Wer war der Erste, der die Welt umsegelte?

Das war Ferdinand Magellan (span.: Fernando de Magellanes). Magellan war Portugiese, die Weltumsegelung unternahm er aber unter spanischer Flagge. Der portugiesische König hatte sich zuvor nicht dafür begeistern können, Magellans Reise zu unterstützen.

Die aus damaliger Sicht extrem waghalsige Tour begann im Spätsommer des Jahres 1519. Fünf Schiffe unter dem Kommando von Magellan, bemannt mit einer wilden Heerschar aus Spaniern, Portugiesen, Italienern, Franzosen, diversen weiteren Europäern und sogar zwei Deutschen, segelten zunächst vom Hafen in Sevilla über die Kanarischen Inseln bis zur südamerikanischen Ostküste. Ab dort begann eine Reise in bis dahin völlig unbekannte Gewässer (zumindest für Europäer).

 

Lange Suche an der Ostküste Südamerikas

Die Suche nach dem vermuteten Wasserweg zum Pazifik gestaltete sich denn auch äußerst schwierig und langwierig. Zahllose vergebliche Erkundungen von Buchten (immer im Glauben, nun sei es soweit) und eine bis dahin schon über halbjährige Reise führten zu handfesten Meutereien und auch dazu, dass die Schiffe in einer Bucht an der patagonischen Küste ab April 1520 überwintern mussten.

Ein Schiff mitsamt Besatzung floh (zurück nach Europa), eines zerschellte, die drei übrigen setzten ihre Reise im Oktober 1520 fort und erkundeten die zunehmend unwirtlicher werdende südamerikanische Küste (das heutige Süd-Argentinien). Als selbst Magellan begann, an einem Wasserweg nach Asien zu zweifeln (der Rest der Mannschaft zweifelte schon lange), erreichten die Schiffe die entscheidende Bucht: den Eingang in die (heute so genannte) Magellanstraße.

 

Tragisches Ende auf den Philippinen

Der Rest der Geschichte ist heroisch und tragisch zugleich. Nach irrwitzig langer Seefahrt durch den Pazifik und zahllosen Hungertoden erreichte der gebeutelte Rest tatsächlich Asien: genauer gesagt die Philippinen. Man schrieb den 16. März 1521. Damit war man fast schon wieder in bekannten Gewässern und der Triumph schien sicher. Vielleicht zu sicher: Von der philippinischen Inselbevölkerung sehr wohlwollend aufgenommen, ließ sich Magellan kurze Zeit später auf ein Scharmützel mit einem aufmüpfigen Stammesfürsten auf einer Mini-Insel ein (der nicht daran dachte, sich zum Christentum bekehren zu lassen) - und starb in dem Gefecht.

Der Rest der Mannschaft machte sich daraufhin auf die Rückreise, entlang der indonesichen, indischen und afrikanischen Küsten. Diverse Intrigen, portugiesische Feinde und weitere Unglücke führten dazu, dass auch diese Reise noch einmal über ein Jahr dauerte. Im September 1522 erreichten 18 (!) der ursprünglich 237 Männer auf dem letzten verbliebenen Schiff den spanischen Ausgangshafen.

Dass Magellan überhaupt so sicher gewesen war, hinter Amerika erneut einen Ozean vorzufinden, lag übrigens an dem Konquistador Vasco Nunez de Balboa. Der hatte ein paar Jahre zuvor das unbekannte "Südmeer" von einem Berg in Mittelamerika aus erblickt. Die Existenz der Magellanstraße indes war pure Spekulation.

Autor: Dr. Jörg Zorn

 

 

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