Wer waren die Inka, woher kamen sie?

Es scheint, die Inka waren irgendwie ganz plötzlich da! Im Westen Südamerikas. Genauer: In Peru!

 

Das soll, ethnologischen (völkerkundlichen) und archäologischen Erkenntnissen zur Folge, etwa zwischen 1000 und 1300 n. Chr. gewesen sein. Die Jahresangaben schwanken je nach wissenschaftlichem Standpunkt.

Woher ganz genau die Inka kamen, bleibt bis heute ebenfalls weitestgehend ungeklärt.

Vermutung

Angenommen wird, dass das Volk der Inka (das sich selbst nie so genannt hat) möglicherweise aus dem riesigen – neun heutige südamerikanische Staaten umfassenden – Gebiet des Amazonasbeckens stammen könnte. Bewiesen ist das aber (noch) nicht.

Legenden und spanische Chronisten

Allerdings gibt es da eine Reihe unzähliger überlieferter blumiger Legenden aus der Mythologie der Inka, mit denen sie, so scheint´s, versuchten, dem geneigten Wissensdurstigen ihre Herkunft zu erklären.

Anders gesagt: Da die Inka keine Schrift im herkömmlichen Sinne kannten (die ihnen zugeschriebene so genannte Knotenschrift "Quipu" war anscheinend mehr als Zahlen- bzw. Statistiksystem gedacht?!), wissen wir von der Geschichte der frühen Inka im Wesentlichen nur das, was spanische Chronisten während der Kolonisierung im 16. Jahrhundert aus den mündlich überlieferten Legenden über deren Götter, Vorfahren und Herrscher aufgeschrieben und hinterlassen haben.

Beginn einer knapp 100-jährigen Blütezeit unter Pachacútec Inca Yupanqui

Vermutet wird dagegen aber heute, dass die Inka um 1300 das peruanische Hochland der Anden um Cuzco (noch heute gleichnamige Region, Stadt und seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe) besiedelten und im Laufe des 15. Jahrhunderts – im Besonderen unter ihrem neunten Herrscher, Pachacùtec Inca Yupanqui (Regierungszeit: 1438 bis 1471), dem "Weltenveränderer", – begannen, mittels Brachialgewalt ihre Nachbarn zu unterjochen und deren Gebiete ihrem Territorium einzuverleiben.

Der Name

Die Bezeichnung Inka, die später von Forschern und der archäologischen Wissenschaft angewendet wurde, stand ursprünglich lediglich für ihre jeweiligen Herrscher („Sapa Inca“), die diesen Begriff in ihrem Namen trugen (z.B.: Inca Roca, Huiracocha Inca, Pachacútec Inca oder Tupac Inca).

Ihr in vier Teile gegliedertes Imperium dagegen wurde von den Inka „Tawantinsuyu“/„Tahuantinsuyo“ („Land der vier Himmelsrichtungen, Land der zusammengehörenden Reiche, bzw. Gebiete oder eben auch Teile“) genannt.

Vom Geheimdienst überwacht

Im Laufe nur weniger Jahrzehnte, man spricht von etwa neunzig Jahren, entstand ein hoch entwickeltes und bürokratisch gut organisiertes Reich.

Den zu der Zeit geschätzten neun bis sechzehn Millionen Einwohnern – die Zahlen schwanken – ging es ausgesprochen gut. Zwar musste niemand hungern und hatte sogar ein angemessenes Auskommen, aber erreicht wurde das gesellschaftliche Wohlergehen offenbar durch eine totalitäre, durch einen Geheimdienst überwachte Staatsführung.

Ende einer Hochkultur

Anyway – obwohl den Inka weder Eisenwerkzeuge, Pferde oder das Rad bekannt waren, schufen sie ein Netzt von – teils noch heute vorhandener – Straßen, Paläste, (Sonnen-)Tempel, Bewässerungsanlagen, Hängebrücken, ein Schriftsystem, Kunst- und Gebrauchsgegenstände und vieles andere mehr.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts umfasste das Inkareich das Gebiet von Südkolumbien über Ecuador, Peru und Bolivien bis zur Mitte Chiles und Teilen Argentiniens.

Dann kamen 1532 die spanischen Konquistadoren mit ihrem schurkischen Anführer Francisco Pizarro und hausten fürchterlich unter der indianischen Bevölkerung der Inka. Und im August 1533 ließ Pizarro den zuvor in einem fadenscheinigen Prozess zum Tode verurteilten Inkakönig Atahualpa erdrosseln.

Bis zur endgültigen Vernichtung der Inka benötigten die Spanier dann noch weitere gut vierzig Jahre.

Der definitiv letzte Inkaherrscher Túpac Amaru I. (*1545) wurde schließlich 1572 von den Spaniern gemeuchelt.

Das hat der 1541 verstorbene Pizarro zwar nicht mehr erlebt, dennoch ging damit das Inka-Imperium den Weg allen Irdischen. Es verschwand endgültig von der geschichtlichen Bildfläche ...

Autor: Manfred Zorn

 

 

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