Was waren das für Typen - die Etrusker?

In antiken griechischen und römischen Quellen werden die Etrusker als genusssüchtig, trinkfreudig und ausschweifend geschildert.

Eine Beschreibung, die einen Großteil Polemik enthält, und daher nicht immer zuverlässig ist.

Aber, wen wunderts? Wer lässt schon ein gutes Haar an jemandem, mit dem er über Jahrhunderte im Clinch um Bodenschätze, Schifffahrtswege und/oder territoriale Machtentfaltung liegt?

Eigenschaften

Und doch sollen die Etrusker, archäologischen Erkenntnissen zur Folge, tatsächlich über eine heitere, lebensbejahende Wesensart verfügt, Musik und Tanz geliebt und ihre Frauen als so gut wie gleichberechtigt betrachtet haben.

Und in der Tat lassen die in den vergangenen gut zweihundert Jahren ausgegrabenen Artefakte aller Art den Schluss zu, dass die gleichermaßen als kühne Seefahrer, tüchtige Kaufleute, ausgezeichnete Künstler, Architekten, Ingenieure und couragierte Kämpfer geschilderten Etrusker, durchaus einen Hang zu gehobenem Wohlleben und Luxus gehabt haben müssen. Einerseits!

Totenkult

Andererseits glaubten die Etrusker an ein Weiterleben nach dem Tod. Sie pflegten ein auf das Jenseits ausgerichtetes Leben, das von einer mächtigen Priesterkaste, den Priesterkönigen (Lukomonen), gelenkt wurde, und bestatteten ihre Toten in prunkvollen Gräbern.

Grabbeigaben, wie Schmuck aus Gold und Silber, Vasen, Elfenbeinschnitzereien oder sowie auch prächtige Wandmalereien u.a.m., die bei Ausgrabungen etruskischer Totenstädte – zum Beispiel den Nekropolen in Caere und Tarquinii – gefunden wurden, zeugen nicht nur von einer hochentwickelten Kultur, sondern weisen auch auf eine gewisse Schicksalsgläubigkeit hin, die ihren Ausdruck in einem repräsentativen Totenkult fand.

Der feine Unterschied

Während aber der unterprivilegierte Bürger mit einer einfachen, schlichten Steinkiste als letzter Ruhestätte vorlieb nehmen musste, sind die haus-, wohnungs- ja, fast palastähnlichen Grabstätten möglicherweise auch ein Hinweis darauf, wie der wohlhabende und/oder adelige Etrusker im wirklichen Leben gelebt hat.

Zumindest ist es anzunehmen, obwohl – entgegen der Zeugnisse eines aus heutiger Sicht fast übermäßigen Totenkults in Form aufgefundener Grabbeilagen in den Nekropolen Vetulonia und Populonia (Toskana/Italien) zum Beispiel – die Chalets, Villen oder Datschen? die Zeiten bedauerlicherweise nicht überdauert haben …

PS

  • Caere (heute: Cerveteri, Region Latium/Italien),
  • Tarquinii/Tarquinia (bei Viterbo, Region Latium/Italien) sowie

weitere wichtige Ausgrabungsstätten – überwiegend etruskische Grabmale (Nekropolen) – liegen bei den Städten:

  • Vulci (antike Stadt in der Maremma/Latium, heute: archäologischer Park) und
  • Grosseto, Chiusi, und Fiesole (Toskana).

Allen gemeinsam ist, per heute, ein umfangreiches Wissen über das Leben, die Kultur, Kunst und die Religion der Etrusker zu "verdanken".

Autor: Manfred Zorn

 

 

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