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Römische Götter: Fragen und Antworten

Wie hielten es die alten Römer mit der Mythologie? Gab es Überschneidungen zwischen Mythologie und Religion? Wer waren, der Legende nach, die Gründer Roms? Was ist unter den Begriffen Italiker oder Latiner zu verstehen? Welchen Einfluss hatten die Etrusker auf die Götterwelt des antiken Rom? Diese und weitere Fragen zu diesen Themen möchten wir mit diesem Beitrag beantworten.

Entstehung

Römische Mythologie – gibt es die überhaupt?

Na klar! Allerdings nicht in der Üppigkeit griechischer Mythologie, also im Grunde nur wenig römisch Eigenständiges. Denn fast alles, was in der römischen Religion und/oder Mythologie zu finden ist, haben die prosaischen Römer anderen Kulturen abgeguckt und kopiert.

Der erste Einfluss kam von den etruskischen Nachbarn. Deren Tempelkult, Statuen und Bilder vermenschlichter Götter und die aufgekommene Sitte religiöser Umzüge, machten großen Eindruck auf die Römer. Gern übernahmen sie diese Riten, modifizierten sie und waren begeistert.

Die ebenfalls von den Etruskern den – in diesem Punkt einfallslosen – Römern bekannt gemachten griechischen Götter, wurden ohne wenn und aber komplett übernommen. Immerhin gaben sie ihnen aber römisch/lateinische Namen.

Wie sah sie aus – die Götterwelt der "Alten Römer"?

Abgesehen von den eigenständigen Göttern, von denen es allerdings keinerlei Aussagen über deren Herkunft gibt, übernahmen die Römer ihre wichtigsten Götter von den Griechen. Die wiederum wurden ihnen von den Etruskern näher gebracht.

Diese Vorgehensweise empfanden die pragmatischen Römer als ausgesprochen praktisch. Kurzerhand spannten sie also die Götter der Griechen – leicht abgewandelt – für sich ein. So veränderten sie – zum Beispiel – den ihnen bereits bekannten Jupiter so lange, bis er schließlich Zeus ähnelte.

Und aus

  • Aphrodite wurde Venus,
  • aus der Familiengöttin Hera wurde Juno,
  • der griechische Meeresgott Poseidon verwandelte sich in Neptun,
  • Ares, der Gott des Krieges kämpfte im Antiken Rom unter dem Namen Mars weiter,
  • Hermes, der Gott der Diebe, des Handels und der Reisenden übermittelte fortan seine Botschaften unter dem Namen Merkur,
  • Athene kümmerte sich unter dem Namen Minerva im Wesentlichen um die Weisheit, das Wissen und die Kunst,  
  • Hades alias Pluto hatten gleichermaßen den Job als Götter der Totenwelt und im

Laufe der Zeit kam es weiterhin zu sich immer neu verändernden Gewichtungen und Einteilungen der römischen Götterwelt. So gab es die etwas weniger wichtigen Götter, wie zum Beispiel:

  • Flora, Fauna, Carna, Luna und Plutus (nicht zu verwechseln mit Pluto!);
  • die Geisterwesen Genius, Lemuren und Penaten;

die sozusagen personifizierten Götter

  • Fama (Gerücht),
  • Justitia (Gerechtigkeit),
  • Libertas (Freiheit),
  • Pax (Frieden) oder
  • Victoria (Sieg)

und schließlich "Geheimkulte" wie die

  • Dionysos/Bacchusfeste;
  • den Isis- (ägyptisch) und
  • den Mithraskult (ggf. abgeleitet von „Mithra“, einem frühen persischen Gott).
Welches Verhältnis hatten die "Alten Römer" zu ihren Göttern?

Ein entspanntes! Sie hoben ihre Götter nicht wirklich in den Himmel.

Eine geistige, übersinnliche Verehrung fand zwar durchaus statt, war aber nicht allzu stark ausgeprägt. Vielmehr hatte die Religion und das Verhältnis zu den Göttern im Alten Rom eine mehr sachliche und unbefangene Ausrichtung. Zwischen den Römern und ihren Göttern bestand so etwas wie ein Abkommen, ein Arrangement. Das beiderseitige Verhältnis beruhte mehr oder weniger auf Gegenseitigkeit – tust du was für mich, dann mach´ ich was für dich.

Glaube und Religion waren für die Römer keine Angelegenheit persönlicher Religiosität. Vielmehr sahen sie die Religion als Mission für das Gelingen einer funktionierenden Gemeinschaft.

Ausgangspunkt

Was hat der römische Kriegsgott Mars mit Remus und Romulus zu tun?

Nun ja, der gute Mann (Mars) war ihr Vater.

Alles begann im 8. vorchristlichen Jahrhundert in Alba Longa, einer schon in vorrömischer Zeit bedeutenden Stadt am Westufer des Albaner Sees/Italien. Dort ließ sich die latinische Königstochter Rea Silvia – trotz ihres als Vestalin gegebenen Keuschheitsgelöbnisses – mit dem Kriegsgott Mars ein. Das hatte Folgen. Sie brachte Zwillinge zur Welt: Remus und Romulus.

Wer waren Remus und Romulus?

Die Brüder Remus und Romulus stehen in der römischen Mythologie für die Gründung Roms. Sie wurden nach der Geburt ausgesetzt, aber letztlich von einer Wölfin gerettet und großgezogen. Später, so heißt es, haben sie die Stadt Rom gegründet.

Die Skulptur des Romulus, Remus und der Wölfin ist angeblich etruskischen Ursprungs und aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. sowie heute als so genannte „Kapitolinische Wölfin“ in den Kapitolinischen Museen auf dem Kapitolshügel in Rom zu bewundern.

Warum wurden Remus und Romulus auf dem Tiber ausgesetzt?

Weil ihr Onkel Amulius, der zuvor durch Mord und Totschlag König von Alba Longa geworden war, Angst hatte, dass einer der Zwillinge ihn eines Tages vom Thron stürzen könnte!

Also ließ er die Mutter, Rea Silvia, als Strafe für ihren „Seitensprung“ einsperren und die Brüder Romulus und Remus vorsorglich auf dem Tiber aussetzen. Was aber nichts genutzt hat. Die Brüder wurden gerettet. Wie schon gesagt – von einer Wölfin.

Was ist eigentlich "Alba Longa"?

In Vergils "Aeneis" wird dem reisenden Aeneas eine Prophezeiung gemacht, die – vage, nebulös und unbestimmt – etwas von einem riesengroßen Schwein mit weißen Borsten und dreißig Ferkeln erzählt.

Als Aeneas mit seinen Gefährten eines Tages in das Königreich Latium in Italien kommt, gründet sein Sohn Ascanius (etwa um 1152 v. Chr.) tatsächlich eine Stadt, und nennt sie "Alba Longa". Das Schwein, so wird die vor langer Zeit gemachte Prophezeiung von Aeneis interpretiert, steht für eine Stadt  ("alba";  lat. "weiß"); die Ferkel stellen die dreißig Stämme der Italiker dar.

Die Stadt "Alba Longa", in der Nähe des heutigen Rom gelegen, war im antiken Latium für lange Zeit ein wichtiger und bedeutender Platz für das Wirken des Latinerbundes (der dreißig Italiker-Stämme). Wahrscheinlich im Jahr 665 v. Chr. zerstört, wird "Alba Longa" heute an der Stelle der päpstlichen Sommerresidenz "Castel Gandolfo" vermutet.

Wer waren die "Italiker" und/oder "Latiner"?

Die Bezeichnung Italiker ist ein Terminus für eine Reihe von Stämmen indogermanischer Völker, von denen vermutet wird, etwa gegen Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. aus dem nördlichen Europa ins wärmere Italien gekommen zu sein.

Die Fraktion der so genannten Latiner ließ sich in und um Rom herum nieder, die der Osko-Umbrer wurden im heutigen Umbrien/Italien sesshaft.

Wie es seiner Zeit überwiegend nur möglich war, lebten beide Gruppen von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang. Irgendwann, etwa ab dem 4. Jh. n. Chr., mussten sie vor den Römern die Segel streichen und wurden unterworfen.

Wie kam es zur Gründung Roms durch Remus und Romulus?

Nun, nachdem sie  – nach der Aussetzung auf den Tiber durch ihren Onkel Amulius – von einer Wölfin gerettet und aufgezogen wurden und ihre Jugendjahre als Adoptivkinder eines Schäfers mit Diebstahl und anderen Räubereien verbracht hatten, wurden sie durch glückliche Umstände (welche genau das gewesen sind, bleibt weitestgehend im mystischen Dunkel) in die Lage versetzt, eine Stadt am Tiber zu gründen. Und zwar möglichst genau an der Stelle, wo ihnen seiner Zeit die Wölfin hilfreich zur Seite gesprungen war.

Bedauerlicherweise konnten sie sich aber nicht einigen, wer denn nun der zukünftige Herrscher sein sollte. Im Streit über diese Frage, erschlug Romulus seinen Bruder Remus und herrschte fortan als erster König in der – angeblich nach ihm benannten und im Jahr 753 v. Chr. gegründeten – Stadt Rom.

Wer veranlasste den "Raub der Sabinerinnen"?

Das soll, der Sage nach, Romulus gewesen sein. Nachdem er seinen Bruder Remus erschlagen hatte und die Stadt Rom allein regierte, erwies er sich als umsichtiger und gütiger Herrscher. Er sorgte für eine positive Weiterentwicklung der Stadt, bot Fremden Asyl und war jeglichem Bevölkerungszuwachs zugetan.

Was allerdings in der sich immer weiter entwickelnden Stadt fehlte, waren Frauen. Als friedliche Versuche, in den Nachbarstädten Frauen für Rom zu gewinnen, fehlschlugen, griff Romulus zu einer List. Er veranstaltete ein spektakuläres Fest zu Ehren Neptuns, dem Gott des Meeres. Das zog zahlreiche Zuschauer aus dem Umland an, von denen der größte Teil Sabiner waren. Auf dem Höhepunkt der Darbietungen ließ Romulus die anwesenden Jungfrauen von jungen Römern fortschleppen.

Wer und was vereinte Römer und Sabiner?

Das waren die ehemals von den Römern geraubten Sabinerinnen. Als ihr König, Titus Tatius, auf die Idee kam, den Raub der Sabinerinnen zu rächen, waren bereits Jahre vergangen. Die Sabinerinnen waren inzwischen mit Römern verheiratet, hatten gemeinsame Kinder und sich ohnehin mit römischer Kultur und römischen Sitten arrangiert.

Sie beschwichtigten also ihren König, stimmten ihn um – und der Krieg fiel ins Wasser. Beide Parteien schlossen Frieden, und vereinten sich zu einem Volk.

Protagonisten

Wer oder was ist Janus?

Der doppelgesichtige Janus ist einer der ältesten römischen Götter.

Er ist zuständig für Tür und Tor, Ein- und Ausgang sowie für jeglichen Beginn am Himmel, auf der Erde und des Lebens ganz allgemein. Deswegen wurde auch der Januar, der erste Monat im Jahr nach ihm benannt.

Was bedeutet "Animismus" – zum Beispiel im Klassischen Rom?

Generell ist unter "Animismus" die Vorstellung zu verstehen, dass in jedem Tier, jeder Pflanze oder jedem Gegenstand, ein Gott oder ein Geist wohnt.

Bevor die Römer mit den Etruskern in Berührung kamen, glaubten auch sie daran, dass zum Beispiel Bäumen, Steinen, Tieren, Gras, Getreide und sogar häuslichen Gebrauchsgegenständen ein höheres – das tägliche Leben bestimmendes – Wesen innewohnt.

So galt Vesta (griech. Hestia) als Wächterin über das Herdfeuer, so genannte Laren machten sich als Schutzgeister für Haus und Familie nützlich und die altrömischen Penaten waren für ständig gut gefüllte Vorratskammern zuständig.

Was sind Penaten?

Penaten wurden die altrömischen häuslichen Geister genannt, die vorzugsweise für die gefüllte Speisekammer zuständig waren.

Gemeinsam mit den Laren (Schutzgötter bestimmter Plätze und der Familie) und der Göttin Vesta (griech. Hestia), der  Wächterin über das Herdfeuer, genossen die Penaten hohes Ansehen unter den Menschen. Während die häuslichen Penaten für den Vorratskeller zuständig waren, hatten sie für den Staat für einen ausgeglichenen Haushalt Sorge zu tragen.

Was sind Laren?

Als Laren wurden in der altrömischen Religion/Mythologie gestalt- und geschlechtslose Geister/Götter bezeichnet. Angenommen wurde, dass die Laren den einzelnen Menschen und deren Wirken und Tun im Leben als "Lares Familiares" (persönlicher Geist/Gott der Familie) hilfreich zur Seite standen.

Daneben gab es die

  • "Lares Loci" (Schutzgeister eines bestimmten Platzes im Haus) und die
  • "Lares Publici", die sozusagen für jedermann in Stadt und Land tätig waren.

Die passten darauf auf, dass ihren Schutzbefohlenen – zum Beispiel an Straßenkreuzungen, auf Plätzen in Städten und Dörfern, auf Reisen per Schiff, Pferd und/oder Wagen oder auch zu Fuß – nichts Böses geschah. Um die Laren bei Laune zu halten und für sich einzunehmen, kreierten die Menschen bestimmte Rituale.

Was bedeutet der Begriff "Vestalinnen"?

Es heißt, Vesta, eine der ältesten altrömischen Göttinnen, zuständig für das Herdfeuer und Beschützerin der Familien, hatte im antiken Rom einen Tempel mit einem ewig brennenden Feuer. Das musste ständig gepflegt und am "Leben" gehalten werden. Diese Aufgabe übernahmen sechs – sozusagen assistierend – Priesterinnen, die Vestalinnen genannt wurden.

Vestalinnen unterstanden im frühen Rom dem obersten Priester und Wächter über die Welt der altrömischen Götter, dem Pontifex Maximus (so nannten sich später die römischen Kaiser und schließlich die Päpste).

Wichtigstes Attribut der Vestalinnen war – während der immerhin dreißig Jahre dauernden Tätigkeit – die Wahrung ihrer Jungfräulichkeit.

Wie heißen der griechische und römische Liebesgott?

Amor (römisch) und Eros (griechisch). Der römische Liebesgott Armor wird in der Kunst meist als nackter Jüngling mit Pfeil und Bogen dargestellt.

Wer war Herkules?

Herkules ist das römische Pendant zum griechischen Helden – und späteren Gott – namens Herakles.

Ebenso wie die Griechen Herakles, verehrten und liebten die Römer ihren Herkules. Beide wurden als Sterbliche geboren, vollbrachten unsagbare Heldentaten, waren ständig bemüht, Gutes zu tun und wurden nach ihrem Tod wohlwollend in das Reich der Götter aufgenommen.

Autor:

Quellen:

  • "Römisches Reich" (rororo - Das farbige Life Bildsachbuch)
  • "Richtig reisen - Rom" (Birgit Kraatz/DuMont Buchverlag, Köln)
  • "Mythologie für Dummies" (Christopher W. Blackwell, Amy Hackney Blackwell/mitp-Verlag, Bonn)
Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).

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