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Judentum: Fragen und Antworten

Das Judentum ist die älteste der drei monotheistischen Weltreligionen und lehrt den Glauben an einen einzigen, überweltlichen Gott (Jahve).

Sie ist zurückzuführen auf Moses, der als der Gründer der israelitischen Religion gilt und die Offenbarungen Gottes auf dem Berg Sinai in seinen fünf alttestamentarischen Büchern, der Thora (Gesetz), festgehalten hat.

Da Moses das jüdische Volk auf Geheiß Jahves aus der ägyptischen Gefangenschaft in das "Gelobte Land" führte, galt er den Juden als Prophet und mit der Übermittlung der Zehn Gebote gleichzeitig auch als der von Gott selbst ernannte Erlöser.

Was ist eine Synagoge?

Das Wort Synagoge bedeutet eigentlich Versammlung. Demnach ist sie im Sinne des Wortes der Versammlungsort jüdischer Gläubiger.

In der Synagoge trifft man sich zum Gebet (in Richtung Jerusalem), zur Auslegung der Thora und des Talmuds oder auch zu Veranstaltungen allgemeiner Art.

Unbedingte Voraussetzung für den Beginn einer Andacht ist, dass mindestens zehn Männer anwesend sind – im so genannten Reformjudentum dürfen es auch Männer und Frauen sein.

Eine Synagoge ist, im Gegensatz zum Christentum oder Islam, kein Sakralbau. Daher ist sie unabhängig von Ort, Architektur und Ausstattung.

Außer dem Thora-Schrein für die Schriftrollen, einem Lesepult, einigen Sitzplätzen und den Tafeln mit den Zehn Geboten findet sich in einer Synagoge keinerlei schmückendes Beiwerk (wie zum Beispiel Skulpturen oder Bilder).

Was bedeutet Kippa?

Kippa (hebräisch) oder „Jarmulke" (jiddisch/slawisch), wird eine kleine flache Kappe genannt, die die männlichen Juden (unter anderem) aus Respekt vor Gott während des Gebetes, während religiöser Studien oder während eines Aufenthaltes in der Synagoge auf dem Kopf tragen.

Obwohl weder in der Thora noch im Talmud ständiges Tragen einer Kippa vorgeschrieben ist, wird diese Kopfbedeckung heutzutage durchaus auch außerhalb des Gottesdienstes getragen, um die Zugehörigkeit des Trägers zum Judentum zu bekennen.

Wer war Abraham – und welche Bedeutung wird ihm beigemessen?

Die Geschichten um Abraham lassen sich im ersten Buch Moses, Kapitel 12 bis 25, nachlesen.

Danach wurde er in Ur, einer Stadt in Mesopotamien (heute Irak), etwa um 2000 v. Chr. geboren.

Da es sein Los war, Familie und Heimat früh zu verlassen, zog er rastlos durch die verschiedensten Länder. Schließlich begab er sich auf Gottes Rat hin nach Kanaan im Gelobten Land (heute Palästina), wo er für eine Stellung als Führer eines großen Volkes vorgesehen war.

Nach langer Kinderlosigkeit schenkte ihm Sarah, seine Frau, im hohen Alter doch noch einen Sohn, den sie Isaak nannten und sehr liebten. Leider bekam er aber von Gott den Auftrag, Isaak zu opfern. Es sollte eine Probe für Abrahams Glauben an Gott sein.

Bevor er diesem Befehl jedoch entsprechen konnte, hinderte ihn ein Engel an der Ausführung.

Aber die Tatsache, dass Abraham im Grunde genommen durchaus bereit gewesen wäre, Gottes Befehl zu befolgen, wird im Juden- und Christentum seither als Beleg und Musterbeispiel für den ausschließlichen Glauben an Gott verstanden.

Da Abraham auch im Islam als bedeutend gilt, weil er sich als erster Mensch dem Willen Allahs beugte und als Vorfahr Mohammeds angesehen wird, berufen sich alle drei monotheistischen Religionen – Juden, Christen und Moslems – seither auf Abraham als so genannten Urvater ihres Glaubens.

Wie gehören Thora, Mischna, Gemara und Talmud zusammen?

Üblicherweise wird der Begriff Thora mit Gesetz oder Lehre gleichgesetzt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Textsammlung wieder und wieder von Rabbinern interpretiert.

Diese vielfältigen Interpretationen fanden Eingang in den Talmud. Der wiederum besteht aus den Teilen Mischna und Gemara.

Was ist der Talmud?

Der Talmud (Lehre) ist das wichtigste jüdische Gesetzbuch.

In ihm werden die in der Thora enthaltenen fünf Bücher Moses durch Rabbiner gedeutet und erläutert.

Die daraus resultierenden Interpretationen regeln in Form von Gesetzen so gut wie alle praktischen Fragen des Alltags.

Was wird unter dem Begriff Mischna verstanden?

Unter dem Begriff Mischna (Wiederholung) wird die früheste Zusammenfassung der zahlreichen – bis dahin lediglich mündlich überlieferten – religiösen Interpretationen der Thora verstanden.

Die in der Mischna strukturierten Inhalte jüdisch-religiöser Gesetze bilden das Fundament des Talmud.

Was ist unter dem Begriff Gemara zu verstehen?

Vereinfacht gesagt, ist die Gemara (Vervollständigung) die Fortsetzung der Mischna.

In diesem zweiten Teil des Talmud wird die Sammlung religiöser Thora-Auslegungen ergänzt und abgerundet.

In der Gemara werden die Regeln für die verschiedensten Bereiche jüdischen Lebens – inklusive religiöser Symbolik und Rituale – sozusagen komplettiert.

Was bedeuten die Begriffe Halacha und Haggada?

Die in den beiden Teilen Mischna und Gemara des Talmud festgehaltenen Gebote, Traditionen und Regeln, die die Lebensweise jüdischer Gläubiger bestimmen, werden Halacha (Gehen, Wandeln) genannt.

Dazu gehört zum Beispiel auch das "Schächten".

Mit dem Begriff Haggada (lehaggid/erzählen) dagegen ist alles das gemeint, was im Talmud nicht ursächlich gesetzlichen Charakters ist, sondern alles darüber hinausgehende mit Erzählungen, Geschichten und Legenden die Glaubensgesetze – Halacha – erläutert und erklärt.

Quellen:

  • "Die fünf Weltreligionen" (Helmuth Glasenapp/Eugen Diederichs Verlag)
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