Was geschieht in Sophokles Tragödie „Ödipus auf Kolonos“?

In Sophokles´ (*etwa 496/°406 v. Chr.) fünf Jahre nach seinem Tod in Athen uraufgeführter Tragödie „Ödipus auf Kolonos“ (heute ein Stadtteil Athens), kommt der alt gewordene Ödipus, in Begleitung seiner Tochter Antigone, nach Kolonos.

 

Hoffnung

Dort, im Hain der Eumeniden, erhofft er sich ein friedliches Ende seines Leidensweges.

Wie bekannt, hat Ödipus vor Jahren in Unwissenheit seinen Vater ermordet, seine Mutter geheiratet, mit ihr Kinder gezeugt, sich die Augen ausgestochen und Theben verlassen. Alles schlimm genug!

Was will Schwager Kreon?

Aber jetzt, angekommen auf dem Hügel Kolonos, erwartet ihn weiteres Ungemach.

Zwar steht Theseus, König von Athen, auf seiner Seite und auch die zweite Tochter, Ismene, bietet Trost und Zuspruch, aber da ist immer noch Schwager Kreon, der Ödipus auf Kraft nach Theben zurückbeordern will.

Warum?

Weil

  • erstens: sich Ödipus´ Söhne, Eteokles und Polyneikes, um die Regentschaft Thebens streiten und
  • zweitens: ein Orakel geweissagt hat, dass die Stadt Theben nur dann eine Zukunft hat, wenn Ödipus in heimatlicher Erde beigesetzt wird.

Vergebene Liebesmüh´

Ödipus will aber nicht zurück nach Theben. Auch nicht, als Kreon die Mädels Antigone und Ismene entführen will, aber von Theseus rechtzeitig daran gehindert wird.

Selbst der daraufhin erscheinende Sohn, Polyneikes, kann seinen Vater nicht umstimmen.

Ziel erreicht

Endlich, die Geschichte naht sich dem Ende, verkündet ein Gewitter das nahe Ende des leidgeprüften Ödipus. Gemeinsam mit Theseus schafft er es, den Hain der Eumeniden zu erreichen.

Dort entschläft er schließlich – befreit von allen Übeln der Welt – still und friedvoll.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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