Was ist gemeint, wenn (sinnbildlich) „Eulen nach Athen getragen“ werden?

„Eulen nach Athen zu tragen“ heißt soviel wie, das (oder etwas) macht keinen Sinn!

 

Euelpides

Das hat bereits der heute als einer der ersten großen Komödiendichter des Abendlandes geltende Aristophanes (*etwa  450 v. Chr. bis 385 v. Chr.), in seiner 414 v. Chr. in Athen uraufgeführten Komödie „Die Vögel“ einen seiner Protagonisten, Euelpides (griech.:"gute Hoffnung"), im Zusammenhang der Geschichte bass erstaunt mit den Worten feststellen lassen:

  • „Ich bitte (Euch), bringt man Eulen nach Athen?“

Athene und Silbermünzen

An Eulen herrschte nämlich zur Zeit Aristophanes in Athen keinerlei Mangel. Die hausten zu der Zeit tatsächlich in unübersehbarer Anzahl in der Stadt, galten als Symbol für die Weisheit der Schutzgöttin Athene und waren sogar auf Silbermünzen geprägt.

Eulen nun noch zusätzlich nach Athen zu bringen, schien demnach in der Tat unnötig, ja, geradezu überflüssig zu sein.

Was heute gemeint ist

In Anlehnung an diese Situation, spricht man exemplarisch immer dann vom „Eulen nach Athen tragen“, wenn sich die Absicht, etwas zu erledigen, was zuvor schon mehrfach getan wurde, im Grunde als megaout erweist, sich also als absurd und unsinnig darstellt.

Ein Beispiel

Sie sind zu einer Party eingeladen, wissen aber nicht, dass der Gastgeber über einen qualitativ und quantitativ ausgesucht exquisiten Weinkeller verfügt. Sie stehen also da, überreichen dem Einladenden, in bester Absicht, einen zwei bis drei Flaschen Wein zählenden Geschenkkarton mit Schleife als Gastgeschenk – und hätten ebenso gut „Eulen nach Athen tragen“ können …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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