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Sophokles: Antigone, Elektra und weitere Tragödien

Wer war Sophokles? Worin liegt seine Bedeutung? Was sind seine bekanntesten Theaterstücke? Was sind die Inhalte seiner Tragödien? Fragen, auf die wir in diesem Beitrag Antworten geben wollen.

Leben und Wirken

Was ist über Sophokles bekannt?

Sophokles, 496 v. Chr. in Kolonos bei Athen geboren, aufgewachsen in einer gut betuchten Familie, genoss eine ausgezeichnete Erziehung und trat – wie häufig, ist in den Quellen nicht zu erfahren – als Chorsänger und Lyraspieler auf. Mit achtundzwanzig Jahren besiegte er 468 v. Chr. im Dichterwettstreit zum ersten Mal seinen Kontrahenten Aischylos.

Neben seiner dichterischen Tätigkeit widmete er sich auch politischen Ämtern. Unter Perikles (etwa 490-429 v. Chr.), einem der seinerzeit führenden Staatsmänner Athens, nahm Sophokles sogar diplomatische Aufgaben wahr.

Gemeinsam mit Aischylos und Euripides gehört Sophokles im "Antiken Griechenland" zu den Begründern des Sprechtheaters.

Sophokles verstarb 406 v. Chr. im Alter von 90 Jahren in Athen, die Stadt, die er zeitlebens nie verlassen haben soll.

Bedeutung

Sophokles führte einen dritten Schauspieler ein, schaffte die Trilogie als dramaturgisches Mittel ab, und stellte den Menschen als Einzelwesen in den Mittelpunkt des Geschehens.

Von den vermutlich 123 Theaterstücken, die Sophokles geschrieben haben soll, haben lediglich die nachstehenden sieben die Jahrtausende überdauert:

  • "Aias" (Tragödie, Aufführungstermin unbekannt),
  • "Trachinierinnen" (Tragödie, Aufführungstermin unbekannt),
  • "Antigone" (Tragödie, Erstaufführung 441 v. Chr., Athen),
  • "König Ödipus" (Tragödie, Erstaufführung 425 v. Chr., Athen),
  • "Elektra" (Tragödie, Erstaufführung 413 v. Chr., Athen),
  • "Philoktet" (Tragödie, Erstaufführung 409 v. Chr. in Athen) und
  • "Ödipus auf Kolonos" (Tragödie, Erstaufführung 401 v. Chr., Athen)

In Sophokles' Tragödien finden sich unzweifelhaft, geradezu wie an einem roten Faden,

  • seine Betrachtungen zu Schicksal vs. selbst verursachter Schuld,
  • seine ethisch-moralische Sichtweise und Grundüberzeugung in Punkto klug angewandter "Besonnenheit und Maßhalten" im göttlich-menschlichen Miteinander sowie
  • seine Versuche, daraus eine allgemeine Wahrheit zu definieren, wieder.

Bühnenwerke

Um was geht es in Sophokles' Tragödien?

"Aias"

Grundsätzlich geht es in der Tragödie "Aias" um eine Episode aus Homers "Ilias".

Aias, ein Held des Trojanischen Krieges, fühlt sich in seiner Ehre gekränkt. Nicht er, sondern Odysseus hat die Waffen des von Paris getöteten Achilles erhalten.

Aus Enttäuschung darüber, erschlägt er eines Nachts alle erbeuteten Rinder, Schafe und Ziegen, wird sich kurze Zeit später seines unentschuldbaren Handelns bewusst, beschließt Selbstmord zu begehen und stürzt sich in das Schwert, das zuvor dem Trojaner Hektor gehört hat. Und das alles nur, weil Aias sich selbstgefällig zu Überheblichkeit hat hinreißen lassen.

"Philoktet"

Ähnlich wie in der Tragödie "Aias", wird von Sophokles auch in dem etwa 409 v. Chr. uraufgeführten Stück "Philoktet" eine Begebenheit aus Homers "Ilias", dem Trojanischen Krieg, erzählt.

Philoktet – in der griechischen Mythologie kurzfristig Kämpfer im Trojanischen Krieg auf Seiten der Griechen sowie Gefolgsmann des Argonautenanführers Jason – wird von Agamemnon und Menelaos wegen übel riechender Geschwüre auf die Insel Lemnos (Ägäis) verbannt.

Jahre später wird allerdings seine Hilfe benötigt. Denn nur er besitzt das entscheidende Mittel, mit dem Troja endgültig besiegt werden kann.

Mit List, Tücke und falschen Versprechungen gelingt es Odysseus und Neoptolemos (Sohn des Achilles), Philoktet zu überreden, sein Inselleben aufzugeben und dem Ruf zu folgen.

Während Odysseus in dem Stück strikt die Belange des Staates im Auge hat und uneingeschränkt seinem Auftrag folgt, erfasst Neoptolemos im Verlauf der Tragödie Mitleid mit dem geschundenen Philoktet, das heißt: Sophokles stellt den Staatsinteressen (vertreten durch Odysseus) Anteilnahme und Mitmenschlichkeit (verkörpert durch Neoptolemos) gegenüber.

Philoktet wird später – durch die Fürsprache des Göttervaters Zeus – rehabilitiert und von seiner scheußlichen Krankheit geheilt.

"Antigone"

In Sophokles' etwa 441 v. Chr. in Athen uraufgeführter Tragödie "Antigone", geht es im weitesten Sinne um Schicksal, Gerechtigkeit und Schuld. Eine irre Geschichte!

Antigone, Tochter des Ödipus, will ihren Bruder Polyneikes bestatten. Kreon, König von Theben, verbietet es ihr, lässt aber andererseits die Beisetzung des anderen Bruders, Eteokles, ausdrücklich zu. Beide Brüder waren in den Kampf um Theben verwickelt – allerdings jeweils auf gegensätzlicher Seite. Eteokles engagierte sich für Kreon, Polyneikes zog gegen ihn zu Felde.

Antigone, den heiligen Bräuchen verpflichtet, empfindet Kreons Entscheidung als ungerecht, schlägt sein Verbot in den Wind, wird dafür mit Kerkerhaft bestraft und begeht – in ihr Schicksal ergeben – Selbstmord durch Erhängen. Daraufhin erdolcht sich ihr Ehemann in spe (Haimon). Und, da auch Eurydike empört ist über ihren Gatten Kreon, nimmt sie sich ebenfalls das Leben.

Kreon beklagt zwar eindringlich sein Tun, aber die Einsicht in seine Schuld und Verstrickung kommt zu spät. Die Protagonisten sind – wie oben geschildert – längst den Weg allen Irdischen gegangen ...

"König Ödipus"

In der etwa um 425 v. Chr. in Athen erstmals aufgeführten Tragödie "König Ödipus", geht es erneut um Schicksal, Schuld und Sühne.

Ödipus, der zuvor eine Menschen verschlingende Sphinx besiegt hat, ist jetzt König von Theben, sein Schwager Kreon vorübergehend entmachtet. Und weil das mit der Sphinx so gut geklappt hat, soll Ödipus Theben nun von einer gerade grassierenden Pest befreien.

Um zu erfahren, was in dieser Angelegenheit sinnvoll zu tun sei, wird Kreon zum Orakel nach Delphi geschickt. Die Auskunft ist düster. Als Grund der Plage wird der Umstand des noch nicht gesühnten Mordes am vormaligen König Laios orakelt.

Also macht sich Ödipus in detektivischer Kleinarbeit daran, den Mörder aufzuspüren, stößt aber an seine Grenzen, als klar wird, dass er, Ödipus, es war, der seinen ihm unbekannten Vater Laios erschlagen und anschließend sogar – in Unkenntnis der wahren Gegebenheiten – seine Mutter Iokaste geheiratet hat (Ödipuskomplex).

Und, wie endet der Plot? Nun, Iokaste nimmt sich das Leben, Ödipus sticht sich die Augen aus, verschwindet aus Theben und der Nutznießer Kreon wird erneut König von Theben. That´s life ...

"Elektra"

In Sophokles' wahrscheinlich 413 v. Chr. in Athen uraufgeführter Tragödie "Elektra", geht es im Wesentlichen um Rache.

Orestes kommt nach Mykene, um den Mord an seinem Vater Agamemnon zu rächen, der von seiner Gattin Klytaimnestra und deren Geliebten umgebracht wurde. Um sein Vorhaben unerkannt durchführen zu können, lässt Orestes durch einen Freund seinen Tod verkünden.

Das wiederum erschreckt und betrübt Elektra, die Schwester des Orestes. Auch sie wird nun von Rachegelüsten getrieben. Aber, bevor Elektra zur Tat schreiten kann, gibt Orestes sein Versteckspiel auf und gibt sich zu erkennen.

Die Freude über das Wiedersehen der Geschwister ist groß, endet aber – wie auch sonst – in der Ermordung der Mutter Klytaimnestra und ihres Lovers Aigisthos durch Orestes.

"Die Trachinierinnen"?

In der Tragödie "Die Trachinierinnen" geht's – kurz gesagt – um Eifersucht!

Dejaneira, die Ehefrau des Herakles, wartet auf ihren Mann. Ein Bote bringt die Nachricht, Herakles befinde sich bereits auf der Rückreise, schicke ihr, Dejaneira, aber vorab schon einmal ein Geschenk – nämlich die junge, attraktive Iole. Nicht unbedingt schlau von Herakles. Denn schon bald erkennt Dejaneira, dass Iole in Wirklichkeit die Geliebte ihres Gatten ist.

Dejaneira bestreicht ein Kleidungsstück des untreuen Gatten mit Gift, und lässt es Herakles entgegenbringen. Zu spät bekommt sie Zweifel an ihrem Tun. Herakles ist an der tödlichen Textilie bereits verstorben. Allerdings nicht, ohne zuvor seinem Sohn aufgetragen zu haben, Iole zu heiraten.

Und Dejaneira? Was geschieht mit ihr? Drama! Drama! Sie tötet sich selbst.

"Ödipus auf Kolonos"

In Sophokles' fünf Jahre nach seinem Tod in Athen uraufgeführter Tragödie "Ödipus auf Kolonos" (heute ein Stadtteil Athens), kommt der alt gewordene Ödipus, in Begleitung seiner Tochter Antigone, nach Kolonos.

Dort, im Hain der Eumeniden, erhofft er sich ein friedliches Ende seines Leidensweges. Wie bekannt, hat Ödipus vor Jahren in Unwissenheit seinen Vater ermordet, seine Mutter geheiratet, mit ihr Kinder gezeugt, sich die Augen ausgestochen und Theben verlassen. Alles schlimm genug!

Aber jetzt, angekommen auf dem Hügel Kolonos, erwartet ihn weiteres Ungemach.

Zwar steht Theseus, König von Athen, auf seiner Seite und auch die zweite Tochter, Ismene, bietet Trost und Zuspruch, aber da ist immer noch Schwager Kreon, der Ödipus auf Kraft nach Theben zurückbeordern will. Warum? Weil

  • erstens: sich Ödipus´ Söhne, Eteokles und Polyneikes, um die Regentschaft Thebens streiten und
  • zweitens: ein Orakel geweissagt hat, dass die Stadt Theben nur dann eine Zukunft hat, wenn Ödipus in heimatlicher Erde beigesetzt wird.

Ödipus will aber nicht zurück nach Theben. Auch nicht, als Kreon die Mädels Antigone und Ismene entführen will, aber von Theseus rechtzeitig daran gehindert wird. Selbst der daraufhin erscheinende Sohn, Polyneikes, kann seinen Vater nicht umstimmen.

Endlich, die Geschichte naht sich dem Ende, verkündet ein Gewitter das nahe Ende des leidgeprüften Ödipus. Gemeinsam mit Theseus schafft er es, den Hain der Eumeniden zu erreichen. Dort entschläft er schließlich – befreit von allen Übeln der Welt – still und friedvoll.

Autor:

Quellen:

  • "Reclams Schauspielführer" (Reclam)
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