Wer war Papst Hadrian IV.?

Papst Hadrian IV. (*irgendwann zwischen 1100 und 1120/°1159), bisher einziger englischer Papst, hieß mit bürgerlichem Namen Nicholas Breakspear und stammte aus einer kleinen Stadt in Südengland (Grafschaft Hertfordshire).

Vom Amt des Abtes über die Funktionen als Kardinalbischof und päpstlicher Legat, wurde Nicholas 1154 zum Nachfolger Papst Anastasius´ IV. (Papst für knappe eineinhalb Jahre, von Mitte 1153-Ende 1154) gewählt.

Hadrian IV., Barbarossa und aufständische Römer

Kaum auf dem Heiligen Stuhl, verhängte Hadrian gegen die von Arnold von Brescia (*um 1090/°1155) republikanisch und freiheitlich beeinflussten Römer unverzüglich ein Verbot zur Teilnahme an gottesdienstlichen Handlungen, welcher Art auch immer.

Liberales Gedankengut und sich daraus entwickelnder Opportunismus waren sowohl dem Papst, als auch Kaiser Friedrich I. Barbarossa naturgemäß suspekt.

Hadrian ging in dieser Frage sogar noch einen Schritt weiter. Er forderte von Barbarossa die ultimative Einhaltung des zuvor zwischen dem Kaiser und Hadrians Vorvorgänger (Papst Eugen III.; Papst von 1145-1153) geschlossenen Vertrags von Konstanz.

Darin hatte Barbarossa sich – unter anderem – verpflichtet, die Kirche vor den revoltierenden Römer zu schützen. Anderenfalls? Na ja, ohne Vertragserfüllung keine Kaiserkrönung! Basta!

Hadrian IV. geht ins Exil

Nun gut! Was folgte, war 1154 die Gefangennahme, Verurteilung und Hinrichtung des aufständischen Arnold von Brescias auf Veranlassung Barbarossas – woraufhin der Kaiserkrönung 1155 nichts mehr im Wege stand.

Das wiederum brachte die obstinaten Römer gegen den Papst auf. Er sollte gefangen genommen werden. Aber, das Unterfangen misslang.

Zwar kam es im Anschluss zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die von den kaiserlichen Truppen gewonnen wurden, aber Vertrag von Konstanz hin, Vertrag her – gegen die Bevölkerung ging Barbarossa nicht vor.

Hadrian musste Rom für drei Jahre verlassen. Wieder zurückgekehrt, ging es

Schlag auf Schlag

weiter. Es folgten (zum Beispiel):

  • Hadrians Vorgehen gegen den normannischen König Wilhelm I. von Sizilien (weil Hadrian seinen Kirchenstaat bedroht sah),
  • Hadrians Vorschlag eines dreißigjährigen Friedens zwischen Byzanz und Sizilien,
  • die Anerkennung Wilhelms I. als König im Vertrag von Benevent 1156,
  • der Konflikt mit Kaiser Barbarossa 1157 auf dem Reichstag von Besancon (es ging um die Interpretation des Begriffs „beneficium“/„Wohltat“, der missverständlich mit „Lehen“ übersetzt wurde und somit den Ärger Barbarossas zur Folge hatte, der den daraus abzuleitenden Machtanspruch des Papstes selbstverständlich ablehnte) und schließlich
  • Hadrians Bulle Laudabiliter, die – wenn es sie denn tatsächlich gegeben hat (ist wissenschaftlich nicht zweifelsfrei nachgewiesen) – dem Papst ein Mitspracherecht in Belangen der Kirche eingeräumt hätte.

Und sonst? Was gabs da noch?

Nicht mehr viel!

Hadrian, bis zum Schluss unablässig vom Gedanken einer Umziegelung seines Kirchenstaates durch die Staufer im Norden und die normannischen Sizilianer im Süden beherrscht, suchte gegen Ende seines Pontifikats den Schulterschluss mit dem lombardischen Städtebund gegen Barbarossa.

Möglicherweise – so ist zu vermuten – hatte er sogar vor, den Bann über den Kaiser zu verhängen. Dazu kam es aber nicht mehr.

Hadrian IV. verstarb im September 1159 in Anagni (Latium/Italien).

Autor: Manfred Zorn

 

 

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