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Wie alt ist die Erde?

Die einen sagen: Etwa 4,6 oder 4,5 Milliarden Jahre. Andere gehen nicht so weit zurück und mutmaßen: Vor 3,8 Milliarden Jahren ist sie entstanden. Nach neuester Datierungsmethodik dagegen, soll die Entstehung der Erde vor circa 4,44 Milliarden stattgefunden haben. Na klar, bei diesen unvorstellbaren Milliarden von Jahren können diese Angaben, je nach Quelle, durchaus schwanken.

Vom Urknall bis zur Erdneuzeit

Materie, Energie, Raum und Zeit

Noch zumal es, um die Entstehung der Erde überhaupt erst möglich zu machen, zuvor den Ursprung des Universums voraussetzte.

Dieser Ursprung wird mit dem so genannten Urknall erklärt und soll – theoretisch, vermutlich, möglicherweise – vor ungefähr 13,8 Milliarden Jahren stattgefunden haben. Vielleicht früher, vielleicht auch später? Egal. Jedenfalls wird diese spekulative Annahme, also die These, dass zu dem genannten Zeitpunkt Materie, Energie, Raum und Zeit entstanden sind, von der überwiegenden Mehrheit der sich mit dieser Frage beschäftigenden Wissenschaftler (u.a. Astronomen, Kosmologen, Planetologen, Physiker, Geologen und Paläontologen) akzeptiert und geteilt.

Meere, Landmassen, Organismen

Etwa 10 Milliarden Jahre später – und die Details dieser unglaublichen Zeit, bei denen es um Atome, Moleküle, Supernovae (glühende und explodierende Sterne), Sonnensysteme, Planeten, Gravitation, Galaxien und anderes mehr geht einmal außen vor lassend – entstanden, wie gesagt, vor rund 4 Milliarden Jahren durch physikalische, chemische und biologische Einflüsse Meere, Landmassen und irgendwann Organismen – also der die Sonne umkreisende Planet Erde.

Einordnung

Die sich seit diesen vor gut 4 Milliarden Jahren langsam entwickelnde Erdgeschichte wird wissenschaftlich in vier Abschnitte unterteilt –

  • Erdurzeit,
  • Erdaltertum,
  • Erdmittelalter und
  • Erdneuzeit.

Darüber hinaus werden diese vier Zeitspannen jeweils in kürzere (Perioden) und ganz kurze Entwicklungsphasen (Epochen) aufgefächert. Die Zeit in der wir gerade leben gehört zur Periode „Quartiär“ sowie zur Epoche „Holozän“ oder auch „Nacheiszeitalter“, die vor circa 11.700 Jahren begann.

Erdgeschichte komprimiert auf 1 Jahr

Wann entstanden wir, wenn die ganze Erdgeschichte nur ein Jahr wäre? 

Sowohl die genannten Milliarden, als auch die 5 Millionen sind Werte, die das Vorstellungsvermögen in der Regel tatsächlich überfordern können.

Um diese gewaltige Zeitspanne einmal anschaulicher darzustellen, wurde – zum Beispiel – in der Time-Life-Reihe „Spektrum der Weltgeschichte“ die Entstehung und Entwicklung der Erd- und Menschheitsgeschichte auf die Zeitschiene eines einzigen Kalenderjahres heruntergebrochen.

Danach sähe das Jahr so aus:

  • Von Januar bis Juli hätte man jegliches Luft holen vergessen können. Es wäre schlicht nicht möglich gewesen zu atmen.
  • Dann, irgendwann im Oktober – „Sonnenlicht und Bakterien hatten für Sauerstoff gesorgt“ – tauchten „erste Organismen auf, 14 Tage später gefolgt von Fischen und nach weiteren 7 Tagen von Pflanzen“.
  • Das alles, einschließlich des Eintrudelns von „Insekten, Amphibien, Urwäldern und Reptilien“, muss sich bis in den Dezember hingezogen haben.
  • Denn erst etwa 15 Tage vor Jahresende stampften die Dinos über die Erde.
  • Einen Tag später, es blieben noch 14 Tage, zeigten sich die Säugetiere. Die blieben! Die Dinos dagegen verschwanden sang und klanglos 5 Tage vor Neujahr.

Und es kommt noch erstaunlicher! 

Nehmen wir – in weitestgehender Anlehnung an den Text im o. gen. „Spektrum der Weltgeschichte“ – an, dieses Jahr würde an einem Montag um 12 Uhr enden, dann gäbe es

  • die Affen seit dem vergangenen Freitagnachmittag,
  • der „südliche Affe aus Afrika“ (Australopithecus africanus), Typ Menschenaffe, hätte um 6 Uhr am heutigen Montagmorgen – bei allem wissenschaftlichen Vorbehalt – den aufrechten Gang geprobt und
  • der so genannte „moderne Mensch“ (Homo sapiens sapiens) wäre gerade erst vor 11 Minuten auf der Bildfläche erschienen,
  • hätte vor 1 Minute Ackerbau und Viehzucht als durchaus notwendige Beschäftigung entdeckt,
  • vor 20 Sekunden mit dem Städtebau begonnen – und
  • 1,5 Sekunden wären es her, dass die Delegierten der 13 englischen Kolonien auf dem nordamerikanischen Kontinent die größtenteils vom dritten amerikanischen Präsidenten, Thomas Jefferson, verfasste amerikanische Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 – die gleichzeitig den Ursprung der Vereinigten Staaten von Amerika darstellt – unterschrieben haben.

Wow!

Albert Einstein, Leo Tolstoi und Bertolt Brecht

Bei richtigem Verständnis der zeitlichen Festlegung auf einen Montag um 12 Uhr würde das doch heißen, eineinhalb Sekunden blieben für den unglaublichen Rest der Weltgeschichte von 1776 bis heute? Unvorstellbar!

Ist die Zeit, wie es Albert Einstein (1879-1955) einmal – möglicherweise scherzhaft – gesagt haben soll, wirklich nur an der Uhr abzulesen?

Oder, wie es Leo Tolstoi (1828-1910) auf den Punkt gebracht haben soll: "Heute! Hier! Jetzt!"? Egal!

Wie hat doch Bertolt Brecht (1898-1956) in seinem Theaterstück den guten Menschen von Sezuan sagen lassen? (Zitat) "... wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen ..."

Autor:

Quellen:

  • "Die Anfänge der Menschheit – Spektrum der Weltgeschichte: Urgeschichte – 3000 v. Chr." (Time-Life 1991)
  • "Allgemeinbildung XXL" (Hrsg. Matthias Edbauer/Compact Verlag München).
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