker (um 17 v. Chr.-21 n. Chr.) und der römische Feldherr Pablius Quinctilius Varus (um 46 v. Chr.-9 n. Chr.).

Vorweg

Seit wann lagen die Germanen und Römer miteinander im Clinch?

Man könnte geneigt sein zu sagen: Seit ewigen Zeiten.

Denn so, wie sich zuvor bereits die Vertreter der nahezu aristokratisch-demokratisch geführten

  • Römischen Republik (etwa von 510 bis 27 v. Chr.)

mit den unbotmäßigen Germanen, zum Beispiel mit den Kimbern und Teutonen auseinanderzusetzen hatten, galt das auch für die Herrscher der so genannten

  • römischen Kaiserzeit (1. Jahrhundert v. Chr. bis 5. Jahrhundert n. Chr.).

Spätestens als es dem Prokonsul in Gallien,

  • Gaius Iulius Caesar (100-44 v. Chr.),

58 v. Chr. zu Beginn der "Gallischen Kriege" (58-51/50 v. Chr.) gelungen war, dem germanischen Heerführer Ariovist bei Mühlhausen im Elsass/Frankreich den definitiven Garaus zu machen, haben die Römer verschiedentlich versucht, auch rechts des Rheins Fuß zu fassen. Letztlich mit bescheidenem Erfolg.

Die größte Schlappe im Rahmen dieser Vorhaben erlitt Rom 9 n. Chr. anlässlich der so genannten "Hermanns- oder Varusschlacht" irgendwo in der Nähe des Teutoburger Waldes. Es kann allerdings auch im niedersächsischen Bramsche/Landkreis Osnabrück zu dem epochalen Zusammentreffen zwischen Römern und Germanen gekommen sein. Man weiß es einfach nicht so genau.

Chronik

Stand die Schlacht unter einem guten Stern?

Na ja: Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall. Oder anders ausgedrückt:

  • Für die Germanen, ja! Für die Römer, nein!

Denn, wo auch immer diese Schlacht exakt stattgefunden haben mag, gegen die unter dem Cheruskerfürsten Arminius/Armin vereinten Germanenstämme (unter anderen: Chatten, Chauken, Brukterer), hatte der im Auftrag des römischen

  • Kaisers Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.)

handelnde Senator und Feldherr

  • Pablius Quinctilius Varus

keine Chance. Es handelte sich nämlich um eine der verheerendsten Niederlagen, die die Römer in der jahrhundertelangen Geschichte des Römischen Reiches einstecken mussten. Allerdings wurden sie dabei auch Opfer von Hinterhalt und Verrat.

Arminius/Armin oder auch Hermann der Cherusker

Der von einigen Nationalisten immer wieder glorifizierte Sieg der Germanen über die vermeintlich überlegenen Römer hat bei genauerem Hinschauen auch seine dunklen Seiten.

Arminius gehörte zum Volk der Cherusker, die im Jahre 9 n.Chr. faktisch schon zum Römischen Reich zählten und mit den Römern in Frieden lebten. Arminius hatte als Abkömmling einer adligen Familie sogar seine gesamte militärische Ausbildung im römischen Heer genossen und hatte sich zuvor an zahlreichen Gefechten auf römischer Seite beteiligt. Er wurde in den römischen Ritterstand erhoben und zum Kommandanten befördert. Auch Publius Quinctilius Varus war ihm ein guter Bekannter.

Dann aber muss er sich eines Tages zum Seitenwechsel entschieden haben. Er warb im germanischen Land neben den Cheruskern mehrere andere Stämme an und überfiel die drei römischen Legionen in unwegsamen Gelände aus einem Hinterhalt heraus. Mit deren militärischen Strukturen wohl vertraut, hatte Arminius es trickreich verstanden, den vertrauensseligen und nichts ahnenden Varus in eine für diesen und seine Männer verhängnisvolle Falle zu locken

Varus, seine Legionen und Kaiser Augustus

Die Schlacht bestand aus wiederholten Attacken und dauerte insgesamt mehrere Tage. Wie es heißt, soll der so krass verschaukelte Varus tapfer versucht haben, seine Truppen vor dem fürchterlichen Gemetzel zu retten. Mit mäßigem Erfolg. Ein Großteil der rund 20.000 Römer kam ums Leben, nur wenige kehrten zurück. Dies führte zu dem berühmten Ausspruch von Kaiser Augustus: "Varus, gib mir meine Legionen zurück."

Verheerende Bilanz

Varus selbst stürzte sich, als er kurz vor der Überwältigung stand, auf dem Schlachtfeld in seinen Dolch, beging also Selbstmord. Angesichts dessen, was die Germanen mit den gefangenen Römern anstellten, möglicherweise eine kluge Entscheidung. Die Römer wurden überwiegend grausam massakriert und ihre Köpfe später an Bäume genagelt.

Die Römer zogen sich nach der Varusschlacht für einige Zeit aus dem Gebiet nördlich der Donau zurück. Arminius selbst wurde einige Jahre später bei inner-germanischen Zwistigkeiten von Verwandten ermordet.

Quellen:

  • "Die Germanen" (Norbert F. Pötzl, Johannes Saltzwedel Hg./Goldmann: Spiegel Buchverlag)
  • "Die ersten Deutschen" (S.Fischer-Fabian/Droemer Knaur Verlag)
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