Wer oder was sind eigentlich „Jesuiten“ – und was ist der „Jesuitenorden“?

Beide Begriffe sind zurückzuführen auf den Spanier Ignatius von Loyola (*1491/°1556), der 1534 in Paris – mit dem Ablegen des Gelübdes der Armut und Ehelosigkeit – die „Gesellschaft Jesu“ („Societas Jesu“) gründete, die 1540 von Papst Paul III. (*1468/°1549) mit der Gründungsbulle „Regimini militantis ecclesiae“ („Zur Regierung der Streitenden Kirche“) sanktioniert wurde.

 

Loyolas Bewegung, die der "Jesuiten"/des "Jesuitenordens", war nun päpstlicherseits anerkannt.

Der "General"

Fortan versuchte Ignatius von Loyola bis zu seinem Tod als Wortführer und „General“ – geradezu kreuzzugsähnlich – die Ziele (Verteidigung und Verbreitung des katholischen Glaubens weltweit) seines zwar nicht in Klöstern lebenden, aber nach militärischen Regeln organisierten Ordens durchzusetzen. Und das mit einigem Erfolg!

Prinzipien

Als oberste Ordensprinzipien galten – unter anderem –

  • strengste Disziplin,
  • Gehorsam,
  • die Entsagung allem Weltlichen,
  • die Missionierung Ungläubiger (zum Beispiel in Afrika, Indien und Amerika),
  • der Kampf gegen die Ketzerei sowie
  • die Erziehung und Bildung der Ordensmitglieder.

Ausbildung

Ignatius gründete Jesuitenseminare, aus denen in der Folgezeit eine unerschöpfliche Vielzahl jesuitisch geprägter Lehrer, Ausbilder und Verkünder des katholischen Glaubens hervorgingen. Der Stundenplan war umfangreich, und umfasste das Studium der Philosophie, Mathematik, Latein, Theologie, Literatur, Physik und vieles mehr.

Ein Absolvent dieser Erziehung und Ausbildung galt/gilt nicht nur als außerordentlich gescheit, kenntnisreich und sachkundig, sondern war/ist – so heißt es – auch durch und durch von der Großartigkeit der katholischen Kirche überzeugt.

Speerspitze

Obwohl sich die Jesuiten über die Jahrhunderte durchaus auch der Verfolgung ausgesetzt, der Verschwörung verdächtigt, im 18. Jahrhundert als Orden verboten und im Nazireich als „Volksschädling“ bezeichnet sahen, gelten sie – nach Volkes Meinung – noch heute (wie im „SPIEGEL-Online“ vom 13/14. März 2013 nachzulesen) als „intellektuelle Speerspitze der katholischen Kirche“.

Apropos

Der am 13. März 2013 gewählte und aus Argentinien stammende Jorge Mario Bergoglio, jetzt Papst Franziskus, ist der, wie alle Welt nicht müde wird zu betonen, erste Jesuit auf dem „Stuhl Petri“, der bereits – so scheint es – in den ersten Tagen seines Pontifikats versucht, sein Amt auch nach den Prinzipien des Jesuitenordens (u.a. Bescheidenheit, Verzicht auf Statussymbole, Demut) auszurichten.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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