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Theater: Ursprung und Entwicklung

Wie entstand das Theater? Woraus haben sich die Theaterkulturen der verschiedensten Kulturen entwickelt? Warum gilt das Theater der griechischen Antike als der Beginn allen Theaterschaffens? Wann und wo entstanden die Amphitheater? Diese und weitere Fragen versuchen wir mit diesem Beitrag – kurz gefasst – zu beantworten.

Ursprung

Wo liegen die Wurzeln des Theaters?

Die Wurzeln des Theaters liegen, wenn man so will, in der Kultur, im Brauchtum und dem jeweils vorherrschenden religiösen Verständnis fast aller Völker in der sprichwörtlich grauen Vorzeit. Insbesondere einer aus diesem Verständnis resultierenden Götterverehrung.

Demnach haben die Menschen Rituale entwickelt, denen sie mit Tänzen und Gesängen Ausdruck verliehen. Aus diesen Gepflogenheiten entwickelten sich im Laufe der Zeit die Uranfänge des Theaters.

Und da Theater im Wesentlichen immer nur ein Ort ist, an dem ein Spiel zur Schau gemacht wird, war es zu jener frühen Zeit ganz und gar unerheblich, an welchen Orten genau – ob auf einer Wiese, einem Marktplatz, in einem offenen oder geschlossenen Raum – die Kulthandlungen stattfanden.

Der wirklich entscheidende Anstoß für die Entwicklung des Theaters, ist, so heißt es, auf die so genannte "hellenische" Antike des fünften Jahrhunderts v. Chr. in Griechenland zurückzuführen.

Wann entstanden die frühesten Theaterstätten?

Die frühesten Theaterstätten, die allerdings nur entfernt dem entsprachen, was heute darunter verstanden wird, entstanden etwa um 330 v. Chr. in Griechenland.

Das waren zu Beginn relativ einfache

  • Freilufttheater aus Holz,
  • später, so um 55 v. Chr., wurde auch Stein zum Bau verwandt und
  • annähernd seit 29 v. Chr. sind Amphitheater bekannt.

Wann und wo gab es erste theaterähnliche Aufführungen?

Etwa um das 6. Jahrhundert v. Chr. herum sind erste theaterähnliche Aufführungen im Griechenland und Rom des klassischen Altertums bekannt. Überliefert sind sie als Festspiele zum Ruhme der Götter. Wie zum Beispiel die feucht-fröhlichen, oft sogar ekstatischen und orgiastischen Feiern als Hommage an Dionysos, den griechischen Gott des Weines und der Fruchtbarkeit. Ausdrucksformen waren in der Hauptsache Chorgesänge, Tänze und – irgendwann – ein sich aus dem Chor lösender Solist, der, so könnte man sagen, somit zum Schauspieler wurde.

Wodurch hat Euripides das Theater beeinflusst?

Von den 92 Dramen des Dichters Euripides (480-407 v. Chr.) sind 18 überliefert – unter anderen: "Medea", "Die Troerinnen", "Iphigenie bei den Taurern", "Die Phönikerinnen", "Iphigenie in Aulis" und "Die Bakchen". Bakchen sind das männliche Pendant zu den weiblichen Mänaden.

Bemerkenswert hierbei ist die Einführung des Prologs als dramaturgisches Stilmittel. Der Chor verliert bei Euripides zunehmend an Wichtigkeit, und in seinem Denken ist Euripides friedloser, zweifelnder und unzufriedener als seine Mitstreiter Aischylos und Sophokles.

Im Gegensatz zu diesen beiden zeichnete Euripides Menschen wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. Er zeigte seine Figuren mit allem Leiden und allen ihnen anhaftenden Leidenschaften – unabhängig von den seinerzeit gängigen Schicksals- und Göttervorstellungen.

Was hat Peisistratos mit dem Theater zu tun?

Peisistratos war ein glühender Verfechter kultischer Feste. Als der Tyrann – nach seiner zweiten Vertreibung – zum dritten Mal nach Athen zurückkehrte (etwa 549 v. Chr.) und endlich fest im Sattel saß,

  • betrieb er eine weitsichtige Städteplanung,
  • führte das Münzwesen ein,
  • förderte die schönen Künste und
  • begünstigte in erheblichem Maß die Ausrichtung von Festspielen, unter anderen die Dionysosfeste zu Ehren des Naturgottes Dionysos.

Unter seiner Ägide nahmen die bis dahin rudimentären Darstellungsformen kultischer Feste mehr und mehr dramaturgische Formen an.

Zusammenfassung

Seit wann gibt es das Theater – und wie hat es sich entwickelt?

Grundsätzlich entbehrt die sich über die Jahrtausende ständig den äußeren Umständen und Gegebenheiten der jeweiligen Zeit anpassende Geschichte des Theaters nicht einer gewissen Komplexität.

Wie alles seinen Anfang nahm

So gut wie sicher zurückzuführen auf religiöse Riten zu Ehren der tonangebenden Gottheiten in grauer Vorzeit, haben die Menschen, so lässt sich vermuten, ihren rituellen Handlungen mit Tänzen und Gesängen Ausdruck verliehen und daraus über Jahrhunderte nicht nur ein kultisches Zeremoniell entwickelt, sondern gleichzeitig den Grundstein zu den Uranfängen des Theaters gelegt.

Und immer wieder die alten Griechen

Die bestimmende und ins Gewicht fallende Bedeutung für den weiteren Entwicklungsprozess des Theaters ist allerdings der griechischen Antike (etwa von 1600 bis 27 v. Chr.) zuzuschreiben. So sind aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. erste theaterähnliche Aufführungen bekannt, die allerdings ebenfalls mehr oder weniger zum Ruhme der Götter zum Besten gegeben wurden. Wie zum Beispiel die Dionysien, also die Festspiele im antiken Griechenland zu Ehren des Gottes des Weines, der Fruchtbarkeit, der Ekstase und überhaupt des Verfechters jeglichen Vergnügens, Dionysos.  

Thespis mit dem Karren

Es soll, so heißt es, der Tragödiendichter, Theaterschaffende und Schauspieler Thespis aus Athen gewesen sein, der seine Stücke nicht nur mutmaßlich auf dem nach ihm benannten Thespiskarren aufgeführt hat, sondern dem auch eine weiterentwickelte Form und Gestaltung der Tragödie zukommt.

Dadurch nämlich, dass er in seinen Inszenierungen erstmals einen Sänger aus dem Chor löste und diesen sozusagen als Schauspieler agieren ließ, gab Thespis der bis dahin gepflegten Darstellungsform der Dionysos-Feste so etwas wie eine dramaturgische Handlung.

Das Sprechtheater war erfunden – und wurde im 5/4. Jahrhundert v. Chr. unter anderen von den Dichtern

  • Aischylos, Sophokles, Euripides, Aristophanes und Aristoteles

mit erweiterter Rede und Gegenrede (Dialog) mehrerer Schauspieler ergänzt und weiter ausgestaltet.

Frühe Spielstätten

Fanden die ursprünglichen – also die der Würdigung der Götter gewidmeten – rituellen Kulthandlungen noch schlicht auf einer Wiese, einem Marktplatz oder sonstiger Lokalitäten statt, entstanden in Griechenland etwa um 330 v. Chr. die frühesten Theaterstätten.

In den Anfängen des antik-griechischen Sprechtheaters waren das Freiluftbühnen aus Holz, die dann später, etwa um 55 v. Chr., auch durch Bauten aus Stein upgedatet wurden. Diese Konstruktionen waren sitzplatzmäßig amphitheatralisch (Arena) angelegt, hatten eine kreisrunde, später eine halbierte Spielfläche für Chor und Tänzer (Ochestra) sowie ein so genanntes Bühnenhaus (Skene).

Die ersten Tragödien und Komödien

Der wirklich entscheidende Anstoß für die Entwicklung des Theaters bis in unsere Zeit, wurde im fünften Jahrhundert v. Chr. in Griechenland gegeben. Mit ihren Tragödien und Komödien, die mit sinnvollen dramaturgischen Gesetzen den Ablauf einer Handlung bestimmen, wurden während der Jahre 525 bis 406 v. Chr. die Dichter

  • Aischylos,
  • Sophokles und
  • Euripides

die eigentlichen Begründer des Sprechtheaters.

Später, im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., hatten auch

  • Aristophanes und Aristoteles

wesentlichen Anteil an der Weiterentwicklung und zukünftigen Bedeutung der darstellenden Kunst.

Letzterem, Aristoteles, verdankt die Nachwelt darüber hinaus mehr oder weniger theoretische Ansichten über die Intention und Bedeutung des griechischen Theaters.

Amphitheater im "alten" Rom

Ungefähr seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. sind die römischen Amphitheater bekannt, die aber weniger für Theateraufführungen genutzt wurden, sondern mehr für Gladiatorenkämpfe Mann gegen Mann, Mann gegen Löwen, Bären oder Leoparden oder gern auch Raubtier gegen Raubtier gedacht waren.

Als erstes römisches Theater dieser Art gilt die Anlage in Pompeji/Kampanien, die – der Altertumswissenschaft (Archäologie) zur Folge – etwa im Zeitraum der Jahre 80/70 bis 65 v. Chr. erbaut wurde.

Mittelalter

Im weiteren Verlauf der Zeit veränderte sich die Bedeutung des Theaters zwar langsam, aber doch stetig. Die Theaterdarbietungen verloren zunehmend den kultisch-mythischen Charakter, waren aber im Mittelalter noch weitestgehend christlich geprägt.

Die Vorführungen hatten allerdings weder eine festgefügte Handlung noch eine bestimmte Dramaturgie, wurden von Kirchenleuten auf Latein oder von Laiendarstellern in mundartlicher Alltagssprache in Kirchen, vor Kirchen und auf Marktplätzen vorgetragen und erschöpften sich im Wesentlichen im Weihnachts- und Krippenspiel, in Osterspielen bis hin zu den – noch heute zum Beispiel in Oberammergau gepflegten – Passionsspielen.

Neue Konzepte

Dann, im Zuge der Renaissance (15/16. Jahrhundert) und des Barock (etwa 1575/1600 bis 1720/1770), bildeten sich in den unterschiedlichen Kulturkreisen quer durch Europa (Spanien, Frankreich, Italien, England und Deutschland) eigenständige, also auf die Region bezogene Entwicklungen heraus.

Und mehr und mehr orientierten sich die Handlungen der Bühnenstücke an wirklichkeitsnahen und lebensechten Gegebenheiten der Menschen.

Während das Schauspiel bis hierher in der Regel sprichwörtlich auf Holzplatten, Planken und/oder Brettern, die die Welt bedeuten zum Besten gegeben wurde, entstanden, beispielsweise in Spanien, schon früh der Stand der Berufsschauspieler sowie das so genannte höfische Freilichttheater.

Und, es entstanden prachtvoll im Stil des Barocks, mit Kulissen, die zu dem zur Aufführung gebrachten Theaterstück passten, Theaterbauten mit Bühnenvorhang und Zuschauerraum.

Schlusslicht Deutschland ...

Hatte allerdings das Theater – zum Beispiel – bereits

  • in England mit William Shakespeare (um 1564-1616),
  • in Spanien u.a. mit Miguel de Cervantes (1547-1616),
  • in Italien mit der ‚Commedia dell’Arte‘ (‚Stegreiftheater mit Masken‘) und
  • in Frankreich u.a. mit Jean Baptiste Moliére (1622-1673)

im positiven Sinne sozusagen für Furore gesorgt, gab es

  • in Deutschland zu der Zeit nach wie vor von Laienschauspielern gestaltete Fastnachts-, Passions- und Mysterienspiele.

... aber dennoch nicht auf der Strecke geblieben

Das änderte sich etwa ab 1600 mit dem Auftreten englischer Wandertruppen, die, wenn man so will, Vorbild und Signalgeber für das Berufsschauspielertum in Deutschland waren.

Einen ersten Anlauf, das Theater weg von Spaß, Ulk und Clownerie und hin zu Inhalten mit gesellschaftlich-politischem Anspruch zu führen, ist – mit Unterstützung der zu der Zeit populären Schauspielerin Karoline Neuber (1697-1760) – auf den Leipziger Gelehrten Johann Christoph Gottsched (1700-1766) zurückzuführen.

Fortgeschrieben und erweitert wurde dieser Ansatz dann etwa ab 1800 durch die Werke Lessings, Kleists, Goethes, Schillers und etlichen anderen.

Das Ensembletheater fasste Fuß, und die Inszenierungen wurden eindeutig der inhaltlichen Aussage des aufzuführenden Stücks angepasst. Regie, Sprache und schauspielerische Darstellung der im Bühnenstück handelnden Charaktere durch die Akteure gewannen an Gewicht.

Lage der Dinge heute

Darauf aufbauend und trotz der sich laufend verändernden gesellschaftlichen und politischen Strömungen, richtet sich das Theater heute keineswegs mehr nur an eine betuchte Oberschicht oder an ein durch Brot und Spiele zu befriedigendes Publikum, sondern ist in all seinen Spielarten – zum Beispiel Tragödie, Komödie, Oper, Musical, Ballett bis hin zum so genannten "absurden Theater" – offen für jeden, der an unterhaltenden, kritischen und/oder schlicht unserer Zeit entsprechenden Inhalten interessiert ist ...

Wer waren die Hauptvertreter des „absurden Theaters“?

Samuel Beckett ("Warten auf Godot", 1952) und Eugène Ionesco ("Die Stühle", 1951 ; "Die Nashörner", 1959).

Beckett und Ionesco wollten mit dem "absurden Theater" die Absurdität und Unvernünftigkeit des menschlichen Daseins wiedergeben. Stilmittel des absurden Theaters waren fehlende Handlungslogik und unzusammenhängende, "sinnlose" Dialoge.

Autor:

Quellen:

  • "Reclams Schauspielführer" (Reclam)
  • "Geschichte des Theaters" (Robert Pignarre/Verlag Johannes Maria Hoeppner Hamburg)
  • "Geschichte des deutschen Theaters" (Friedrich Michael, Hans Daiber/Suhrkamp Taschenbuch)
  • "Theater der Gegenwart" (Siegfried Melchinger/Fischer Bücherei)
  • "Deutschland – Das Land in dem wir leben" (Bertelsmann Verlag)
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