Wie, warum und wohin verschwanden die Inka von der Bildfläche?

Lag es möglicherweise an einer Klimaänderung? An von den Konquistadoren eingeschleppten Krankheiten? Oder weil sie sich aufgrund ihrer unverdrossen geführten (Bruder-)Kriege von selbst dezimierten? Wahrscheinlich war es von allem etwas.

Dennoch scheinen es im Wesentlichen wohl die spanischen Eroberer gewesen sein, die – angeführt vom unsäglichen ehemaligen Schweinehirten und Erzschurken Francisco Pizarro (*um 1476/°1541) und getrieben von der Gier nach Gold, Reichtum und Schätzen aller Art – den Inka letztlich den Garaus gemacht haben.

Weniger war hier (leider) mehr

Denn trotz bester Infrastruktur und ausgetüftelter Nachrichtensysteme der Inka, gelang es Pizarros marodierender Soldateska mit nur gut zweihundert Männern die durch vorangegangene Erbstreitigkeiten und durch übertragene Krankheiten geschwächten, aber immerhin doch noch etwa vier- bis fünftausend Krieger des letzten Inkakönigs, Atahualpa (*um 1500/°1533), dahinzumetzeln. Das war 1532.

Atahualpa wurde gefangen gesetzt, im Sommer 1533 erdrosselt und die räuberischen spanischen Halunken verließen das Land mit – so wird heute vermutet – plus/minus etwa 16 Tonnen Gold und 18 Tonnen Silber im Gepäck.

Ergebnisloser Widerstand der letzten Sechs

Mehrheitlich von den spanischen „Besatzern“ eingesetzt, folgten auf Atahualpa noch sechs weitere Inkakönige, die aber alle gemeinsam – trotz versuchter Rebellionen, oder gerade deswegen – keine wesentliche Rolle in der vergleichsweise kurzen Geschichte der Inka (großzügig gerechnet etwa von 1200 bis 1572) mehr spielten.

Der letzte aus der Riege der verbliebenen sechs Sapa Inka („Gott-Kaiser“/„Sohn der Sonne“), Túpac Amaru I. (*1545), wurde 1572 nach erfolglosem Kampf von den wenig zimperlichen Spaniern einen Kopf kürzer gemacht.

Und mit ihm versank das Inka-Imperium im geschichtlichen Nirgendwo. Aus, Ende, vorbei!

Was bleibt?

Auf jeden Fall die erhaltenen archäologischen Highlights, wie zum Beispiel die Ruinenstätten Machu Picchu oder Pisac im Valle Sagrado („Heiliges Tal“) bei Cuzco, Hauptstadt der gleichnamigen Region und Provinz sowie diverse von Generation zu Generation weitergegebene Legenden.

Legende und (bedauerliche) Wirklichkeit

Kann es sein, dass da vielleicht doch etwas dran ist an einer der Legenden, nach der es einigen Gefolgsleuten Túpac Amarus gelungen sein soll, sich in die Büsche zu schlagen?

Denn noch heute stellen die Indios einen beträchtlichen Bevölkerungsanteil Perus.

So pflegen diese Nachfahren der Inka zwar weiterhin ihre Kultur, erhalten das Andenken und die Sprache („Quechua“; „Runa Simi“/„Sprache des Volkes“) ihrer Ahnen, und tragen ihre traditionelle Kleidung.

Aber – als Kleinbauern, Tagelöhner, Straßenhändler oder auch als Touristenführer stehen sie letztlich immer noch auf der unteren Stufe der sozialen Leiter ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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