Was sind die „Karibischen-“ und die „Westindischen Inseln“?

Ein und dasselbe!

 

Und das ist auf Christoph Kolumbus zurückzuführen.

Der glaubte (1492), statt in Richtung Osten um Afrika herum zu segeln, Indien, China und/oder Japan auch erreichen zu können, wenn er seine „Santa Maria“ gen Westen über den Atlantik steuert.

War das eine kluge Entscheidung?

Nicht wirklich! Obwohl der Gedanke grundsätzlich nicht so ganz abwegig war.

Denn bereits lange zuvor hatte der griechische Gelehrte Eratosthenes (*etwa 263 v. Chr./°194 v. Chr.) erkannt, dass die Erde – mit von ihm berechneten 34400 km Umfang (tatsächlich sind es 40076 km) – eine Kugel sei.

Dummerweise ignorierte Kolumbus aber die Erkenntnis dieses schlauen Mannes, und hielt sich stattdessen an das sogenannte „ptolemäische Weltbild“ eines gewissen Claudius Ptolemäus (*etwa 100 u.Z./°180 u.Z. – ebenfalls Grieche, Mathematiker, Geograph u.a.m.), der den Erdumfang allerdings auf lediglich 24000 km reduziert hatte.

Land in Sicht! Aber welches?

Sich auf Ptolemäus verlassen zu haben, erwies sich in der Tat als äußerst ungünstig für Kolumbus und seine Navigation. Nicht viel hätte gefehlt, und Kolumbus wäre entmutigt zur Umkehr bereit gewesen.

Dann – nach längerem Hin- und Herkreuzen – sah er Licht im Tunnel, besser noch: Land in Sicht!

Wie auch immer. In den vor ihm liegenden Inseln vermutete Kolumbus (und diese Ansicht vertrat er bis zu seinem Lebensende), Japan, die chinesische Küste oder gar Asien, ganz sicher aber Indien entdeckt zu haben.

Folglich wurden die bisher unbekannten (Karibischen) Inseln fortan „Westindische Inseln“ („Westindien“) genannt. Gelegentlich wird dieser Begriff noch heute verwendet.

Autor: Manfred Zorn
Quelle: USA - Die Ostküste (Werner Krum / Prestel Verlag)

 

 

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