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Musicals: Fragen und Antworten

Ein Musical ist eine Form des Musiktheaters mit viel Gesang, Tanz, Schauspiel und Musik. In den 1920er Jahren begann die Geschichte des modernen Musicals. New York und London sind - auch heute noch - die Metropolen der Musicals.

"Kiss me, Kate"

Wer schrieb das Musical "Kiss me, Kate"?

Cole Porter, ein US-amerikanischer Komponist (1891-1964). Neben diesem berühmten Werk aus dem Jahre 1948 komponierte Cole auch die Musicals "Can Can" (1953) und "Silk stockings" (1955) sowie diverse Filmmusiken und eine ganze Reihe an weiteren Evergreens. In "Silk stockings" stand 1954 übrigens Hildegard Knef als Hauptdarstellerin auf der Bühne in New York.

In "Kiss me, Kate" geht es um eine Theatergruppe, die das Stück "Der Widerspenstigen Zähmung“ von William Shakespeare aufführt und dabei von einer ganzen Reihe an Intrigen und verbotenen Liebeleien heimgesucht wird. Im Mittelpunkt all dieser Turbulenzen steht Lilli, die im Shakespeare-Stück die widerspenstige Katharina ("Kate") spielt.

"Porgy and Bess"

Warum wurde "Porgy and Bess" von den Nationalsozialisten verboten?

Das Musical "Porgy and Bess" von George Gershwin gilt als Hommage an das Leben der unterdrückten Schwarzen in den USA. Obwohl das Stück überhaupt nichts mit dem Faschismus in Deutschland zu tun hat, war es wegen seiner Position gegen Rassismus den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge.

Als das Musical (für Gershwin war es übrigens eine Oper) 1935 in New York uraufgeführt wurde, war die Resonanz des Publikums noch recht verhalten. Erst mit einer zweiten Veranstaltungsserie in den frühen Vierziger Jahren kam der Durchbruch. Mitentscheidend war dabei die erste europäische Vorstellung in Kopenhagen. Man schrieb das Jahr 1943 und Dänemark war gerade erst von den Nationalsozialisten besetzt worden. Als die Nazis von dem Inhalt des Stücks hörten, versuchten sie die Aufführung zu verhindern, was aber erst nach einigen Vorstellungen gelang. Nicht zuletzt wegen dieses Aufführungsverbots avancierte "Porgy and Bess" in der Folge zum Symbol des Widerstands.

Gershwin selbst erlebte das alles nicht mehr, zumindest nicht auf dieser Welt. Er starb 1937.

Warum Porgy und Bess zu Symbolfiguren wurden

Schaut man sich die Handlung des Stücks an, ist diese Hochstilisierung fast erstaunlich. Ein verkrüppelter Schwarzer (Porgy) gewinnt die Liebe der leichtlebigen und schönen Bess. Als der ehemalige Liebhaber von Bess sie zu entführen versucht, ersticht ihn Porgy. Weil das nicht bewiesen werden kann, muss er nur kurz ins Gefängnis. Gleichwohl ist bei seiner Entlassung Bess den Verführungen eines Drogenhändlers erlegen und mit dem nach New York entschwunden. Das Musical endet damit, dass Porgy sich auf die Suche nach Bess begibt.

Es war wohl vor allem Gershwins Anteilnahme am Leben der Schwarzen in US-amerikanischen Armenvierteln und seine sympathisierende Perspektive, die "Porgy and Bess" so bedeutend machte. Auch die Musik war in vielerlei Hinsicht "schwarz inspiriert" ("Summertime", "It ain't necessarily so").

"West Side Story"

Warum ist das Musical "West Side Story" so populär?

Immer noch so populär ist das Musical, weil dem US-amerikanischen Komponisten, Dirigenten und Pianisten Leonard Bernstein (1918-1990) mit seiner ausgezeichneten musikalischen Umsetzung des Shakespeare-Dramas ‚Romeo und Julia‘ ein durchaus gesellschaftskritisches und zeitloses Bühnenstück gelungen ist.

Voraus geschickt

Baute die etwa um 1900 herum entstandene Stilrichtung Musical bis in die 50iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts hauptsächlich auf leichte Unterhaltungskost mit Happy End, wollte Bernstein mit der ‚West Side Story‘ bewusst auf den Faktor ethnischer Konflikte zwischen Migranten und ureingesessenen US-Bürgern aufmerksam machen.

In der ‚West Side Story‘ (ursprüngliche Idee: Jerome Robbins; Buch: Arthur Laurents; Liedtexte: Stephen Sondheim) sind das die puerto-ricanischen Sharks und die weißen Jets.

Spätestens seit der Uraufführung im September 1957 und des gleichnamigen Films von 1961 ist auch die Gattung Musical, ebenso wie Oper, Operette und Singspiel, deren dramatische oder komödiantische Handlung durch Gesang und Instrumentalmusik dargestellt werden, anerkannter Teil des so genannten Musiktheaters (1).

Handlung

Während sich bei William Shakespeare (1564-1616) die Veroneser Familien Montague und Capulet beiderseits nicht das Gelbe vom Ei gönnen, sind das in der ‚West Side Story‘, wie gesagt, die puerto-ricanischen Sharks und die weißen Jets.

  • Der Ort ihrer Auseinandersetzungen ist die New Yorker Westside (Manhattan),
  • Montagues Sohn Romeo heißt in der Musicalfassung Tony,
  • und Julia Capulet ist Maria aus Puerto-Rico.

Beide, also Maria und Tony, verlieben sich ineinander. Alle anderen sind von dieser Entwicklung überrumpelt und keineswegs begeistert. Bernardo, Marias Bruder, schon ganz und gar nicht, hat er doch seinen Kumpel Chino als Heiratskandidaten für Maria vorgesehen.

Tony, ehemaliger Anführer der Jets, hat den Stab an Riff weitergegeben, geht inzwischen einem geregelten Job nach und hofft auf eine bessere Zukunft. Die verbliebenen Mitglieder beider Gangs dagegen verharren in gegenseitiger Abneigung und Rivalität.

Und weil das so ist, wird ein Kampf verabredet, der zur Klärung der Verhältnisse sowie der Vorherrschaft im Viertel beitragen soll.

Tony, der sich aus Loyalität hat überreden lassen, an der Konfrontation teilzunehmen, wird von Maria gebeten dafür zu sorgen, dass das Aufeinandertreffen fair bleibt. Tut es aber nicht.

Showdown

Bernardo von den Sharks ersticht, im Eifer des Gefechts, Riff, den jetzigen Anführer der Jets. Woraufhin Tony – Kurzschlusshandlung! – Bernardo tötet.

Einigermaßen verwirrend überschlagen sich nun die Ereignisse. Tony wird gesucht. Von der Polizei und von den Sharks.

Maria bittet Anita, das ist sowohl ihre als auch die Freundin Bernardos, Tony über die Jets vor der Rache der Sharks zu warnen. Wozu Anita aber nicht kommt, da sie sich im Verlauf ihrer Mission von den Jets belästigt und bedroht fühlt. Wütend und aufgebracht behauptet sie stattdessen Chino habe, wohl aus Eifersucht, Maria getötet.

Als Tony diese Fakenews erfährt, daraufhin jeglichen Lebensmut verliert und nach Chino sucht, um sich ebenfalls von ihm erschießen zu lassen, aber unvermittelt Maria auf sich zukommen sieht und realisiert, dass sie lebt, schlägt das Schicksal unerbittlich zu.

Tony wird tatsächlich von Chino erschossen. Nachdem Maria und Tony sich ein letztes Mal ihrer gegenseitigen Liebe versichert haben, stirbt Tony in Marias Armen. Tragisch! Kein Happy End – aber eine durchaus realistische Geschichte und auch heutzutage denkbar.

(1) Musiktheater, Sprechtheater (Schauspiel), Figurentheater (Marionetten/Puppen) und Tanztheater (Ballett) sind die vier gebräuchlichen Einteilungen der unterschiedlichen Theaterformen.

Autoren:

Quellen:

  • „Reclams Musical Führer“ (Charles B. Axton, Otto Zehnder/Reclam)
  • der mit zehn Oskars bedachte Film „West Side Story“ von 1961 mit Natalie Wood, Richard Beymer, Rita Moreno und anderen
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