Wer waren die Zapoteken – und was ist Monte Albán?

Wie auch – unter anderen – die Chavín, Olmeken und Mixteken, gehören die Zapoteken ebenfalls zu den „vorkolumbianischen“ Indianervölkern Mittelamerikas. Genauer gesagt: Mexikos.

Erste Auffälligkeiten

Möglicherweise bereits seit etwa 1000/800 v. Chr. in der Umgegend der heutigen Stadt Oaxaca de Juaréz im Bundesstaat Oaxaca/Mexiko ansässig, wurden die Zapoteken geschichtlich erst so richtig um 500/300 v. Chr. auffällig.

Und zwar im Zuge ihrer Besiedlung der vormals von den Olmeken bewohnten antiken Stadt Monte Albán (Weißer Berg).

Monte Albán

Monte Albán, auf einer abgeflachten Hügelkuppe liegend, wurde, so ist allenthalben nachzulesen, in der Hochphase der Zapotekenkultur (etwa 500 v. Chr./900 n. Chr.) zu dem, was die in den 1930-iger Jahren begonnenen und ganz sicher noch nicht abgeschlossenen Ausgrabungen bisher freigelegt haben – zu einer herrschaftlichen Stadt.

Noch heute lassen die auf dem archäologischen Areal zu besichtigen Freilegungen (wie beispielsweise):

  • Paläste,Tempel und Pyramiden,
  • ein Observatorium,
  • Stelen,
  • ein Ballspielplatz,
  • über einhundert Grabstätten und
  • der Tempel der „Danzantes“ (span.: „Tänzer“),

die politische Macht und den wirtschaftlichen Wohlstand der Zapoteken erahnen und Rückschlüsse auf Religion und Kultur (u. a. Schrift, Kalender) ziehen.

Plötzliches Verschwinden

Dann, etwa um 900 und 1000/1250 n. Chr. herum, verschwand die Kultur der Zapoteken auf bisher nicht schlüssig zu erklärende Weise.

Möglich, sogar ziemlich wahrscheinlich, ist, dass sie von den aus

  • Puebla und Cholula stammenden Mixteken verdrängt wurden,
  • mit Zaachila eine neue Hauptstadt und mit Mitla ein neues religiöses Zentrum schufen,
  • ab 1521 von den spanischen Konquistadoren zum Katholizismus, mehr oder weniger, gezwungen wurden aber trotz allem – nach Schätzungen aus den 90-iger Jahren des 20. Jahrhunderts – noch heute mit etwa einer halben Million Nachfahren in Mexiko vertreten sind...

Apropos

  • „Danzantes“: Männliche, auf steinernen Reliefplatten dargestellte Figuren in bizarren Körperhaltungen, die ursprünglich für Tänzer (Danzantes) gehalten wurden. Angenommen wird inzwischen aber, dass es sich dabei in Wirklichkeit um in Stein gehauene Abbildungen gegnerischer Gefangener handeln könnte,
  • Monte Albán: Archäologische Ausgrabungsstätte nahe der Stadt Oaxaca im gleichnamigen Bundesstaat Mexikos gelegen und 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt,
  • Puebla: Mexikanischer Bundesstaat mit der gleichnamigen Hauptstadt,
  • Cholula: Heute – San Pedro Cholula unweit der Stadt Puebla mit der wohl größten erhaltenen und seit Anfang des 20. Jahrhunderts erforschten Pyramide, der "Pyramide von Cholula", der Welt,
  • Zaachila: Heute – Ruinenstadt nahe Oaxaca de Juárez/Mexiko,
  • Mitla: Heute – archäologische Ausgrabungsstätte bei San Pablo Villa de Mitla/Mexiko.

Autor: Manfred Zorn

 

 

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