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Aischylos: Erster bekannter Tragödiendichter der griechischen Antike

Wer war Aischylos? Warum gilt er noch heute als herausragender Theaterautor der griechischen Antike? Welchen Einfluss hatte er auf die Entwicklung des Theaters? Diese und weitere Fragen sollen in diesem Beitrag beantwortet werden.

Leben und Wirken

Wer war Aischylos (525-456 v. Chr.)?

Zusammen mit Euripides und Sophokles gehörte Aischylos im antiken Griechenland zu den "Gründervätern" des Sprechtheaters.

Aischylos wurde 525 v. Chr. in Eleusis, nahe Athen geboren, und soll aus einer wohlhabenden Adelsfamilie stammen. Bereits mit Mitte Zwanzig stellte Aischylos sich dem Wettstreit der Dichter bei den Dionysos-Festen. Endlich, in seinen besten Jahren, mit etwa vierzig Jahren, errang er seine ersten dichterischen Lorbeeren.

Von seinen (vermutlich) neunzig Satyrspielen und Tragödien haben es allerdings nur sieben Werke, einige davon auch nur fragmentarisch (von zwei Satyrspielen ist zum Beispiel lediglich die Thematik bekannt), in unsere Zeit geschafft:

  • "Die Schutzflehenden", („Hiketiden“) – entstanden und aufgeführt etwa zwischen 465 v. Chr. und 460 v. Chr.,
  • "Die Sieben gegen Theben", („Hepta“) – entstanden und aufgeführt in den 60igern des 5. Jhds. v. Chr.
  • "Die Perser" (ein Mittelstück aus einer Trilogie) – Erstaufführung 472 v. Chr. in Athen,
  • "Der gefesselte Prometheus" (ein Teilstück aus einer Trilogie) – Datum der Erstaufführung unbekannt, offenbar aber ebenfalls in Athen,
  • "Die Orestie" (Triglogie): Teil 1: "Agamemnon", Teil 2: "Die Grabspenderinnen" bzw. "Weihgussträgerinnen", Teil 3: "Die Eumeniden"

Mit seinem Nachlass gilt Aischylos der Nachwelt als der Dramatiker, der aus Chören, Hymnen und Sprechgesängen endgültig den Dialog, einhergehend mit einer dramatischen Handlung, zu einem bestimmenden Element des Theaters machte.

Aischylos verstarb 456 v. Chr. in Gele auf Sizilien. Der Legende nach soll es ein Adler gewesen sein, der seinen Kahlkopf vermutlich mit etwas Vorteilhafteren für ihn, den Adler, verwechselt hat.

Renommee

Was macht die Bedeutung des Dichters Aischylos aus?

Aischylos ist der Nachwelt als erster Dramatiker bekannt, der aus Chören, Hymnen und Sprechgesängen eine dramatische Handlung formte. Durch die Einführung eines zweiten Darstellers entstand der Dialog.

Von seinen, wie gesagt, insgesamt etwa 90 Theaterstücken (Satyrspiele und Tragödien) bzw. den 7 erhalten gebliebenen Bühnenwerken, gelten die Stücke „Die Perser“ und „Die Orestie“ als die bedeutendsten.

In seinen Stücken beschwört Aischylos die Macht und Größe des "Klassischen Athen", beschäftigt sich eingehend mit ethischen Fragen zur Macht und den möglichen Gefahren, die durch Machtmissbrauch entstehen können sowie der Rechtfertigung des Verhaltens der Götter.

Bühnenstücke

Worum geht es in Aischylos' Tragödien?

"Die Perser"

"Die Perser" sind das Mittelstück einer 472 v. Chr. in Athen erstmalig aufgeführten Trilogie des Dramendichters Aischylos, in der es um die etwa um 480 v. Chr. stattgefundene Schlacht von Salamis geht. Diese Schlacht wurde von den – in ihrer Kampfkraft eigentlich unterlegenen – Griechen gewonnen.

Erzählt wird der Hergang der Schlacht nicht aus Sicht der siegreichen Griechen.

Vielmehr stellt Aischylos die Unsinnigkeit jeglichen Krieges, der den Menschen außer Schrecken, Verzweiflung, Tod und Trauer nie etwas bringt, aus der Perspektive der vernichtend geschlagenen Perser unter Xerxes dar – ohne sich dabei über die Niederlage des Gegners in Hochmut zu erheben.

"Der gefesselte Prometheus"

In der Tragödie "Der gefesselte Prometheus" schildert Aischylos das Martyrium des an einen Felsen im Kaukasus gefesselten Prometheus.  Der hatte, gegen den Willen des Göttervaters Zeus, das Feuer zu den Menschen gebracht.

Vergeblich erwartet Zeus Reue und Entschuldigung von Prometheus.

Aber trotz eindringlichen Zuredens wohlmeinender Freunde, doch endlich klein beizugeben und Zeus über das von Kronos (Anführer der Titanen) gegen ihn, Zeus, geplante Komplott zu informieren, bleibt Prometheus – trotz zusätzlicher Strafen – stur und uneinsichtig.

Schließlich reißt Zeus der Geduldsfaden. Er lässt – mit dem so genannten (sprichwörtlichen) "längeren Arm" – den obstinaten Prometheus im Tartarus, in der Unterwelt, verschwinden.

"Die Orestie"

In der etwa um 458 v. Chr. in Athen erstmals aufgeführten Trilogie "Die Orestie" des Dramendichters Aischylos, wird Agamemnon (König von Mykene) von seiner Gattin Klytaimnestra und deren Lebensgefährten Aigisthos ermordet. Und zwar, weil Agamemnon zu Beginn des Trojanischen Krieges die gemeinsame Tochter Iphigenie aus "taktischen" Gründen den Göttern geopfert hat/haben soll.

Den Mord an ihrem Vater können Orestes und seine Schwester Elektra wiederum nicht gut heißen, schwören Rache und töten ihrerseits – auf Betreiben des Apollo – Klytaimnestra und Aigisthos. Das erzürnt nun wieder die Erinnyen (Furien, Rachegöttinnen). Sie verfolgen den tragischen Helden Orestes bis nach Athen, wo über den Fall des Muttermordes gerichtet werden soll.

Obwohl die Verteidigung von Apollo übernommen wird, ist die Causa Orestes nicht einfach zu lösen. Schließlich wird aber – durch die Stimmabgabe Athenes – ein Unentschieden aller abgegebenen Stimmen und damit der Freispruch Orestes´ erreicht.

Die mit diesem Urteil unzufriedenen Erinnyen, werden von Athene beschwichtigt, indem sie sie in Eumeniden (das waren so genannte "Wohlgesinnte"/"Wohlmeinende") verwandelt.

"Die Schutzflehenden"

In der Tragödie "Die Schutzflehenden" ("Hiketiden"), erzählt Aischylos eine bunte Geschichte vom Streit unter Göttern und Zwietracht unter Menschen.

So zum Beispiel

  • vom triebgesteuerten Zeus,
  • von Hera, dessen Gattin, die die Geliebte des Zeus, Io, in eine Kuh verwandelt sowie von
  • Io selbst, die nun als von einer Bremse verfolgter Wiederkäuer über das (nach ihr benannte) Ionische Meer, den Bosporus und den asiatischen Teil der Türkei flieht, irgendwann und irgendwie nach Ägypten gelangt, dort zurückverwandelt wird, heiratet und einen Sohn bekommt, der König wird.

Weiter geht es dann mit der Flucht eines der Nachkommen aus Ios Familie, der mit fünfzig Mädchen nach Griechenland türmt, weil die sich nicht von ihren Vettern, den fünfzig Söhnen des Aigyptos, heiraten lassen wollen. In Griechenland angekommen, stellt sich dem dortigen Herrscher die Frage: "Nehme ich die "Schutzflehenden" auf, oder riskiere ich einen Krieg mit den Söhnen des Aigyptos?"

Das Volk stimmt für die Aufnahme der Mädchen. König Pelasgos übernimmt die Verantwortung und stellt sich den Verfolgern – ergebnisoffen – in den Weg.

"Sieben gegen Theben"

In der Tragödie "Sieben gegen Theben" (Hepta), berichtet Aischylos von der Uneinigkeit der Söhne des Ödipus – Eteokles und Polyneikes – die Stadt Theben ordentlich zu regieren. Nach einigem Hin und Her vereinbaren die beiden, jährlich abwechselnd die Herrschaft auszuüben. Was aber nicht klappt.

Eteokles findet Gefallen an Macht und Einfluss seines Amtes. Nach Ablauf seines ersten Regentschaftsjahres lehnt er den Rücktritt ab. Das kann Polyneikes selbstverständlich nicht zulassen. Flugs sammelt er seine Verbündeten um sich, und geht mit den "Sieben gegen Theben" und deren Männern militärisch gegen Eteokles vor.

Fatales Ende: Eteokles und Polyneikes werden in der Schlacht um Theben getötet.

Vernetzung

Was verbindet Aischylos, Sophokles, Euripides, Dionysos, Peisistratos und Thespis?

Alle Genannten trugen erheblich zur Weiterentwicklung des Theaters bei.

Die Wurzeln

Grundsätzlich liegt der Ursprung der Tragödie und des Theaters in den im antiken Griechenland gepflegten kultischen Dionysosfesten (Dionysien).

  • Peisistratos (etwa *600 v. Chr. bis °527 v. Chr.), so genannter „Tyrann von Athen“, erhob den Dionysoskult zu zeremoniellen Staatsfeierlichkeiten.
  • Thespis, ein Dichter und Schauspieler, wurde mit der Gestaltung und Ausstattung der Festakte betraut. Außerdem fügte Thespis dem Chor eine Person als Gegenpart hinzu.

Frischer Wind

Etwa sechs Jahrzehnte später, brachten

  • Aischylos (etwa *525 bis °456 v. Chr.),
  • Sophokles (etwa *496 bis °406 v. Chr.) und
  • Euripides (etwa *480 bis °406 v. Chr.)

– bedingt durch die Einführung zusätzlicher dramaturgischer Elemente – frischen Wind und mehr Abwechslung in die Handlung. Waren bisher große Teile der Darstellung einem Chor plus einer Person zugeschrieben, brachte – zum Beispiel –

  • Aischylos einen zweiten Darsteller auf die Bühne,
  • Sophokles führte einen dritten Schauspieler ein, schaffte die Trilogie als dramaturgisches Moment ab und stellte den Menschen als Einzelwesen in den Mittelpunkt des Geschehens, bei
  • Euripides verliert der Chor zunehmend an Bedeutung. Bemerkenswert ist die Einführung des Prologs als dramaturgisches Stilmittel.

In seinem Denken ist Euripides friedloser, zweifelnder und unzufriedener als seine Mitstreiter Aischylos und Sophokles. Im Gegensatz zu diesen beiden, zeichnete er Menschen wie sie sind, nicht wie sie sein sollten.

Ideenfindung

Allen gemeinsam ist die Beschäftigung mit den Legenden und Personen der griechischen Mythologie. So nahmen sie sich, unter anderen, der Themen und Geschichten des Trojanischen Kriegs, der Argonauten, des Herakles, Zeus, der Klytaimnestra, des Orestes, Ödipus und etlichen anderen mehr an.

Autor:

Quellen:

  • "Reclams Schauspielführer" (Reclam)
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