Wer war Cosimo I. de´ Medici?

Mit dem Tod Lorenzos des Prächtigen 1492 begann für Florenz und die Medici eine Zeit des ununterbrochenen Machtwechsels. Dann wurde 1537 Herzog Alessandro de´ Medici (*1510/°1537) ermordet, und Cosimo I. de´ Medici (*1519/°1574) trat an seine Stelle. Unter dessen Ägide - die einen Vergleich mit Don Vito Corleone (Marlon Brando) im Film "Der Pate" (1972 - R: Francis Ford Coppola) nicht zu scheuen braucht - erreichte der Medici-Clan erneut eine gewisse politische Bedeutung.

 

Konfrontation

Zum Zeitpunkt seiner Machtübernahme 1537 war Cosimo I. - wenn die Daten der Chronisten stimmig sind - achtzehn Jahre alt, wurde aber ohne Vorbehalt und umgehend vom habsburgischen „römisch-deutschen“ König und selbsternannten Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches“, Karl V. (*1500/°1558), als Herzog von Florenz anerkannt. Aber, bereits zur Mitte des selben Jahres sah sich Cosimo unvermittelt militärisch herausgefordert.

 

Wer gegen wen?

Die ebenfalls mit reichlich Vermögen ausgestattete Familie Strozzi unter ihrem Vertreter Filippo Strozzi, dem Jüngeren (*1489/°1538), hatte sich vorgenommen, das Machtmonopol der Medici zu brechen. Allerdings erwies sich die "Mission" 
als „impossible“. Cosimo I. blieb der lachende Sieger dieser Auseinandersetzung.

 

Willkürherrschaft oder der Fleck auf der Weste

Dennoch warf sein unerbittliches Vorgehen in der darauf folgenden Bestrafung der Gegner einen nicht wieder loszuwerdenden schwarzen Fleck auf die so genannte weiße Weste – wenn es die denn je gegeben haben sollte.
Cosimos I. Ruf ebenfalls nicht zuträglich war die Tatsache, dass sich der im Kerker einsitzende Filippo Strozzi seiner kurz bevorstehenden Hinrichtung lieber durch Suizid entzogen hat.
Allerdings gab/gibt es aber auch Vermutungen, dass Filippo einem heimtückischen Anschlag zum Opfer gefallen sein könnte. Was wiederum ein Indiz für die um die Medici-Clique wabernden Mord-, Totschlags- und Verschwörungstheorien darstellen würde.
Wie auch immer!
Im weiteren Verlauf seines politischen Wirkens bestätigten sich die ursprünglichen Vorbehalte gegen Cosimo I. als äußerst unerquicklich für seine potentiellen Gegner. Denn, wie gesagt, Cosimo I. gestaltete seine Herrschaft über Florenz selbstsicher, autokratisch und nicht gerade zimperlich.
Glaubt man den Chronisten, kann getrost angenommen werden, dass nicht nur der o.gen. Bezug zum Mafia-Paten Corleone, sondern auch durchaus der Filmtitel "Leichen pflastern seinen Weg" (1968 - R: Sergio Corbucci) nicht so weit hergeholt zu sein scheinen.

 

Endlich Großherzog

Außenpolitisch unterwarf Cosimo I. nach längerem politischen Hin und Her die Stadtrepubliken Siena, Lucca und Montalcino (-> alle drei: Toskana/Italien), legte seine Aversionen gegen den Heiligen Stuhl ab und wurde 1570 - eine Hand wäscht die andere - von Papst Pius V. (*1504/°1572) in Rom zum "Großherzog der Toskana" gekrönt.

 

Mäzenatentum

Trotz aller charakterlichen Defizite, brachte Cosimo I. während seiner Herrschaft das Herzogtum Florenz wieder zu einer nicht unbeträchtlichen Blüte. So sanierte er mit Geschick die vor sich hinsiechende Wirtschaft, gründete zu ihrem Schutz - konkret: des Levantehandels (-> Levante: Länder des östlichen Mittelmeeres) - 1562 den Ritterorden San Stefano, förderte - ganz in der Tradition der Medici - Kunst, Kultur und Wissenschaft, unterstützte die Universitäten Pisa und Siena und ließ den Palazzo Pitti aus-, umbauen und mittels eines Laufganges mit dem Palazzo Vecchio verbinden.

 

Privates

Cosimo I. war zweimal verheiratet, hatte in der Summe dreizehn Kinder (von denen zwei – Francesco 1564 und Ferdinando 1587 – seine Nachfolge antraten) und verstarb 1574 nach langer, schwerer Krankheit …

Autor: Manfred Zorn

 

 

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