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Russland: Wer waren die Zaren und Kaiser Russlands von 1682 bis 1762?

Von den sieben auf die Regentin Sofia Alexejewna (* 1657/† 1704) und Zar Iwan V. (* 1666/† 1696) folgenden Zaren/Kaiser Russlands bis zum Amtsantritt Katharinas II., der Großen, gilt als der Bekannteste ohne Frage Peter I., der Große.

Sprung nach vorn

Was hat Peter I., der Große (* 1672/† 1725; Zar von 1682-1725) bewirkt?

Peter I., der Große,

  • suchte den Kontakt zum Westen,
  • führte Russland einer neuen, modernen Entwicklung entgegen,
  • entschied – mit Unterstützung Sachsen-Polens und Dänemark-Norwegens – den von 1700 bis 1721 geführten „Großen Nordischen Krieg“ gegen das von König Karl XII.
    (* 1682/† 1718) regierte Schwedische Reich für sich,
  • verlegte die Hauptstadt Russlands von Moskau in das nach ihm benannte St. Petersburg,
  • komplettierte seinen Zarentitel 1721 mit dem eines Kaisers,
  • stellte die Leibeigenschaft der Bauern auf eine gesetzlich verankerte Grundlage,
  • führte 1700 den Julianischen Kalender ein, 
  • schuf zweifelsfrei einen modernen absolutistischen Staat und
  • steuerte Russland auf das Niveau einer ernstzunehmender Großmacht.

Der angeblich etwa zwei Meter große Peter I., zwar durchaus wissbegierig, freundlich und gefühlvoll, konnte aber auch, so heißt es, von gleich auf jetzt in ein brutales Gegenteil wechseln. Er war zweimal verheiratet, hatte (mutmaßlich) fünfzehn Kinder, von denen allerdings lediglich fünf überlebten, litt unter einem Nervenleiden, galt als starker Trinker und verstarb 52-jährig im Februar 1725 in St. Petersburg. An einer Harnwegsinfektion.

Zwischendurch

Wer waren die russischen Kaiser von 1725-1762?

Die auf Peter I. folgenden Kaiser und Kaiserinnen:

  • Katharina I., Peters zweite Ehefrau, regierte von 1725 bis 1726,
  • sein Enkel Peter II. von 1727 bis 1730,
  • Anna (Tochter Iwans V.), deren Regierungszeit „Dunkle Epoche“ genannt wird, von 1730 bis 1740,
  • Iwan VI. von 1740 bis 1741,
  • Elisabeth (Tochter Peters I. und Katharinas I.) von 1741 bis 1762 und,
  • für sechs Monate, von Januar bis zu seiner Ermordung Anfang Juli 1662, Peter III.

führten Russland gewissermaßen – salopp gesagt – unspektakulär weiter.

Zwar expandierte das Reich so gut wie unaufhörlich weiterhin, es gab Beteiligungen am

  • Polnischen Thronfolge- (1733-1738),
  • am Siebenjährigen- (1756-1763) sowie
  • am Russisch-Österreichischen Türkenkrieg (1787-1792),

aber natürlich wurde auch, unter Herrschern nicht unüblich, entmachtet, gemordet und Andersgläubige, also – zum Beispiel – diejenigen, die nicht dem russisch-orthodoxen Glauben angehörten, unter Druck gesetzt.

Dynastie der Linie Romanow-Holstein-Gottorp

Und, nicht zu vergessen, betrat mit dem Sechsmonatekaiser Peter III. (* 1728/† 1762) – väterlicherseits aus dem Hause Schleswig-Holstein-Gottorf, mütterlicherseits aus der Familie der Romanows stammend – ein Deutscher die russische Zarenbühne.

Somit hatte mit ihm, Peter III., die dritte Dynastie russischer Zaren/Kaiser, die Linie Romanow-Holstein-Gottorp, das Ruder auf dem russischen Zarenthron übernommen.

Fiel Peter III. einem Staatsstreich zum Opfer?

Nichts genaues weiß man nicht. Der tatsächliche Grund Peters plötzlichen Ablebens bleibt offen. Ein Staatsstreich ist, wenn man so will, vermutlich auszuschließen, wurden seine Anfangsinitiativen im Amt doch von der Mehrheit seiner Untertanen begrüßt.    

Peter III., seit 1745 mit seiner ebenfalls deutschen Cousine, Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst-Dornburg, der späteren Kaiserin Katharina II., der Großen (* 1729/† 1796) verheiratet, bestieg, nach dem Tod seiner Tante Elisabeth, mit Beginn des Jahres 1762 den russischen Thron.

Unmittelbar nach Amtsantritt

  • verfügte er eine Amnestie politisch Gefangener,
  • schloss Frieden (Siebenjähriger Krieg) mit dem von ihm verehrten Friedrich II. von Preußen, dem Großen (* 1712/† 1786),
  • unterband – dem aufgeklärten Absolutismus zuneigend – die Folter,
  • reformierte das Steuerwesen und
  • gestattete Glaubensfreiheit.

Durchaus denkbar dagegen scheint zu sein, dass es im Grunde genommen Eigeninteressen einiger weniger Konspiranten waren, die zur Gefangennahme Peters III. geführt haben.

So soll der Liebhaber Katharinas, ein gewisser Grigori Orlow, Offizier der russischen Armee, zu Gunsten seiner Geliebten am Sturz Peters gearbeitet haben. Und, es gab Scheidungsgerüchte, wonach Peter III. seine Gattin gegen seine Geliebte, die Gräfin Jelisaweta Romanowa Woronzowa, austauschen und diese zur Kaiserin machen wollte.

Und dann gab es noch Paul, von dem man nicht wusste, ob er der Sohn Peters III. oder des einen oder anderen Geliebten Katharinas war (die Eheleute pflegten sozusagen eine offene Beziehung). In dieser persönlich familiär geprägten Melange, kam es schließlich im Juli 1762 zur Gefangennahme Peters durch von Grigori Orlow und dessen Bruder aufgehetzten Putschisten niederen Adels.

Die Umstände seines Todes verlieren sich im Ungefähren. Die einen sagen, er sei – trotz Gefangenschaft – eines natürlichen Todes verstorben, andere vermuten – und so wird das in der einschlägigen Literatur häufig kolportiert, seine Gattin hätte ihn, mit Hilfe des Militärs, meucheln lassen. Wie auch immer: Der Weg war nun frei für Katharina II., die im Herbst 1762 die Alleinherrschaft über Russland übernahm. Bis zu ihrem Dahinscheiden 1796.

Quellen:

  • "Eine Geschichte Russlands" (Orlando Figes/Klett-Cotta)
  • "Die Herrschaft der Zaren" (Hg. Uwe Klussmann, Dietmar Pieper/Goldmann: Spiegelbuchverlag)
  • "Peter der Große: Russlands Aufstieg zur Großmacht" (Henry Vallotton/Diederichs Verlag)
  • "Die Romanows" (Albert Stähli/Verlag Frankfurter Allgemeine Buch)
  • "Der Zar aus Schleswig-Holstein" (Bernhard Mager/Ihelio Verlag)
  • "Weltgeschichte: Von den Anfängen bis ins 21. Jahrhundert" (Wissen visuell/Knesebeck Verlag)
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